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"Ottos Reise" in Argentinien: Hart am Wind bis nach Feuerland

In Berlin endete der Weg, der Gunther Holtdorf und seinen Wagen "Otto" um die Welt führte. Mit ihm reist der stern noch einmal von Land zu Land. Diesmal: Argentinien.

Jan Boris Wintzenburg

Durch die Pampa: 2400 Kilometr sind es von Buenos Aires bis Ushuaia in Feuerland.

Durch die Pampa: 2400 Kilometr sind es von Buenos Aires bis Ushuaia in Feuerland.

215 Länder in 26 Jahren mit einem Geländewagen: Argentinien an der Südspitze des amerikanischen Kontinents war für Gunther Holtorf ein Heimspiel. Jahre zuvor hatte er hier gelebt. Es war seine erste Auslandsstation für die Lufthansa. Seine Frau Christine kannte Amerika dagegen überhaupt nicht. Nach fünf Jahren in Afrika hatten sie deshalb relativ spontan beschlossen, Otto über den Atlantik zu schicken und haben so aus einer Afrikareise eine Weltreise gemacht.

Das G-Modell von Mercedes ist nicht gerade windschnittig - diese Erfahrung mussten Gunther und Christine Holtorf mit ihrem blauen Otto in den weiten Patagoniens machen. Dort hatten sie bei der Fahrt zur Südspitze des riesigen Landes in den weiten Ebenen Patagoniens konstant starken Gegenwind. "Wir sind mehrere Tage einfach nicht aus dem dritten Gang raus gekommen", erinnert sich Gunther Holtorf. Die 88 PS starke Diesel von Otto reichten nicht für ein ausreichendes Tempo, um auf den Schotterpisten hoch schalten zu können.

Der kantige Geländewagen, der seit 35 Jahren nahezu unverändert gebaut wird, hat serienmäßig eine fast senkrecht stehende Frontscheibe ohne jegliche Wölbung, an der sich die Luft staute. Außerdem hatte Gunther Holtorf seinem Otto noch einen wuchtigen Dachgepäckträger mit großen Aluminiumkisten verpasst, an denen der Wind ebenfalls tüchtig zerren konnte. "Zehn, fünfzehn PS mehr wären schon gut gewesen", so Holtorf. Dann wäre die Fahrt nach Ushuaia, die südlichste Stadt der Erde, für die Holtorfs rund einen Tag kürzer gewesen.

Dies und noch viel mehr über Argentinien berichtet Gunther Holtdorf im Kapitel "Wo aus einer Afrikareise eine Weltreise wurde" in Worten, einer umfangreichen Fotostrecke und einem Video.

Das Projekt

Eine Reise wie keine zweite: Gunther Holtdorf hat in 26 Jahren mit einem Geländewagen 215 Länder dieser Welt bereist. Begleitet wurde er 22 Jahre lang von seiner inzwischen verstorbenen Frau Christine. Den Wagen, der sie um die Welt trug, taufte Holtdorf liebevoll "Otto". Gemeinsam bereisten sie alle Kontinente, durchquerten Wüsten und Flüsse, erkundeten Urwälder und Gebirgslandschaften. Zusammen mit dem stern präsentiert Gunther Holtdorf "Ottos Reise" in einem einzigartigen Online-Projekt.

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