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Tipps I: Wanderrouten in Deutschland

Von Kap Arkona im Norden bis Königssee im Süden, vom Thüringer Rennsteig im Osten bis zur Eifel tief im Westen der Republik: Michael Sänger, Chefredakteur des "Wandermagazins", stellte für den stern zwölf Spitzentouren zusammen.

Von Kap Arkona im Norden bis Königssee im Süden, vom Thüringer Rennsteig im Osten bis zur Eifel tief im Westen der Republik: Michael Sänger, Chefredakteur des "Wandermagazins", stellte für den stern zwölf Spitzentouren zusammen.

Rügen: Wandern auf "Weißem Gold"

37 Kilometer auf Deutschlands größter und schönster Insel von Sassnitz zum Kap Arkona. Der Weg führt durch die abwechslungsreichen Buchenwälder des Nationalparks Jasmund und zu den Kreidefelsen am Königsstuhl, die Caspar David Friedrich so bekannt machte. Sie wandern auch auf den Spuren Klaus Störtebekers, der angeblich in dem Ort Ruschvitz geboren wurde. All das und vieles mehr kann man auf dem Weg zum "Nordkap Deutschlands" entdecken.Start: Stadthafen Sassnitz, Ziel: Kap ArkonaEtappen: Zwei bis drei Tage (Übernachtungen in Neddesitz und Breege-Juliusruh)Anforderungen: gering

Mecklenburg-Vorpommern: Durch den Küstenwald

Die mecklenburgische Ostseeküste zwischen Wismar, Rostock und Graal-Müritz ist das Werk von Wasser und Wind. Die Ausgleichsküste ist ständig in Bewegung. Ungeheure Sandmengen verfrachtet der stetige Nordwestwind ostwärts, begradigt die Küstenlinie, schließt einstige Meeresbuchten. Der Europäische Fernwanderweg 9 Atlantik, Nordsee, Ostsee folgt strikt der Küstenlinie. Ein Höhepunkt auf dem Weg von Kühlungsborn nach Graal-Müritz ist der Küstenwald. Mächtige Buchen wachsen bis unmittelbar an die Ostseeküste heran. 26 Kilometer lang ist die Etappe von Bad Kühlungsborn bis zum Ostseebad Warnemünde, 23 Kilometer die Strecke von Warnemünde nach Dierhagen-Strand.Start: Seebad Kühlungsborn, Ziel: Dierhagen-StrandGehzeit: jeweils ca. 6 StundenAnforderungen: Auch für Einsteiger geeignet

Harz: Hexen, Moore und Goethe

Der Hexenstieg ist eine fantastische Harzquerung von West nach Ost. In sechs Etappen (mit durchschnittlich 15 bis 18 Kilometer Etappenlänge) bringt jeder Wandertag neue Einsichten: Das Oberharzer Wasserregal, die beiden Nationalparks des Harzes, der Brocken, der Hexenmythos, der mit Goethes Walpurgisnacht fröhliche Urstände feiert und das einzigartige, klammartige Bodetal als Schlusspunkt vor Thale. Urige Einkehrmöglichkeiten erhöhen den Reiz.Start: Osterode (Bahnstation), Ziel: Thale (Bahnstation)Etappen: Sechs Etappen (zwischen Drei Annen Hohne und Altenbrak gibt es zwei annähernd gleich lange Wegevarianten), 95 bzw. 97 KilometerAnforderungen: gering

Eifel: Wacholderhaine im Lampertstal

Die mit Wacholderbäumen und Magerwiesen überzogenen Hänge des Lampertstales bei Blankenheim sind das richtige Terrain für eine Wanderung mit der ganzen Familie. Ein abwechslungsreicher, leichter Ausflug in die Schönheit des Kargen. Besonders reizvoll ist es, wenn man im Frühjahr oder im Sommer aufbricht und Orchideen und Enzian blühen.Start und Ziel: Ripsdorf Kirche (Bushaltestelle)Gehzeit: 4,5 StundenAnforderungen: keine

Sieger- und Sauerland: Auf dem Rothaarsteig

Wo der Rothaarkamm das Siegerland und Wittgenstein trennt, liegt das Land der Quellen. Eder, Sieg und Lahn entspringen auf dem knapp 15 Kilometer langen Teilstück des ersten deutschen Wanderwegs der Sinne, des Rothaarsteigs. Wir starten am Lahnhof und wandern nordwärts zur Quellfassung der Sieg. Über Benfe und die Ederquelle - sie entspringt in einer moorigen Quellmulde - erreichen wir den Bahnhof von Lützel. Der Rothaarsteig ist 154 Kilometer lang und verbindet das hessische Dillenburg mit dem nordrhein-westfälischen Städtchen Brilon.Start: Lahnhof, Ziel: Bahnhof LützelGehzeit: 4 StundenAnforderungen: gering

Thüringer Wald: Rennsteig zum Inselsberg

Sonnenaufgangs- und Sonnenuntergangsberg, halb gehört er zum Gothaer Land, halb zum Wartburgkreis. Zankapfel und Pilgergipfel ist er seit langer Zeit - der Große Inselsberg. Unsere Tour beginnt an der Marienglashöhle, genauer gesagt an der Straßenbahnhaltestelle der berühmten Waldbahn von Gotha über Friedrichroda nach Tabarz. Spießberghaus, Heuberghaus und dann der Inselsberg, dazwischen viel Wald, enge Schluchten, steile Anstiege und immer wieder Tiefblicke. Über die Schlotwiese mit dem Aussichtsfelsen und das Felsenthal führt die Tour zur Massemühle und nach Tabarz.Start: Marienglashöhle, Ziel: TabarzGehzeit: ca. 6 StundenAnforderungen: Kondition für die Anstiege

