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Planespotter-Strand auf Sint Maarten: Nervenkitzel in der Einflugschneise: Akrobaten befummeln Jets

Mit ihren Zehenspitzen scheint sie fast das Fahrwerk eines landenden Flugzeugs zu berühren: Zwei Zirkusartisten haben am Flughafen der Karibikinsel Sint Maarten eine riskante Aktion gewagt - alles nur für ein Instagramfoto?

Der Strand Maho Beach auf der niederländischen Karibikinsel Sint Maarten ist weltberühmt. Weniger für seine Ruhe und den weißen Sand, sondern wegen seiner  Lage am Anfang der Piste des Princess Juliana International Airport.

Der Aufsetzpunkt für die einschwebenden Flugzeuge auf der Landebahn 10 ist nur wenige Meter vom Beach entfernt. Dicht über die Köpfe der Schaulustigen setzen die Maschinen zur Landung an. Nur ein Zaun trennt die Neugierigen vom Rollfeld.

Maho Beach: Paradies der Planespotter

Zu Recht gilt dieser Flughafen als ein Mekka der Planespotter, die mit Kameras bewaffnet Fotos von den Maschinen und Menschen am Strand mit seinem türkisfarbigen Meer im Hintergrund aufnehmen.

Kürzlich hat ein ukrainisches Pärchen, die sonst im Zirkus ihre Auftritte haben, diesen Strandabschnitt als spektakuläre Kulisse für einen akrobatischen Akt entdeckt: Yuliia Nos und Oleg Kolisnichenko posen nicht wie andere Paare für ein Selfie mit einem Flugzeug, das wie ein bedrohlicher Schatten über sie hinwegfliegt. 

Die beiden Akrobaten wollen mehr, nämlich hoch hinaus. Deshalb haben die beiden Kiewer ein außergewöhnliches Manöver gewagt: Yuliia macht einen einarmigen Handstand auf dem Kopf von Oleg, während über ihnen ein Flugzeug mit ausgefahrenem Fahrwerk zur Landung ansetzt.

Riskantes Spiel für ein Foto

Auf seinem Instagram-Account hat Oleg die Fotoserie, die bei dem Extrem-Posing entstanden ist, hochgeladen. Doch in dem sozialen Bilder-Netzwerk haben die Motive ein geteiltes Echo hervorgerufen. Neben Bewunderern für ihre Zirkusnummer, die statt in der Manege unter freiem Himmel stattfand, gibt es auch kritische Stimmen: "Wenn das Flugzeug ihren Fuß trifft, wird sie nie wieder laufen können", schreibt User "tijltjeeuh", "was für eine dumme Aktion". Doch Oleg winkt ab und antwortet, dass zum Zeitpunkt der Aufnahme genügend Abstand zwischen ihr und den Rädern bestand.

Und "Skunkworkspotter" beschwert sich, dass solche Verrücktheiten der Grund sind, "warum wir keine schönen Orte mehr zum Spotten haben. Die Leute wissen nicht, wie man mit der Freiheit umgeht und fangen an, Dummheiten zu machen."

Wie lebensgefährlich die Situation am Maho Beach werden kann, zeigt die Tatsache, dass vor genau einem Jahr ein 57-Jähriger tödlich verletzt wurde: Der Triebwerksschwall einer startenden Boeing 737-800 hatten den Mann zu Boden geworfen, der mit seinem Kopf gegen einen Betonblock geschleudert wurde und später im Krankenhaus seinen Verletzungen erlag.

Nicht umsonst warnt ein Schild vor Betreten des Strandes bei Flugverkehr: "Startende und landende Flugzeuge können zu schweren Verletzungen bis hin zum Tode führen."

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tib

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