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Das Pitotrohr-Prinzip: So funktionieren die Tempomesser

Der Ausfall der Geschwindigkeitsmesser soll nicht der alleinige Grund für den Absturz von AF 447 gewesen sein. Allerdings haben Defekte an den Sonden bereits zu Katastrophen geführt. Einige Fluggesellschaften tauschten ihre Sonden jetzt aus. stern.de erklärt, wie die lebensnotwendigen Geräte funktionieren.

Sollte sich herausstellen, dass der Geschwindigkeitsmesser für den Absturz von AF 447 mitverantwortlich ist, wäre es nicht die erste Flugzeugkatastrophe, die die kleinen Sonden auslösten. Der bekannteste Fall ist der Absturz einer Maschine der Birgenair in der Karibik. Am 6. Februar 1996 geriet die Boeing 757 kurz nach dem Start in Puerto Plata, Dominikanischen Republik, in eine extreme Fluglage, bei der der Auftrieb abriss und die Maschine ins Meer stürzte. 189 Menschen, darunter viele deutsche Urlauber, starben. Ursache war eine Insekt, das vor dem Start in ein Pitot-Rohr geriet und es verstopfte.

Wenige Monate später stürzte eine Maschine der Aeroperu, ebenfalls eine Boeing 757, eine halbe Stunde nach dem Start in Lima in den Pazifik, nachdem es zu unlogischen Anzeigen des Pitotsystems gekommen war. Alle 70 Insassen starben. Wartungstechniker hatte übersehen, Klebefolie von den Messgeräten zu entfernen.

Vereiste Pitot-Rohre können zum Absturz führen

Ein funktionierendes Pitot-System ist für die Sicherheit an Bord lebensnotwendig. Jeder Düsenjet wird heutzutage von Computern kontrolliert, die auf zuverlässige Daten, wie die Fluggeschwindigkeit, angewiesen sind. Verschmutzte, defekte oder vereiste Pitot-Rohre können ein Flugzeug daher zum Absturz bringen.

Nach Einschätzung der Europäischen Flugsicherheitsbehörde EASA ist der Ausfall der Geschwindigkeitsmesser im Unglücks-Airbus nicht allein für den Absturz der Air-France-Maschine verantwortlich. Trotzdem gab die Behörde eine Sicherheitsinformation für alle Betreiber von Langstreckenflugzeugen heraus. Air France erklärte, ihr bereits länger laufendes Programm zum Austausch der Geschwindigkeitsmesser sei nach dem Absturz am Pfingstmontag beschleunigt worden. Allerdings dementierte das Unternehmen Gewerkschaftsangaben, nach denen Piloten künftig nur noch dann starten dürfen, wenn die Maschine mit mindestens zwei modernen Sonden zur Tempomessung ausgerüstet ist.

In einer Erklärung wies die EASA die Piloten von Langstreckenflugzeugen darauf hin, dass auch bei einem Ausfall der Geschwindigkeitsmessung die Maschinen sicher geflogen werden können. Die entsprechenden Betriebsvorschriften müssten allerdings eingehalten werden. Die EASA arbeite zudem an einer möglichen Empfehlung für den Austausch der Geschwindigkeitsmesser der Airbus- Langstreckenjets.

Erfindung eines Franzosen

Damit der Pilot weiß, wie schnell sich sein Flugzeug durch die Luft bewegt, bedient er sich des Staudruckprinzips, auch Pitot-System genannt. Benannt wurde das System nach dem französischen Wasserbauingenieur Henry Pitot. Vor 250 Jahren entwickelte er ein Gerät zur Messung von Fließgeschwindigkeiten von Flüssen. Dieses Prinzip wird auf Luftströmung übertragen.

Die Pitot-Rohre sind vorn am Flugzeug angebracht, wo die anströmende Luft noch möglichst ungestört auf den Rumpf trifft. Im Innern der Röhre befindet sich ein Messgerät, das den Druck der auftreffenden Luft misst. Je schneller sich das Flugzeug vorwärts bewegt, desto mehr steigt dieser Staudruck innerhalb des Röhrchens an und lässt das Geschwindigkeitsinstrument entsprechend ausschlagen. Zusätzlich registrieren diese Röhrchen, ob die Nase des Flugzeugs nach oben oder unten weist. Damit bei einem Ausfall im Cockpit nicht die Anzeigen auf Null zurückgehen, sind die Pitot-Systeme mehrfach ausgelegt.

Sonden an anderen Maschinen ausgetauscht

Wie bei vielen anderen Komponenten eines Flugzeugs, so gibt es auch beim Pitot-System unterschiedliche Anbieter. Die Fluggesellschaften entscheiden, welche Sonden sie angebaut haben möchten. Bei der abgestürzten Air-France-Maschine waren Sonden der Firma Thales aus der Baureihe AA angebracht. Alle Pitot-Systeme für den Airbus A320, die vom Hersteller Thales Aviation gefertigt wurden, wurden 2003 ausgetauscht, weil es bei mehreren Flügen zu Abweichungen bei den Geschwindigkeitsanzeigen kam.

Die Pitot-Sonden des abgestürzten Airbus hatten vor dem Unglück widersprüchliche Messdaten geliefert. In den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten wurden immer wieder Fälle gemeldet, in denen die Sonden für mehrere Minuten vereisten und falsche Daten lieferten. Der französische Hersteller Thales hatte vor einigen Jahren die Drainage der Pitot-Rohre verbessert, in die bei Starts leicht Wasser eindringen kann. Im März 2006 hatte Airbus in einem Servicehinweis den Fluggesellschaften geraten, bei Mittelstreckenflugzeugen - den A320-Maschinen - die verbesserte Version einzusetzen. Später wurde vermutet, die bessere Drainage verringere auch das Vereisungsrisiko in sehr großen Höhen. In einem weiteren Sicherheitshinweis hatte Airbus daher im September 2007 empfohlen, auch Maschinen vom Typ A330 und A340 mit Thales-Sonden der verbesserten Version auszustatten.

Lufthansa und Air Berlin, zu deren Flotte mehrere Exemplare der A330 gehören, hatten keine Aufforderung zum Tausch der Geschwindigkeitsmessegeräte erhalten. Denn die beiden deutschen Fluggesellschaften verwenden kein Staudruckrohr des französischen Herstellers Thales, sondern Rosemount-Systeme. Ähnlich wie bei den Triebwerken haben Airlines bei technischen Ausrüstungskomponenten die Wahl zwischen Systemen verschiedener Hersteller. Die Schweizer Fluggesellschaft Swiss ersetzt die Sonden an ihren acht A330, da sie mit den gleichen Sonden wie der Unglücksairbus bestückt sind. Der Airbus A330 gilt generell als sicheres Flugzeug. Nach 13 Millionen Flugstunden auf 3,3 Millionen Flügen wurden erst drei schwere Zwischenfälle gemeldet - darunter der Absturz der Air-France- Maschine.

swd/DPA / DPA

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(