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"Ottos Reise" in Bolivien Die gefährlichste Straße der Welt


Gunther Holtdorf fuhr mit seinem Geländewagen "Otto" um die Welt. Mit ihm reist der stern noch einmal von Land zu Land. Diesmal über die berüchtigte "Todesstraße" von Bolivien.
Von Patrick Rösing

Auf seiner Fahrt um die Welt hat Gunther Holtorf mit Otto 900.000 Kilometer zurückgelegt. Mehr als ein Drittel davon waren offroad oder auf Straßen, die diese Bezeichnung nicht wirklich verdienen – wie die Yungas-Straße in Bolivien, auf der Otto die wohl gefährlichsten 400 Kilometer der Reise überbrücken musste.

Die Strecke zwischen der Hauptstadt La Paz und Coroico im bolivianischen Amazonasgebiet, den sogenannten Yungas, ist nichts für schwache Nerven. Sie schlängelt sich an steilen Berghängen entlang, an denen es neben dem Auto bis zu 1000 Meter fast senkrecht in die Tiefe geht.

Gunther Holtorf fuhr die Straße 1997 mit seiner Frau Christine ab. Er erinnert sich: "Meine Frau saß auf dem Beifahrersitz. Wenn sie aus dem Fenster schaute, war unmittelbar neben dem Auto nichts als Abgrund". Das habe schon für ein mulmiges Gefühl gesorgt.

Zurecht. Schneller als Schritttempo konnte nämlich auf vielen Abschnitten kaum gefahren werden. Und wenn Gegenverkehr kam, musste auf der schmalen Strecke ein Fahrzeug bis zu einer breiteren Stelle zurücksetzen – ein riskantes Manöver, bei dem eine falsche Lenkbewegung buchsäblich tödlich sein konnte.

El camino de la muerte

In der Vergangenheit gingen solche Aktionen längst nicht immer gut. Kreuze, die an tödlich Verunglückte erinnern, pflastern den Wegesrand. Und: "Wenn man runterguckt, muss man leider feststellen, dass da unten eine ganze Reihe von Autobussen, Lkw und Pkw liegen", sagt Gunther.

Die Zahl der Verkehrstoten ging bis vor einigen Jahren jährlich in die Hunderte, weshalb die Strecke den zweifelhaften Ruf genießt, die gefährlichste Straße der Welt zu sein. Die Bolivianer nennen sie "el camino de la muerte" – die "Todesstraße". Mittlerweile ist ein großer Teil der Strecke immerhin asphaltiert, außerdem wurde eine Alternativroute zwischen La Paz und Coroico gebaut.

Otto musste sich dagegen 1997 die 400 Kilometer noch über eine Schotterpiste kämpfen. Letztlich überstand er - inklusive Insassen - das Abenteuer "Todesstraße" jedoch völlig unbeschadet. Dies und noch viel mehr über Bolivien berichtet Gunther Holtdorf im Kapitel "Unterwegs in Salzwüsten und auf Todesstraßen" in Worten, einer umfangreichen Fotostrecke und einem Video.

Das Projekt

Eine Reise wie keine zweite: Gunther Holtdorf hat in 26 Jahren mit einem Geländewagen 215 Länder dieser Welt bereist. Begleitet wurde er 22 Jahre lang von seiner inzwischen verstorbenen Frau Christine. Den Wagen, der sie um die Welt trug, taufte Holtdorf liebevoll "Otto". Gemeinsam bereisten sie alle Kontinente, durchquerten Wüsten und Flüsse, erkundeten Urwälder und Gebirgslandschaften. Zusammen mit dem stern präsentiert Gunther Holtdorf "Ottos Reise" in einem einzigartigen Online-Projekt.


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