Rockefeller Center Diese Aussicht rockt


Ab 1. November ist New York um eine Attraktion reicher. Nach über zwanzig Jahren öffnet die Aussichtsplattform des Rockefeller Center wieder. stern.de hat das "Top Of The Rock" vorab besucht.
Von Jens Maier

20 Jahre lang lag die Aussichtsplattform des Rockefeller Center im Dornröschenschlaf. 1986 fuhren die letzten offiziellen Besucher die 70 Stockwerke hinauf um den Blick über den Central Park und auf das Empire State Building zu genießen. Ab 1. November bekommen New York-Besucher die einzigartige Aussicht über den Hudson zurück. Dann öffnet mit dem "Top Of The Rock" die neu gestaltete Aussichtsplattform auf dem Rockefeller Center wieder.Auf mehr als 16.700 Quadratmetern und drei Etagen können die Besucher in rund 260 Metern Höhe den Blick auf Manhattan und die umliegenden Stadtteile genießen. Die Lage des Gebäudes im Herzen von New York macht die ungehinderte Sicht auf viele Sehenswürdigkeiten einzigartig: das Chrysler Building, den nahe gelegenen Central Park, das Empire State Building sowie den East- und Hudson River. Bei gutem Wetter reicht die Sicht über 130 Kilometer weit.

Ungehinderte Sicht

Obwohl das "Rock", wie es die New Yorker liebevoll nennen, nie das höchste Gebäude New Yorks war, bietet es damals wie heute eine der besten Aussichten auf die Stadt. Um mit dem Empire State Building, das bei Touristen beliebteste Gebäude, mithalten zu können, haben sich die Initiatoren viel Mühe gegeben. Am meisten beeindruckt die Sicht vom obersten Observationsdeck. Kein Zaun und keine Mauer behindern den Blick über New York, der 360 Grad Panorama-Blick ist einzigartig. Möglich macht dies die Konstruktion des Bauwerks. Die Form gleicht dem Deck eines Kreuzfahrtschiffes. Der 70. Stock ist wesentlich schmaler als der Rest des Gebäudes und wie ein Penthouse aufgesetzt. Auch ohne Zaun kann somit die Sicherheit der Besucher gewährleistet werden. Ein Stockwerk tiefer sorgen hohe Glaswände für Sicherheit. Anders als bei den meisten anderen Aussichtsplattformen wird dadurch ein freier Blick ohne Zaun und Gitter gewährt. Damit auch Foto-Jäger auf ihre Kosten kommen, haben die Konstrukteure die Glaswand alle zwei Meter für ungefähr 15 Zentimeter durchgängig unterbrochen. Somit passt jede Kameralinse dazwischen.

Beliebtestes Motiv dürfte neben dem Central-Park der größte Konkurrent des Rockefeller-Center sein - das Empire State Building. Seitdem das World Trade Center nicht mehr existiert, fehlt in New York eine Aussichtsplattform, von der aus man das jetzt höchste Gebäude New Yorks ungehindert sehen und fotografieren kann. Vom "Top Of The Rock" kann man - und das nur wenige hundert Meter vom Empire State Building entfernt.Das so genannte "Observation Deck" des Rockefeller Center wurde ursprünglich entworfen,um den Eindruck des Oberdecks eines riesigen Linienschiffes der 30er Jahre zu erwecken.Damals war die 70. Etage eingerichtet mit Deckstühlen, Schwanenhälsen und großenVentilatoren, die aussahen wie die Modelle, die sich auf Schiffen befinden. Die Restauration im 21. Jahrhundertbezieht nun original Kalkstein und Aluminiumreliefs mit französischen Lilienmustern mit ein sowieandere Kunst- und Architekturelemente.

Mutprobe vor dem Aufstieg

Um nach oben zu gelangen, müssen alle Besucher eine Mutprobe über sich ergehen lassen. Wer zum Aufzug gelangen will, balanciert über einen schmalen Stahlträger, an dem es links und rechts steil in die Tiefe geht. Unten bewegen sich Arbeiter wie selbstverständlich am Rande des Abgrundes. Was gefährlich klingt, ist in Wahrheit eine nahezu perfekte Illusion. Neben dem Stahlträger befindet sich eine Glasscheibe, darunter eine Projektion, die den Anschein erweckt, man würde tatsächlich am Rande des Abgrundes balancieren.Wer die Mutprobe überstanden hat, fährt dann in den Sky Shuttle Aufzügen, grellbeleuchtete Fahrstuhl-Schächten, die wie eine Zeitmaschine wirken, nach oben. Dank dem durchsichtigen Glasdach können die Insassen ihre eigene rapide Beschleunigung durch den Schacht in Richtung Dach und Licht beobachten.Ferner benutzen vier Videoprojektoren das Glasdach des Aufzugs als Projektionsfläche undpräsentieren schnelle Sequenzen mit Bildern vom Rockefeller Center aus den 30er Jahren bisheute. Saphirblaue Lichter blitzen innerhalb des Schachts als Symbol für den Abschluss einesJahrzehnts, sobald der Aufzug alle vier Etagen bestimmte Schlüsselstellen passiert.Eine Woche vor der Eröffnung durfte sich auf einer VIP-Party die Prominenz New Yorks vom einzigartigen Blick überzeugen. Im "Weather Room", einem dreistöckigen Raum auf der 67. Etage, wurde ausgiebig gefeiert. Bei Champagner und Häppchen, hoch über den Gehsteigen New Yorks, zelebrierten die Gäste das "Top Of The Rock" und Manhattan. Trotz strömendem Regen waren sich alle einig: "That's a great view."


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