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Flugverbot wegen Aschewolke: "Gute Chancen" auf freien Luftraum

Der Luftraum über Deutschland soll im Laufe des Vormittags nach und nach wieder freigegeben werden. Die Flughäfen würden sukzessive für An- und Abflüge nach Instrumentenflugregeln geöffnet.

Die Situation im Luftraum über Deutschland normalisiert sich nach tagelangem Stillstand. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hat für Mittwochvormittag weitere Öffnungen angekündigt, nachdem bereits am frühen Morgen an vier Flughäfen in Hamburg, Bremen und Berlin wieder nach Instrumenten geflogen werden durfte. Die allgemeine Sperrung des deutschen Luftraums war in der Nacht zum Mittwoch bis 08.00 Uhr verlängert worden. Sichtflüge seien aber erlaubt, wenn die Wetterbedingungen dies zuließen, erklärte die DFS.

Für den späten Abend sah die Behörde sogar "gute Chancen", dass der komplette Luftraum frei sein wird. Im Laufe des Tages sollen immer mehr Flughäfen sukzessive für An- und Abflüge nach Instrumentenregeln nutzbar werden. Auf den meisten Flughäfen gelten wegen der Wolke aus isländischer Vulkanasche weiterhin die Sichtflugregeln.

Auch auf den größten deutschen Flughäfen in Frankfurt am Main und München müssen Piloten weiterhin nach Sicht starten und landen. Vor allem in der bayerischen Hauptstadt war der Betrieb am Dienstag schleppend angelaufen, wie ein Sprecher mitteilte. Nur 223 Flüge seien abgewickelt worden, sagte Peter Prümm. Das entspreche rund 22 Prozent eines normalen Flugtages. Auch in Berlin werde man noch weit vom regulären Flugaufkommen entfernt bleiben.

In der Hauptstadt hatte sich ebenso wie in Hamburg und Bremen die Wiederaufnahme des Normalbetriebs verzögert. Der Grund waren die Nachtflugverbote. Auf den insgesamt vier Flughäfen rollten erst gegen 6.00 Uhr am Morgen die ersten Maschinen über die Start- und Landebahnen.

Wegen der über Europa hängenden Aschewolke des Vulkans am Eyjafjalla-Gletscher war seit Ende der vorigen Woche der deutsche Luftraum größtenteils gesperrt. Nur durch Sondergenehmigungen konnten Fluglinien in den vergangenen Tagen ihre Maschinen in die Luft schicken. Dazu mussten Piloten eigenverantwortlich auf Sicht fliegen.

In anderen europäischen Ländern ist das Flugverbot mittlerweile aufgehoben worden. In Großbritannien ging es am Dienstagabend um 22.00 Uhr (23.00 Uhr MESZ) wieder los. Das Verbot sei nach einer "Neubewertung des Risikos" durch die Vulkanasche aufgehoben worden, teilte die zivile Luftfahrtbehörde Civil Aviation Authority (CAA) mit. Auf dem größten europäischen Drehkreuz in London-Heathrow war der Ansturm bereits in den frühen Morgenstunden groß.

Insgesamt waren über Europa am Dienstag rund drei Viertel des Luftraums wieder offen für den Flugverkehr. Dies teilte die europäische Luftsicherheitsbehörde Eurocontrol mit.

In Deutschland waren am Dienstag bereits fast 800 Flugzeuge mit Zehntausenden Passagieren gestartet und gelandet. Die Airlines flogen in erster Linie in den Ferienorten gestrandete Urlauber nach Hause.

Möglich machte dies die Sichtflug-Sonderregel. Dabei fliegen Piloten aber auch durch die Luftschichten mit Asche hindurch und nicht darunter hinweg, wie die DFS erklärte.

Kritik wegen der Ausnahmeregelung ernteten Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) und die DFS von der Pilotenvereinigung Cockpit. Deren Vorstandsmitglied Jörg Handwerg sprach im Deutschlandfunk von einer "juristischen Winkelkonstruktion". An der wissenschaftlichen Einschätzung der Gefahr durch die Asche habe sich nichts geändert.

Aufklärung über die Dichte und Verteilung der Aschewolke wird durch einen Messflug vom Montag erhofft. Zu den Ergebnissen des Forschungsflugs machte das Verkehrsministerium am Dienstagabend noch keine Angaben. Minister Ramsauer wollte am Mittwoch eine Regierungserklärung im Bundestag zur Flugsicherung abgeben.

DPA/APN / DPA

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