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Neue EU-Regeln für Flugverbote: Erste Flieger unter der Aschewolke

Trotz Flugverbots bis mindestens 14 Uhr nimmt der Betrieb auf den deutschen Flughäfen seit Dienstagmorgen zu.

Der Himmel rund um Deutschland öffnet sich wieder: Mit den seit Dienstagmorgen geltenden neuen Regeln für Flugverbote in Europa darf wieder in weitaus mehr europäischen Gebieten geflogen werden. Nach Angaben der europäischen Luftsicherheitsbehörde Eurocontrol in Brüssel liegt Deutschland, wo der Luftraum noch komplett geschlossen ist, inzwischen am Rand der Sperrgebiete.

Die Fluggesellschaft Air Berlin will am Dienstag einen Großteil ihrer Flüge absolvieren. "Wir sind sehr zuversichtlich, heute fast das gesamte Flugprogramm abwickeln zu können", sagte eine Unternehmenssprecherin in Berlin der Nachrichtenagentur AFP. Eine genaue Zahl von Flügen konnte sie zunächst nicht nennen. Bereits gestern habe Air Berlin 104 Flüge mit 15.000 Passagieren abgewickelt, sagte die Sprecherin. Diese Zahl werde am Dienstag "deutlich" höher liegen. Allerdings sei etwas Zeit nötig, bis der Flugbetrieb normalisiert werden könne.

Zuvor hatte bereits die Lufthansa mitgeteilt, am Dienstag etwa 200 Flüge absolvieren zu wollen. Möglich macht dies eine Ausnahmeregelung, wonach die Piloten bei gutem Wetter in wenigen tausend Metern Höhe auf Sicht fliegen dürfen und auch Nachtflüge in den Bundesländern erlaubt sind, in denen sie zugelassen sind. Offiziell bleibt der deutsche Luftraum wegen der Aschewolke eines isländischen Vulkans bis 14.00 Uhr gesperrt. Mit Stand 8.45 Uhr lag Deutschland an der östlichen Grenze des gesperrten Luftraums. Tschechien, Südpolen und das östliche Österreich waren bereits frei. Nur noch ein Korridor im nördlichen Polen blieb gesperrt. Am Montag hatte sich die Verbotszone noch deutlich weiter über Europa erstreckt, im Osten sogar bis hin zum Schwarzen Meer.

Auch der Luftraum über großen Teilen Frankreichs war am Dienstag offen. Das Zentrum der Sperrzone lag in etwa über der Nordsee. Norwegen und der größte Teil Schwedens waren frei. Ein Ausläufer der Sperrzone zog sich noch über Dänemark, Südschweden und Finnland. Das Gebiet über Großbritannien und Irland war wie in den Tagen zuvor noch mit Flugverboten belegt.

Neue Regeln machen das Schrumpfen der Verbotszone möglich. Auf diese Vorgaben hatten sich die 27 EU-Staaten am Montagabend geeinigt. Demnach wird der Luftraum nur noch dort gesperrt, wo eine bestimmte Konzentration der Aschewolke überschritten ist. Grundlage dafür sind Satellitenbilder. Zudem gibt es eine Drei-Zonen-Regel: In Gebiet eins gilt ein absolutes Flugverbot, im zweiten können die Mitgliedsstaaten entscheiden, ob sie Flugzeugen das Abheben erlauben, und im dritten Bereich ohne Asche-Gefahr ist das Fliegen unbegrenzt erlaubt.

Von der Regelung ausgenommen sind Flüge mit Sondererlaubnissen und solche, bei denen die Piloten auf Sicht fliegen. Deswegen waren in Deutschland am Dienstag bereits erste Maschinen unterwegs.

DPA/AFP / DPA

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