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Unfälle im Urlaub: Über Nacht verschwinden die Beweise

Wer denkt im Urlaub schon gern an Unfälle? Niemand, deswegen sind Reisende, denen doch etwas zustößt, oft völlig ratlos. Im Interview mit stern.de sagt der Wiesbadener Reiserechtler Ronald Schmid, was Sie im Falle eines Falles tun können.

Herr Professor Schmid: Manchmal schlägt das Schicksal einfach zu. Gibt es überhaupt eine Chance, sich vor Reiseantritt vor möglichen Unfällen zu schützen?

Sie können nur wenig tun: Buchen Sie bei einem seriösen Reiseveranstalter, der seine Hotels und Anlagen regelmäßig inspiziert.

Aber woran erkenne ich einen seriösen Reiseveranstalter? Eine Art Siegel scheint nicht zu existieren.

Das stimmt leider. Es wäre sinnvoll, wenn sich die Branche auf ein Gütesiegel einigen würde, das Sicherheitsstandards garantiert. Dann hätten die schwarzen Schafe weniger Chancen. Aber noch ist es nicht soweit.

Worauf sollte man also achten?

Es gibt drei Kriterien: Ist der Veranstalter bekannt? Und - das ist wichtig für eventuelle Rechtsstreitigkeiten: Hat er seinen Sitz in Deutschland, wenigstens aber in Europa? Außerdem sollte man sich bei Schnäppchen fragen, ob der Preis noch seriös ist. Wer unkritisch nur billig-billig bucht, muss sich nicht wundern, wenn es mit der Sicherheit hapert. Wer Zweifel hat, sollte beim Deutschen Reisbüro und Reiseveranstalter Verband nachfragen, ob der Veranstalter zuverlässig oder schon auffällig geworden iist.

Macht es Sinn, Versicherungen abzuschließen - und wenn ja: welche?

Ich empfehle, eine Reiserücktritts- und eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen. Aber man muss sich genau durchlesen, welche Risiken sie abdecken. Ich würde bei der Krankenversicherung zum Beispiel darauf achten, dass man im Notfall zu einer deutschen Klinik geflogen wird. Wer das selbst bezahlen muss, hat schnell Kosten von 15.000 Euro und mehr am Bein. Eine Reisegepäckversicherung lohnt sich nur, wenn man teures Gepäck hat, dessen Wert die gesetzlichen Haftungsgrenzen überschreitet: edle Abendgarderobe zum Beispiel.

stern TV schildert heute den Fall von zwei Kindern, die beim Baden im Swimming-Pool fast ertrunken wären, weil sie von den Umwälzpumpen angesaugt wurden. Was muss man in einem solchen Fall tun?

Eltern haben erstmal natürlich nur ein Ziel: das Leben ihrer Kinder zu retten. Sie fahren mit in die Klinik und kümmern sich um die Kleinen. In der Zwischenzeit aber können Beweise verschwinden. Es gibt Fälle, in denen Hotelbetreiber über Nacht defekte Geräte austauschen, Warntafeln anbringen und Sicherheitszäune errichten. Der erste Tipp ist daher: Beauftragen Sie sofort einen Vertrauten, während Ihrer Abwesenheit Beweise zu sichern.

Wer oder was gilt als juristisch relevanter Beweis?

Wichtig sind Zeugen, die den Unfall beobachtet haben. Oder die sagen können, in welchem Zustand zum Beispiel ein solcher Swimmingpool war und ob ähnliche Unfälle vielleicht schon Tage zuvor passiert sind. Diese Zeugen muss man "sichern", also auch deren Adresse notieren. Sonst findet man sie nach der Abreise nie mehr wieder. Natürlich sind auch Fotos und Videoaufnahmen wichtig. Wenn möglich, sollte man außerdem den Ablauf der kritischen Tage schriftlich protokollieren.

Gibt es im Ausland Organisationen, die deutschen Urlaubern im Notfall helfen?

In der Regel helfen die Vertreter des Reiseveranstalters. Vor allem im nicht europäischen Ausland würde ich unverzüglich das deutsche Konsulat oder die deutsche Botschaft einschalten. Natürlich kann man sich eventuell auch an das Rote Kreuz wenden. Aber: Auf einer Abenteuertour durch Sumatra finden Sie womöglich beides nicht.

Wie stellt man die ärztliche Versorgung sicher?

Gute Frage. Ich empfehle, sich darüber schon vor der Reise Gedanken zu machen. In Touristenzentren wie Mallorca oder den Kanaren ist das natürlich kein Problem. Aber im tiefen Sudan? Dieser Punkt ist auch für eine eventuelle juristische Auseinandersetzung wichtig. Es hat schon Fälle gegeben, in denen Gerichtsmediziner später behaupten haben, das Kind sei gar nicht im Pool ertrunken. Oder es hätte schon vor dem Unfall Brandverletzungen gehabt. Kurzum: Wer im Ausland an einen wenig kompetenten oder gar korrupten Arzt gerät, hat später schlechte Karten.

