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Reisetipps USA Teil 2: Eintritt nur mit Fingerabdruck

Werde ich bei der Einreise fotografiert? Wann muss ich ein Trinkgeld geben? stern.de gibt wichtige Tipps für einen Aufenthalt in den Vereinigten Staaten.

Jugendgruppe von der Freiheitsstatue

Allein die Stadt New York verzeichnete im Jahre 2017 allein 61,8 Millionen internationale Besucher 

Das Einreiseritual in die Staaten gleicht einer Geduldsprobe: Nach dem stundenlangen Transatlantikflug muss man sich in die Schlange vor dem Immigration-Schalter einreihen. Einzeln bzw. als Paar oder Familie tritt man vor den Einwanderungsbeamten, der jeden Reisenden fotografiert und von beiden Händen alle zehn Fingerabdrücke digital eingescannt. Danach geht es zum Gepäckband.

Auch wenn man anschließend auf einen inneramerikanischen Flug umsteigt, greift man zu den Koffern, passiert den Zoll und händigt den Mitarbeitern die im Flugzeug ausgefüllte Zollerklärung aus. Oft schnüffeln Spürhunde am Gepäck, denn die Einfuhr von Lebensmitteln wie Gemüse und Wurst ist strengstens untersagt. Die TSA weist auch darauf hin, dass aufgegebene Gepäck nicht abzuschließen, um manuelle Nachkontrollen zu ermöglichen. Wer gleich weiterfliegt, legt seine Koffer gleich danach auf ein spezielles Gepäckband und muss nicht erneuet einchecken.

Kreditkarte, Cash und Reiseschecks

Im Land des US-Dollars erleichtert eine Kreditkarte das Reisen. Der Einsatz des Plastikgeldes ist auch für kleine Beträge viel weiter verbreitet als bei uns. Bargeld tauscht man am besten schon vor Reiseantritt bei der heimischen Bank. Wer größere Summen bei sich führt, sollte einen Teil seiner Reisekasse in Travellerchecks, die in US-Dollar ausgestellt sind, bei sich haben. Denn Geldautomaten (Automatic Teller Machine - ATM) mit dem Maestro- oder Cirrus-Zeichen geben nur Bargeld mit alten EC-Karten und Pin-Code aus. Mit den neuen Girokarten und V-Pay-Symbol statt des Maestro-Logos ist ein Geldabheben aufgrund der neuen Chiptechnik nicht mehr möglich. Manche heimische Bank bietet Kreditkarten mit günstigen Konditionen für das Geldabhaben im Ausland an, ebenso bewährt hat sich die Sparcard, die Guthabenkarte der Postbank.

Reiseversicherung unverzichtbar

Plötzliche Zahnschmerzen können einen überall erwischen. In den USA wird eine Behandlung besonders teuer. "Cash or credit card?" heißt es zuerst in der Notaufnahme eines Krankenhauses für Touristen: Ohne Vorauszahlung erfolgt keine Behandlung. Wer schon einmal in den Staaten einen ungeplanten Klinikaufenthalt einlegen musste, konnte erfahren, welche Summen in wenigen Tagen zusammenkommen.

Da die deutsche Krankenversicherung Reisen in die USA nicht abdeckt, sollte unbedingt eine Reisekrankenversicherung vor Reiseantritt abgeschlossen werden. Diese kostet für ein ganzes Jahr zwischen 15 und 25 Euro und schließt eine Erstattung der Auslagen für Arztkosten, Medikamente, Operationen und einen Rücktransport mit ein.

Endloser Aufschlag von Steuern

Bei Preisen im Supermarkt oder auf der Speisekarte im Restaurant handelt es sich nie um Endpreise. Aufgeschlagen werden an der Kasse und auf der Rechnung ausgewiesen noch Mehrwertsteuer, lokale Steuern und bei Übernachtungen auch eine Bettensteuer - schließlich soll der US-Bürger sehen, was der Staat kassiert. Das kann von Bundesstaat zu Bundesstaat variieren. In der Praxis bedeutet das für den Reisenden, dass sich zum Beispiel sein Hotelzimmer in New York von 249 US-Dollar um über 40 US-Dollar erhöht - um 8,875 Prozent Sales Tax, 5,875 Prozent City Tax, 2 US-Dollar Occupancy Tax und 1,50 US-Dollar Javits Center Tax. Bei letzter Steuer handelt es sich um einen Obolus für das Kongresszentrum New Yorks.

Im Land der Trinkgelder

Bei einem Hotelaufenthalt nicht zu vergessen ist das Trinkgeld für das Zimmermädchen, was Gäste aus Deutschland gerne einsparen. Mit einem Umschlag auf dem Nachttisch und dem Satz "It is my pleasure to service your room" bittet das Housekeeping um einige Dollarscheine. Denn die Mitarbeiter im Hotel- und Restaurantgewerbe leben nicht vom Mindestlohn, sondern von den Trinkgeldern. Bei Zimmermädchen gelten drei Dollar pro Tag als Richtwert, in Restaurants 15 bis 20 Prozent Aufschlag vom Nettorechnungspreis. Die Summe hinterlässt man beim Gehen auf dem Tisch. Sollte auf der Rechnung bereits "Service Carge" oder "Gratuity" aufgeschlagen sein, entfällt das Trinkgeldritual. Ansonsten: Bitte nicht knausern.

Freimenge bei der Rückreise beachten

Am Ende noch ein Tipp für die Rückreise: Der amerikanischen Zollbehörde ist es egal, wie viele Waren sie ausführen. Nicht aber dem deutschen Zoll. Bei der Einfuhr ist das Limit für Flug- und Schiffsreisende auf 430 Euro beschränkt, was zurzeit 500 US-Dollar (Stand: Oktober 2018)entspricht. Befreit von der Zollgebühr sind jedoch nur die Gegenstände, die für den persönlichen Gebrauch oder als Geschenk gedacht sind.

Ein in den USA erwobenes iPad in der Standardversion ist kein Problem, nicht aber ein teures Modell mit größerem Speicher. Was leider nicht geht: Zwei Reisende dürfen ihre Freimengen nicht addieren, also ein Elektronikgerät im Wert von 860 Euro zollfrei einführen. Für Waren im Wert bis zu 700 Euro wird eine pauschale Gebühr in Höhe von 17,5 Prozent erhoben, darüber werden Zoll und Einfuhrumsatzsteuer fällig.

Lesen Sie auch Teil 1 der Reisetipps USA: "Kein Abflug bei falscher Nummer" .

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.