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Arbeitskampf der Lufthansa-Flugbegleiter Trotz Streik ans Ziel kommen


Schwarzer Freitag für die Lufthansa: Wegen des bundesweiten Flugbegleiterstreiks hat die Lufthansa 1200 Flüge gestrichen. Doch es gibt Alternativen - ein Wegweiser für Reisende.
Von Till Bartels

Der flächendeckende Streik der Lufthansa-Flugbegleiter trifft nach Angaben des Unternehmens mehr als 100.000 Passagiere. Die Unabhängige Flugbegleiterorganisation (Ufo) hat am Freitag zu einem ganztägigen Streik bis Mitternacht aufgerufen.

Es ist der dritte Streiktag - zuvor waren die Flugbegleiter in Frankfurt, München und Berlin jeweils für mehrere Stunden in den Ausstand getreten, Zehntausende Fluggäste waren an den Airports gestrandet, Hunderte von ihnen mussten auf Feldbetten übernachten.

Wo erfahre ich, ob mein Flug ausfällt?

Die Website der Lufthansa informiert über die aktuelle Flugsituation zum Streik und unter der Rubrik Ankunft & Abflug, welche Flüge gestrichen werden.

Der aktuelle Flugstatus oder Infos über eine Umbuchung kommen auch per SMS direkt aufs Handy, wenn man die eigene Handynummer bei der Buchung angeben hat. Eine Registrierung für diesen Service ist auch über das Miles&More-Konto möglich.

Auch informiert Lufthansa über die aktuelle Lage über Twitter und Facebook.

Welche Flüge finden statt?

Nicht bestreikt werden die von den Lufthansa-Tochterfirmen Eurowings, Cityline, Germanwings, Swiss und Austrian Airlines durchgeführten Flüge. Im persönlichen Reiseplan werden sind diese zum Beispiel mit dem Hinweis "operated by Lufthansa City Line" ausgewiesen.

Kann ich meinen Flug kostenlos stornieren oder umbuchen?

Ja, Passagiere, deren Flüge gestrichen wurden, dürfen kostenfrei stornieren oder aus Kulanzgründen ihr Ticket, das vor oder am 4. September 2012 mit Abflug vor Samstag (8. September 2012, 23:59 Uhr) ausgestellt wurde, einmalig kostenfrei auf einen Alternativflug von Lufthansa, Austrian Airllines, Brussels Airlines, Germanwings oder Swisss umbuchen. Das neue Reisedatum muss vor dem 30. November 2012 liegen und Start- und Zielpunkt der Reise dürfen nicht verändert werden.

Welche weiteren Alternativen gibt es?

Wer Freitag garantiert abheben will, kauft sich auf eigene Faust ein Ticket bei der Konkurrenz. Vom Streik dürfte Air Berlin profitieren. Die zweitgrößte deutsche Fluglinie hat angekündigt, für Freitag auf zwölf innerdeutschen Flügen größere Maschinen einsetzen, sagte eine Sprecherin.

Die Deutsche Bahn stellt sich auf mehrere tausend zusätzliche Fahrgäste ein. Das Unternehmen will "alle zur Verfügung stehenden Züge bereitstellen". Vor allem auf den Strecken Frankfurt-München, Frankfurt-Berlin und München-Stuttgart rechnet die Bahn mit großem Andrang.

Kann ich mit einem Flugticket auf die Bahn umsteigen?

Flugtickets für innerdeutsche Strecken können für Fahrten mit der Bahn nicht automatisch genutzt werden, aber Passagiere können ihr elektronisches Ticket für die eingetragene Strecke online, am Check-in-Automaten oder Lufthansa-Schalter in einen Reisegutschein für die Deutsche Bahn umwandeln lassen.

Die ausgegebenen Gutscheine berechtigen Fluggäste bei innerdeutschen Verbindungen zum direkten Einstieg in den Zug. Abweichend hiervon müssen diese bei internationalen Verbindungen vor Fahrtantritt in einem DB Reisezentrum gegen eine Fahrkarte eingetauscht werden.

Wie komme ich an einen Leihwagen?

Für Urlauber, die nach Mallorca wollen, ist ein Mietwagen keine Alternative. Aber Geschäftsreisende, die innerdeutsch fliegen, können auf einen Leihwagen kurzfristig umsteigen, indem sie auf der Homepage der Autovermieter wie Avis, Europcar, Hertz und Sixt ein Fahrzeug reservieren. Die Kosten dafür trägt jeder selbst. Der Autovermieter Sixt bereitet sich wegen des Streiks am Freitag auf einen Ansturm vor. "Wir halten uns bereit und stellen uns auf eine erhöhte Nachfrage ein", sagte ein Sprecher des Unternehmens.

Sind Linienbusse einer Alternative?

Wesentlich kostengünstiger, aber deutlich langsamer kann man auch mit dem Bus ans Ziel kommen. Die Busse von Deutschen Touring und Eurolines fahren mehrmals täglich zu festen Zeiten zwischen größeren Städten innerhalb Deutschlands und in die Nachbarländer. Die Tickets müssen vor Fahrtantritt gebucht werden.

Ist mit weiteren Streiks zu rechnen?

Die Flugbegleitergwerkschaft Ufo plant nach dem Streik am Freitag zunächst keine weiteren Arbeitsniederlegungen. "Es sind jetzt keine weiteren Streiks aktuell geplant", sagte Ufo-Chef Nicoley Baublies am Freitag in Frankfurt. "In den nächsten zwei Tagen kommt es auf Gespräche an." Ein Ufo-Sprecher sagte, man wolle der Lufthansa nun eine "Denkpause" geben. Es habe "erste zarte" Kontakte gegeben. Der Streik am Freitag werde aber "durchgezogen".

mit Agenturen

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