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"Ottos Reise" in Südafrika: Im Geländewagen drei Tage durch Soweto

"Ottos" Reise ist Geschichte. In Berlin endete der Weg, der Gunther Holtdorf und seinen Wagen "Otto" um die Welt führte. Der stern reist noch einmal von Land zu Land. Diesmal: Südafrika

Eine Reise wie keine zweite: Gunther Holtdorf hat in 26 Jahren mit einem Geländewagen 215 Länder dieser Welt bereist. Begleitet wurde er 22 Jahre lang von seiner inzwischen verstorbenen Frau Christine. Den Wagen, der sie um die Welt trug, taufte Holtdorf liebevoll "Otto". Gemeinsam bereisten sie alle Kontinente, durchquerten Wüsten und Flüsse, erkundeten Urwälder und Gebirgslandschaften. Zusammen mit dem stern präsentiert Gunther Holtdorf "Ottos Reise" in einem einzigartigen Online-Projekt.

Noch einmal bereisen wir mit Holtdorf die Länder dieser Welt. In Südafrika war er mit Otto zwischen 1989 und 2013 gleich mehrmals unterwegs. Während dieser Zeit erlebte Holtorf ein Land im Wandel. Beim ersten Besuch herrschte am Kap noch Rassentrennung, beim dritten Aufenthalt 1995 war Nelson Mandela bereits ein Jahr als erster schwarzer Präsident des Landes im Amt.

Darauf hätte nur sechs Jahre vorher wohl niemand gewettet. Als Gunther 1989 zum ersten Mal mit Otto durch das Land an der Südspitze Afrikas fuhr, saß Mandela im Gefängnis. Und der schwarze Teil der Bevölkerung lebte im Apartheids-Staat isoliert in Townships genannten Siedlungen, die die weißen Machthaber für sie vorgesehen hatten. Das größte Township im Land war Soweto bei Johannesburg. Für Weiße war Soweto in der Regel tabu – und genau das machte Gunther Holtorf wie so oft erst neugierig.

Also sprach er beim Polizeichef des Townships vor und erläuterte diesem seinen Wunsch, einmal intensiv in die ihm fremde Welt einzutauchen. Der Polizist, so erinnert Holtorf sich, lehnte sich im Sessel zurück, musterte seinen Besucher prüfend und gab schließlich wohlwollend sein Okay: "No Problem".

In der Folge fuhr Gunther Holtorf drei Tage lang mit Otto durch Soweto, erkundete das Township und nahm Kontakt zu seinen Bewohnern auf. Er sah - wie erwartet - ärmliche Gegenden mit Wellbechhütten, kam aber auch durch Straßenzüge, in denen "drei, vier oder fünf Mercedes in der Auffahrt standen". Sicherheitstechnisch sei der Trip indes kein Problem gewesen - am Ende fuhren Holtorf und Otto völlig unbehelligt aus Soweto hinaus und setzten ihre Reise fort.

Dies und noch mehr über Südafrika berichtet Gunther Holtdorf auf "Ottos Reise" in Worten, einer Fotostrecke und einem Video.

Patrick Rösing

Wissenscommunity