Erzgebirge: Orgelpfeifen und Müllerslust

Das Osterzgebirge am Grenzkamm zu Böhmen ist geprägt von den Tälern der Weißeritz, der Müglitz und der Freiberger Mulde. Selbst Nebentäler wie das Gimmlitztal bei Frauenstein beeindrucken durch ihre Wildheit. Hier, im Zeichen des Frauensteiner Schlosses, startet die Rundwanderung, die einerseits vom Werk des genialen Orgelbauers Gottfried Silbermann und andererseits vom Mühlenreichtum geprägt ist. In sechs Stunden führt diese traumhaft schöne Natur- und Kulturroute zum Geburtshaus des Meisters, ins Frauensteiner Gottfried-Silbermann-Museum und nach Nassau, wo man in der Kirche eine echte Silbermann-Orgel bestaunen kann.Start und Ziel: Frauenstein Gehzeit: ca. 6 StundenAnforderungen: mittlere Kondition

Nordpfälzer Bergland: Die Hildegardiswanderung

Noch bevor das Nordpfälzer Bergland zwischen Glan und Nahe in tausend kleine Buckel und Wellen zerfällt, starten wir unsere Wanderung in Feilbingert. Die berühmte Heilige Hildegard, streitbare Äbtissin des Mittelalters, Komponistin, Heilkundige und Mystikerin, wuchs in dieser Region auf. Auf dem Disibodenberg über der Nahe führt die Wanderroute durch die einstige, gewaltige Klosteranlage. Das Benediktinerkloster erlebte unter Hildegard die größte Blüte. Unsere Wanderung endet in Staudernheim an der Nahe.Start: Feilbingert, Ziel: StaudernheimGehzeit: 5 StundenAnforderungen: gering

Bayerischer Wald: Die Lusenwanderung

Der Nationalpark Bayerischer Wald ist Garant für besonders naturnahe, kraftvolle Wandertouren. Die Tour zum Blocksteinmeer am Gipfel des Lusen ist eine eigenwillige Wanderung mit verblüffenden Erlebnissen. Der baumlose Gipfel des Lusen überragt die umliegenden Kuppen. Die Sicht reicht an schönen Tagen bis zu den Alpen. Wir starten im Dorf Waldhäuser und nutzen die berühmte Himmelsleiter als Aufstiegstrasse zum Lusenschutzhaus und weiter zum Lusengipfel. Der 1373 Meter hohe Lusen hat eine recht eigenwillige Ausstrahlung. Wir verlassen ihn Richtung Oberes Reschbachtal, besuchen das Finsterauer Freilichtmuseum und besteigen am Grenzübergang Buchwald den letzten Igelbus, der uns zum Ausgangspunkt zurückbringt.Start und Ziel: Waldhäuser BushaltestelleGehzeit: 6,5 StundenAnforderungen: durchschnittliche Kondition

Schwarzwald: Von Pforzheim nach Basel

Der Westrand des Schwarzwaldes hinüber zum Oberrheingraben ist an Dramatik kaum zu überbieten. Die Berge am Rand überragen das Rheintal um bis zu 1000 Meter. Das ist das Relief für besonders aufregende Höhenwege. Der Westweg ist so ein Himmelspfad. 280 Kilometer lang mit einer Ost- und Westschleife um den Großen Feldberg herum, sammelt er die höchsten der hohen Schwarzwaldberge. Kuckucksuhren, Glasträger, Flößer, Hauffs Märchen "Das Kalte Herz" - viele Themen lassen sich mit Schwarzwald und Westweg verknüpfen. Strecken und Stoff genug für zehn bis 14 erlebnisreiche Wandertage. Start: Pforzheim, Ziel: BaselEtappen: 10 - 14 TageAnforderungen: technisch leicht, aber durchschnittliche Kondition nötig

Chiemgau: Gipfel, Almen und ein Eremit

Hoch über dem Inntal liegt mit Blick auf Rosenheim der Samerberg. Eine Bauern- und Almenregion mit kleinen Weilern und herrlichen Aussichten. Die Heubergtour führt von Schweibern über die Deindlhütte auf den 1338 Meter hohen Heuberg-Gipfel und seinen Zwillingsbruder, den Kitzstein-Gipfel. Rasante Blicke in das Inntal und auf die gegenüber aufragenden Berge der Wendelsteinregion sind gerechter Lohn für die Mühen des Aufstiegs. Start und Ziel: Parkplatz SchweibernGehzeit: 5 StundenAnforderungen: durchschnittliche Kondition

Berchtesgadener Land: Steinernes Meer

Das Steinerne Meer ist ein 100 Quadratkilometer großes Gebiet. Der höchste Berg ist das Selbhorn mit 2654 Metern, der auffälligste der 2594 Meter hohe Hundstod. Unsere mehrtägige Bergwanderung startet in Wimbachbrücke und führt durch das Wimbachtal bis zur Wimbachgrießhütte. Hier übernachten wir. Der zweite Tag endet auf dem Ingolstädter Haus, der dritte auf dem Kärlinger Haus. Am vierten und letzten Tag steigen wir nach St. Bartholomä am Königssee ab und fahren mit dem Schiff zurück nach Königssee (Ort).Start: Parkplatz Wimbachbrücke, Ziel: Königssee - BootsstegEtappen: Vier TageAnforderungen: Trittsicherheit, gute Kondition, gute Ausrüstung

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