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Streiks in Frankreich: Auch deutsche Reisende betroffen

Stornierte Flüge, Ausfälle im Bahnverkehr. Die Streiks in Frankreich behindern zunehmend auch Geschäftsreisende und Urlauber aus Deutschland. Deutsche Tankstellen in Grenznähe freuen sich dagegen über die Tank-Touristen aus dem Nachbarland.

Die Streiks in Frankreich haben immer mehr Auswirkungen auf Deutschland. Auf den Flughäfen in der Bundesrepublik mussten am Dienstag zahlreiche Flüge ins Nachbarland storniert werden. Auch im Bahnverkehr kam es zu Ausfällen. Dagegen konnten sich deutsche Tankstellen im Grenzgebiet über einen Ansturm französischer Kunden freuen. Entwarnung gab es zunächst für deutsche Autofahrer: Die Treibstoffknappheit in Frankreich führte bislang nicht zu Preiserhöhungen an den deutschen Zapfsäulen.

Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main fielen am Dienstag zehn Flüge von und nach Frankreich aus, wie ein Sprecher des Flughafens auf dapd-Anfrage sagte. Betroffen waren fünf Ankünfte aus Paris und Toulouse sowie fünf Abflüge in Frankfurt. Die Passagiere dieser Verbindungen seien auf andere Flüge umgebucht worden, sagte der Sprecher. Die Fluggesellschaften setzten dafür größere Maschinen ein. Davon abgesehen hätten die Streiks kaum Auswirkungen auf den Flugverkehr in Frankfurt gehabt.

In München fielen jeweils fünf Starts und Landungen aus. Am Düsseldorfer Flughafen wurden 12 der geplanten 42 Flugbewegungen gestrichen, wie Flughafensprecher Christian Hinkel sagte. In Köln/Bonn konnten nach Angaben des dortigen Flughafens drei der fünf vorgesehenen Flüge nicht durchgeführt werden.

Im Bahnverkehr von Frankfurt nach Paris wurde die letzte ICE-Verbindung nach Paris am Dienstagabend gestrichen. Der Zug sollte nach Angaben der Bahn in Saarbrücken enden. Am Mittwoch würden die Hochgeschwindigkeitszüge ICE und TGV wieder planmäßig fahren, hieß es.

Preise an deutschen Tankstellen bislang stabil

Zu den Gewinnern der Krise im Nachbarland gehörten dagegen Tankstellenbetreiber auf der deutschen Seite im Grenzgebiet zu Frankreich. Denn wegen der durch die Raffineriestreiks ausgelösten Versorgungsengpässe bei Benzin und Diesel tanken immer mehr Franzosen in Deutschland. Auf dapd-Anfrage gaben acht Tankstellen im Großraum Saarbrücken in der Nähe der französischen Grenze Umsatzsteigerungen in einer Größenordnung zwischen der Hälfte bis zu mehr als dem Doppelten eines normalen Tagesumsatzes an. An etlichen Tankstellen war insbesondere Dieselkraftstoff innerhalb eines Tages ausverkauft. Die Nachbelieferung über Nacht sei jedoch problemlos erfolgt.

Der Mangel an Diesel und Superbenzin in Frankreich trieb bislang die Preise an deutschen Tankstellen noch nicht in die Höhe. Die Treibstoffpreise lägen in der Bundesrepublik derzeit im Durchschnitt sogar leicht unter denen vor Beginn der Streiks im Nachbarland, sagte die Sprecherin des Mineralölwirtschaftsverbands, Karin Retzlaff, am Dienstag der Nachrichtenagentur dapd.

Ganz anders sieht allerdings die Situation am Rotterdamer Spotmarkt aus. Dort verteuerte sich der Liter Superbenzin unter dem Eindruck der französischen Versorgungskrise seit Anfang Oktober um zehn Prozent, wie Retzlaff berichtete. Diese Verteuerung sei aber bislang von den deutschen Tankstellenbetreibern nicht an die Kunden weitergegeben worden. Nach Angaben des Verbands sank der Durchschnittspreis für einen Liter Superbenzin an deutschen Tankstellen zwischen dem 30. September und dem 17. Oktober von 137,7 auf 137,4 Cent. Diesel-Kraftstoff verbilligte sich von 121,9 auf 119,7 Cent je Liter.

APN / APN

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