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Follow Me: Flüge von 10.000 Passagieren betroffen - Swiss checkt an 29 Jets des Airbus A220 die Triebwerke

Nach drei Zwischenfällen mit den Turbinen in nur drei Monaten, bei denen Airbus A220-Jets außerplanmäßig landen mussten, lässt die Swiss alle betroffenen 29 Maschinen überprüfen. 100 Flüge fallen aus. Auch weitere Airlines sind betroffen.

Airbus A220 der Swiss

Alle 29 Kurzstreckenjets der Swiss vom Typ Airbus A220, vormals Bombardier C-Series genannt, müssen zur Triebwerksüberprüfung in die Wartung. 

"Die aktuelle technische Überprüfung mehrerer Flugzeuge führt zu einer spürbaren Einschränkung unseres Flugbetriebs, da zahlreiche Flüge annulliert werden müssen", lautet die Nachricht der Fluggesellschaft an ihre Kunden. Am Mittwoch und Donnerstag muss Swiss International Air Lines ungefähr 100 Flüge streichen, weil alle Jets eines bestimmten Typs einem Triebwerkscheck unterworfen werden. Betroffen sind die Reisen von 10.000 Passagieren, die auf andere Swiss-Flüge und die von Partner-Fluggesellschaften umgebucht werden.

Am Dienstag war bei dem Flug LX539 auf dem Weg von London-Heathrow nach Genf an einem zweistrahligen Jet vom Typ Airbus A220 eine Fehlfunktion aufgetreten, der die Cockpit-Crew veranlasste, das defekte Triebwerk abzuschalten und den Reiseflug in die Schweiz abzubrechen Außerplanmäßig landete die Maschine sicher auf dem Flughafen Charles de Gaulle in Paris, wie der "Aviation Herald" berichtet.

Ein Jet mit zwei Namen

Vor Kurzem hatte Airbus die Vermarktung des Flugzeuges, das ursprünglich von Bombardier in Montreal entwickelt wurde, übernommen. Im vergangenen Jahr kam es nach der Übernahme durch die Europäer auch zur Umbenennung des als C-Series entwickelten Jets: Aus der CS100 wurde der Airbus A220; die um 3,70 Meter längere CS300 wird jetzt als Airbus A220-300 vermarktet. Allerdings hat die Swiss ihre Maschine offiziell noch nicht umbenannt.

Auf dem Prüfstand: die Triebwerke des Herstellers Pratt & Whitney vom PW1524G am Airbus A220 der Swiss.

Auf dem Prüfstand: die Triebwerke des Herstellers Pratt & Whitney vom PW1524G am Airbus A220 der Swiss.

Bereits am 25. Juli und am 16. September gab es an Flugzeugen desselben Typs Probleme mit den Triebwerken, die zu einem vorzeitigen Abbruch der Flüge führte. Nach dem dritten Vorfall in nur drei Tagen hatte Swiss am Dienstagabend die Reißleine gezogen und ein komplettes Grounding verordnet: Alle 29 Maschinen vom Typ Airbus A220 müssen zur Überprüfung am Boden bleiben.

"Swiss nimmt diese Vorfälle sehr ernst und steht weiterhin im engen Austausch mit den zuständigen Behörden, Airbus Canada und dem Triebwerkhersteller", sagte so ein Pressesprecher der Fluggesellschaft.Bei dem in Kanada entwickelten und produzierten Flugzeug handelt es sich um eine komplett neu entwickelte Kurz- und Mittelstreckenmaschine für 125 bis 145 Passagiere. Als erste Fluggesellschaft weltweit übernahm die Swiss im Sommer 2016 das erste Exemplar.

Mit der Bombardier C-Series von Swiss über den Alpen

Airbus A220: Beliebt bei Passagieren

Der moderne Jet kommt bei der Swiss auf Europa-Strecken zum Einsatz, wo sich der Einsatz größerer Airbusse der A320-Familie  nicht rentiert. Im Vergleich zu anderen Flugzeugen verbraucht das Flugzeug weniger Kerosin, produziert weniger Schadstoffe und Lärm. Bei den Passagieren ist der A220 wegen der großzügig dimensionierten Kabine, den größeren Fenstern und der Bestuhlung beliebt: Links vom Gang gibt es nur eine Zweier-Sitzreihe, rechts vom Gang sind es drei Sitzplätze.

Auch aufgrund von Triebwerks-Vorfällen bei den Bombardier-Jets, die bei Delta Air Lines und Korean Air im Einsatz sind, hat die US-Luftfahrtbehörde FAA eine Lufttüchtigkeitsanweisung herausgegeben und die Inspektionsregeln verschärft. Während des Fluges kam es zu einem "uncontained engine failure" – Triebwerksteile hatten sich gelöst. Die französische Untersuchungsbehörde BEA lässt wegen des Swiss-Zwischenfalls am 25. Juli deshalb von Freiwilligen ein unbewohntes Waldgebiet bei Paris absuchen, um abgesprengte Triebwerksteile zu finden.

Triebwerksprobleme: Lufthansa-Tochter Swiss lässt Airbus A220 am Boden

Swiss hatte bereits bei Pratt & Whitney, dem Hersteller der Triebwerke, ein Modifikationsprogramm durchführen lassen. Jetzt sind vorsichtshalber alle Jets erneut im Check. Die bisherigen Überprüfungen hätten gezeigt, dass die Triebwerke in einwandfreiem Zustand sind. Die ersten zwölf Jets seien inzwischen wieder startbereit, teilte die Swiss mit. "Wir gehen davon aus, dass der Flugbetrieb ab Donnerstag wieder weitgehend regulär durchgeführt werden kann."

Quellenhttp://avherald.com und https://twitter.com/FlySWISS

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