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Aschewolke über Europa: Deutsche Flugsicherung gibt vorerst Entwarnung

Aufatmen bei Airlines und Passagieren: Das mögliche Flugverbot für Deutschland ist zunächst vom Tisch. Laut Flugsicherung ist "bis Dienstag mit keinerlei Einschränkungen im Luftverkehr" zu rechnen.

Entgegen erster Befürchtungen wird es wohl vorerst keine neue Sperrung des deutschen Luftraums wegen Vulkanasche aus Island geben. Die Lage habe sich etwas entspannt, teilte die Deutsche Flugsicherung (DFS) am Samstagabend unter Hinweis auf neue Informationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mit. Nach den derzeitigen Wettervorhersagen sei "bis Dienstag mit keinerlei Einschränkungen im Luftverkehr" aufgrund von Aschewolken zu rechnen. Zuvor hätten Wettervorhersagen vermuten lassen, dass Beeinträchtigungen des Flugverkehrs in dieser Zeit möglich seien.

Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" hatte zuvor unter Berufung auf Luftfahrtkreise berichtet, die DFS habe Hinweise des Deutschen Wetterdienstes bestätigt, wonach von Montag an mit einer erhöhten Konzentration von Vulkanasche im deutschen Flugraum zu rechnen sei. Dies könne zu einer Sperrung einiger oder aller deutschen Flughäfen von Montag 20 Uhr an bis zum Mittwoch führen.

Testflug soll Lage klären

Die Deutsche Lufthansa und das Mainzer Max Planck Institut wollen im Laufe des Tages bei einem Testflug die Vulkanasche-Konzentration über Europa messen. Ein speziell ausgerüsteter Airbus A340-600 mit dem Klimaforschungscontainer Caribic an Bord sollte am Morgen vom Frankfurter Flughafen starten und danach mehrere Stunden Messdaten sammeln, teilte die Fluggesellschaft in Frankfurt mit..

Die Flugunternehmen hatten bei der tagelangen Schließung des deutschen Luftraums im April kritisiert, dass das Flugverbot aufgrund von Computersimulationen und nicht auf der Grundlage von Messflügen erlassen worden sei.

Lufthansa setzt neuen Sicherheitspiloten ein

Unterdessen wurde bekannt, dass der Sicherheitspilot der Lufthansa, der die Entscheidung des Unternehmens zu Sichtflügen während des Flugverbots kritisiert hat, künftig nicht mehr in dieser Position arbeiten wird. Man habe sich in "beidseitigem Einvernehmen" darauf verständigt, dass der bisherige Amtsinhaber Jürgen Steinberg diese Funktion ab dem 1. August nicht mehr ausüben werde, sagte Lufthansa-Sprecherin Stefanie Stotz. Steinberg soll aber weiter als Pilot bei dem Unternehmen arbeiten.

Ein Sicherheitspilot bewertet und analysiert sicherheitsrelevante Fragestellungen. In dieser Funktion entschied Steinberg zusammen mit der Lufthansa-Geschäftsleitung und Flottenführung, dass während des tagelangen ersten Flugverbots wegen der Vulkanasche im April kontrollierte Sichtflüge erlaubt waren.

Der "Spiegel" hatte vor einer Woche berichtet, dass Steinberg nach heftiger Kritik von Lufthansa-Piloten seine Entscheidung bedauert habe: "Heute würde meine Empfehlung in der gleichen Situation lauten: Don't do it", zitierte das Magazin ihn aus einem Aushang. Daraufhin hatte die Konzernleitung erklärt, es handele sich um Steinbergs Privatmeinung. Stotz betonte, das Unternehmen stehe weiterhin zu seiner Entscheidung für Sichtflüge.

APN/AFP/DPA / DPA

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