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Ex-Präsident weiterhin im Exil: Malediven: Ausnahmezustand im Urlaubsparadies verhängt

Die Regierung der Malediven hat einen 15 Tage langen Ausnahmezustand über den Inselstaat im Indischen Ozean verhängt. Auch auf Resortinseln kommt es zu Polizeirazzien. Ein Land hat sogar eine Reisewarnung für Reisen auf die Malediven ausgesprochen.

Die aktualisierten Sicherheitshinweise auf der Homepage des Auswärtigen Amtes nennen die Fakten: "Seit Anfang Februar 2018 kommt es in der Hauptstadt Malé zu Demonstrationen mit vereinzelten Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei, Präsident Yameen hat am 5. Februar 2018 den Notstand ausgerufen, der die Bürgerrechte erheblich einschränkt und mit erweiterten Befugnissen für Sicherheitskräfte einhergeht."

Als Grund für die Maßnahme werden wachsende politische Spannungen im Land genannt. Der Ausnahmezustand erlaubt es der Polizei und den Sicherheitskräften, strenger gegen Oppositionelle vorzugehen.

Freilassung von Ex-Präsident Mohamed Nasheed gefordert

Bereits vor wenigen Tagen war es in der Hauptstadt Malé zu Ausschreitungen zwischen Unterstützern der Opposition und der Polizei gekommen. Ursache für die Unruhen im Land war ein Urteil des Obersten Gerichtshofs der Malediven, das die Freilassung und Rehabilitierung mehrerer Oppositionspolitiker, unter anderem von Ex-Präsident Mohamed Nasheed, anordnete.

Doch die Regierung unter Präsident Abdulla Yameen weigerte sich bislang, das Urteil umzusetzen. "Wir haben große Sorgen, dass die Weigerung der Regierung, das Urteil des Obersten Gerichtshofs umzusetzen, die zunehmende Polizeigewalt und die Militarisierung des Landes, zu Unruhen und Gewalt im ganzen Land führen könnten", hieß es in einer Mitteilung der Oppositionskoalition.

Die 37 Unterzeichnenden forderten unter anderem Indien, Sri Lanka, die USA, Großbritannien, die EU und verschiedene internationale Nichtregierungsorganisationen zur Hilfe auf.

Warnungen vor Terroranschlägen

Die Unruhen im Land wirken sich auch auf den Tourismus in dem Urlaubsparadies aus. China hat bereits eine Reisewarnung herausgegeben. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin sei es seit Mitte Januar 2018 es erstmals auch zu Polizei-und Zollrazzien in mehreren Resorts gekommen. Weiter heißt es: "Terroristische Anschläge können auch auf den Malediven nicht ausgeschlossen werden."

Das sind keine guten Nachrichten für Urlauber, die nach Malé fliegen, um sich auf einer der Inseln zu entspannen. "Aufgrund der nicht absehbaren Entwicklung der angespannten politischen Lage wird Reisenden empfohlen, die Medienberichterstattung zu verfolgen, besonders vorsichtig zu sein und von nicht notwendigen Reisen nach Malé derzeit abzusehen", empfiehlt das Auswärtige Amt. "Menschenansammlungen und Demonstrationen sollten gemieden und die Anweisungen der Sicherheitskräfte unbedingt befolgt werden."

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tib mit Agenturen

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