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Reisekolumne: Prügelnde Insel-Hoheiten

Die kenianische Insel Shela wurde mit einem Schlag berühmt: Im Jahre 2000 soll Welfenprinz Ernst August einen deutschen Hotelier geprügelt haben, weil dessen Disko-Bässe die Urlaubsidylle störten. Herrscht jetzt wieder Ruhe im Paradies, während sich die Gerichte erneut mit dem Vorfall beschäftigen müssen?

Von Roland Brockmann

Mohameds Palast ist eine Baumhütte. Hier thront Mohamed Shee Athman, 38, in seiner Hängematte mit Blick auf die Uferpromenade von Lamu Town, während unten am Kai sein Boot im Mondschein dümpelt.

Mit der Dhau "Lela" segelte der Kapitän schon bis nach Somalia, nachts nach den Sternen navigierend. Noch nie sei er gekentert. Einst gewann er sogar das Dhau-Rennen, bei dem die Besten jedes Neujahr um 500 US-Dollar Preisgeld segeln. Mohamed Shee Athman ist eine Art König der Kapitäne auf der arabisch angehauchten Insel. Arm aber glücklich. Strom gibt es in seinem Baumhaus nicht, nur ein batteriebetriebenes Kofferradio, das allerdings nur auf Mittelwelle empfängt.

Und so erfährt Mohamed Shee Athman auch nicht, dass tausende Kilometer entfernt, vorm Landgericht Hannover, gerade ein Streit in die nächste Runde geht, der einst auf Mohameds kleinen Archipel seinen Anfang nahm: An einem Abend vor acht Jahren prügelten sich zwei Männer am Strand von Shela - "da, wo die reichen Ausländer wohnen", wie der Dhau-Kapitän erzählt.

Selbst dabei gewesen ist er nicht, aber der Kampf der Männer aus Deutschland sei damals das Inselthema gewesen. Kein Wunder, denn einer der beiden war eine echte Hoheit: Prinz August von Hannover, Urenkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. - bekanntermaßen nicht nur blaublütig sondern auch heißblütig, wenn es um die Verletzung seiner Privatsphäre geht. Am 24. November 2004 war er vom Landgericht Hildesheim auf Grund des Strandvorfalls wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden. Seitdem ist der Welfenprinz vorbestraft, und die Insel im Indischen Ozean auch unter Deutschen bekannt.

Um sich von seinem Makel zu befreien, legte der Welfenprinz Berufung ein und verklagte auch seinen eigenen Ex-Anwalt zunächst auf 250.000 Euro Schmerzensgeld, weil der für ihn ein falsches Geständnis abgelegt haben soll. Inzwischen hat Ernst Agust seine Forderung auf einen "symbolischen" Betrag von 5000 Euro reduziert. Das Landgericht Hannover wird eine Entscheidung am 27. Oktober verkünden.

Wo die Königliche Hoheit zuschlug

Am abgeschiedenen Strand von Shela hatte er sich mit seiner Gemahlin Caroline stets gänzlich ungestört gefühlt. Die kenianische Insel, zwei Grad unterhalb des Äquators, ist vom Massentourismus noch unentdeckt. Den Tageslablauf bestimmt der Ruf des Muezzin, die Frauen tragen islamische Bui-Bui-Umhänge und Alkohol wird nur in einer einzigen Bar ausgeschenkt. Statt Autos besorgen Esel den Lastenverkehr. Ein Ort der Ruhe also, bis plötzlich ein anderer Deutscher gegenüber von Shela, auf dem 800 Meter entfernten Manda Island, einen Nachtklub eröffnete. Disko-König Josef Brunnlehner schickte aus seinem "Beach Club" bunte Laserstrahlen in den Himmel, und der Wind trug das Dröhnen der Lautsprecher bis rüber nach Shela. Zu Ende schienen die stillen Tage auf Lamu. Stattdessen hob ein Disput an um Dezibelwerte und den eigentlichen Wert des Unesco-Weltkulturerbes Lamu.

Er endete vorerst in dem handfesten Strandstreit. Die Attacke selbst bestreitet der Prinz gar nicht, wohl aber den Einsatz des Schlagrings. Angeblich hat er Brunnlehner nur zwei Ohrfeigen verpasst: "One for the music, one for the light."

"Brunnlehners Disko war allen auf der Insel stets ein Dorn im Auge", erklärt Mohamed Shee Athman, als wir am nächsten Tag auf seiner Dhau zwischen Manda Island und Shela durchsegeln. Der Beach Club ist längst geschlossen. Rechts liegt still die Villa des Prinzen, der mit seiner Aktion unter den Insulanern zum Lokalhelden aufstieg - die einsame Insel aber auch erst richtig bekannt machte.

Yogazentrum im alten Stadtpalast

Wo früher nur ein paar Backpacker durch die engen Gassen liefen, herrscht inzwischen ein wahrer Immobilienboom. Rund ein Viertel der prächtigen, aber restaurationsbedürftigen Stadtpaläste sind bereits in ausländischer Hand, weil den Einheimischen das Geld für die Renovierung fehlt. Stattdessen richten sich Prominente wie die Familie Peugeot auf dem einstigen Herrschersitz des Sultans von Oman Zweitdomizile ein und drängen immer mehr Luxusindividualisten in den nur 15.000 Einwohner zählenden Ort Lamu Town. In einem 300 Jahre alten früheren Hof einer Suaheli-Prinzessin hat gar ein Yogazentrum eröffnet. Statt Diskobässen mischt sich so nur ein sanftes "om mani padme hum" der Meditierenden unter das "Allahu akbar" der Muezzine.

"Die Fremden renovieren unsere Häuser besser, als wir das selbst könnten", glaubt Mohamed Shee Athman. Lamu war in seiner jahrhundertealten Tradition stets eine Mischkultur. Die Dhaus brachten von ihren Reisen nach Arabien, China oder Indien neben Seide und Porzellan stets auch fremde Einflüsse auf die Insel. "Warum sollte das heute schlecht sein?" fragt der Dhau-Kapitän, der sich selbst als Rastafari versteht.

Als er abends wieder in seinem Baumhaus hockt, dreht er erstmal sein Kofferradio auf. Gut nur, das die Reggae-Rhythmen nicht rüber bis zur Villa des Welfenprinzen dröhnen.

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(