Nach der Rückkehr geht der Ärger dann erst richtig los ...

Ich kann nur dazu raten, sich nicht irgendeinen sondern einen fachlich versierten Anwalt zu nehmen. Eine Auswahl von Spezialisten findet man bei der Deutschen Gesellschaft für Reiserecht, man kann aber auch über einen der vielen Internet-Suchdienste recherchieren.

Ein Prozess kann teuer werden. Wer finanziert die Kosten vor?

Das müssen die Betroffenen selber machen. Ich kenne Fälle, in denen Menschen 50.000 Euro vorfinanzieren mussten. Sie haben Hypotheken auf ihr Haus aufgenommen, um den Prozess durchzustehen. Das wissen die Veranstalter natürlich und - nicht alle, aber einige - fahren eine Zermürbungstaktik. Das heißt: Sie sagen nichts und reagieren hinhaltend. Der Kläger steht vor einer Mauer des Schweigens. Und wenn es zum Prozess kommt, gehen sie nach der ersten Instanz in Berufung und dann in Revision. Das ist zwar ihr gutes Recht, doch drängt sich manchmal der Verdacht auf, als spekuliere man darauf, dass den Klägern finanziell die Puste ausgeht.

Ist es dann nicht klüger, sich außergerichtlich zu einigen?

Wenn der Veranstalter das macht und eine angemessene Summe zahlt: ja. Aber das funktioniert nur selten. Deswegen bin ich dafür, einen Opferfonds anzulegen, der von unabhängigen Personen geleitet wird und solche Probleme fair regelt.

Wer wird eigentlich verklagt? Der Hotelbetreiber oder der Reiseveranstalter?

Grundsätzlich zuerst der Reiseveranstalter. Der hat dafür gerade zu stehen, dass die Reise ordnungsgemäß durchgeführt wird. Das ist auch der sichere Weg. Versuchen Sie mal, in Griechenland oder in Indonesien einen Hotelbetreiber zu verklagen. Das ist ein Kraftakt! Individualreisende sind da schlechter gestellt, denn sie müssen gegen den jeweiligen Leistungsträger klagen. Und wenn der Unfall in Phuket oder Ägypten passiert ist, dann muss man eben in Phuket oder Ägypten vor Gericht gehen.

Die Veranstalter argumentieren, dass sie nur für die Leistungen haften müssten, die sie auch im Katalog angeboten haben. Bleiben da nicht riesige Lücken?

Diese Frage wird gerade vor dem Bundesgerichtshof verhandelt. Zwei Gerichte in Köln haben da schon zugunsten der Reisenden geurteilt. Und ich bin optimistisch, dass der Bunsgerichtshof diese Urteile bestätigt. Denn auf die ausdrückliche Erwähnung im Katalog kann es nicht ankommen. Wenn zum Beispiel jemand im Hotel die Treppe herunterstürzt, würde man auch nicht danach fragen, ob die Treppe im Prospekt dargestellt wurde. Das wäre Unsinn. Nach meiner Rechtsauffassung ist es so, dass der Veranstalter für die Sicherheit in der ganzen Anlage haftet. Er ist nur dann nicht zu belangen, wenn der Unfall außerhalb stattgefunden hat.

Kann man Hoteliers überhaupt verpflichten, deutsche Sicherheitsstandards einzuhalten, oder gelten die gesetzlichen Regelungen vor Ort?

Man kann ihm keine DIN-Normen aufzwingen. Aber die Mindest-Standards sollten beachtet werden. Wenn etwa ein lokales Gesetz sagen würde: Ein Feuerlöscher pro Quadratkilometer ist ausreichend, dann kann der Hotelier nicht auf den Feuerlöscher im Nachbarort verweisen, wenn es brennt. Er muss sein Hotel schon besser sichern.

Sie arbeiten seit Jahrzehnten als Reiserechtler. Wie ist ihr Eindruck: Steigt oder sinkt die Sicherheit bei Pauschalreisen?

Ich denke, dass sie eher steigt, weil die meisten seriösen Veranstalter ihren Pflichten nachkommen. Doch muss auch der Reisende das Seine tun. Ich glaube, die leider verbreitete Geiz-ist-geil-Mentalität ist das Problem. Wer zwei Wochen Vollpension in der Türkei inklusive Flug für 190 Euro bucht, sollte sich fragen: Wie soll das gehen? Was kann ein Veranstalter mit diesen 190 Euro eigentlich bezahlen? Sicherheit und Komfort kriegt man nicht zum Nulltarif. Die Preise müssen einfach wieder seriöser werden. Sehr nachdenklich macht mich allerdings, dass in all den Fällen, die bislang öffentlich geworden sind, Reisen bei renommierten Veranstaltern gebucht wurden und es sich in keinem Fall um Billigreisen gehandelt hat.Die Fragen stellte Lutz Kinkel

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(