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Ex-Formel-1-Chef: Bizarres Interview: Bernie Ecclestone würde für Putin sterben und lehnt Demokratie ab

Ex-Formel-1-Chef Bernie Ecclestone sorgt mit kontroversen Aussagen in einem Interview mal wieder für Aufsehen. Russlands Präsident Putin, findet er, sei ein "guter Kerl", den er gerne "Europa führen" sehen würde.  

Bernie Ecclestone (li.) und Russlands Präsident Wladimir Putin

Bernie Ecclestone (li.) und Russlands Präsident Wladimir Putin 

DPA

Bernie Ecclestone, Rennsport-Funktionär und ehemaliger Geschäftsführer der Formel-1-Gruppe, hat erneut mit einem bizarren Interview für Kopfschütteln gesorgt. So sagte er in einem Interview mit der britischen Zeitung "The Times", aus der mehrere Medien zitieren, dass er für den russischen Präsidenten Wladimir Putin bereit wäre zu sterben: "Wenn jemand ein Maschinengewehr hätte und bereit wäre, Putin zu erschießen, würde ich mich vor ihn stellen."

Warum? "Weil er ein guter Kerl ist. Er hat nie etwas getan, was nicht gut für die Menschen ist." Doch es ist nicht seine einzige Anmerkung zu Putin. So würde Ecclestone es begrüßen, wenn der russische Präsident Europa führen würde: "Ich möchte, dass er Europa regiert. Wir haben niemanden, also könnte es nicht schlimmer sein. Er macht das, von dem er sagt, dass er es machen wird…", sagte Ecclestone und fügte hinzu: "Ich bin kein Befürworter der Demokratie. Du brauchst einen Diktator. Als Diktator sagst du 'Das werde ich tun'. In einer Demokratie wird das verwässert."

Bernie Ecclestone: Putin hat nichts mit Nowitschok zu tun

Der 88 Jahre alte Ex-Formel-1-Boss ist außerdem der Meinung, dass Wladimir Putin nichts mit dem Attentat mit dem Nervengift Nowitschok im März letzten Jahres in Großbritannien zu tun habe. Damals wurden der ehemalige russische Spion Sergei Skripal und seine Tochter vergiftet. Eine weitere Frau starb im Juli desselben Jahres, als sie mit einem Behältnis mit dem Nervengift in Kontakt geriet. Ecclestone: Putin "hat das nicht getan. Er wäre zu beschäftigt, um sich über so etwas zu sorgen. Geschichtenerzähler erfinden solche Dinge." Russland bestritt jegliche Beteiligung an dem Attentat.

Bernie Ecclestone gilt als Bewunderer Putins, wie die britische Zeitung "Daily Mail" berichtet. So wurden die beiden bei mehreren Sportereignissen gemeinsam gesehen, zum Beispiel beim russischen Grand Prix im Jahr 2014. Ecclestone hatte den Präsidenten zuvor als "First-Class Person" bezeichnet.

Ecclestone äußerte sich schon früher kontrovers

Es ist nicht das erste Mal, das Ecclestone, der knapp vierzig Jahre lang die Geschicke der Formel 1 bestimmte, mit kontroversen Äußerungen in die Schlagzeilen gerät. So berichtete die Zeitung "The Guardian" im Juli 2009 über seine Äußerung, dass Adolf Hitler ein Mann gewesen sei, der "Dinge erledigen konnte". "Ich bevorzuge starke Führungskräfte. Margaret Thatcher hat Entscheidungen getroffen und die Arbeit erledigt.", fügte er hinzu. Er empfahl im gleichen Atemzug seinen Freund und ehemaligen Präsidenten des Welt-Automobilverbandes FIA, Max Mosley, als britischen Premierminister. Über den Fakt, dass Mosley Sohn eines britischen Faschisten ist, sagte er: "Ich denke nicht, dass sein Hintergrund ein Problem ist", so der "Guardian". Später entschuldigte er sich für die Aussagen über Hitler.

Ein schwarz-weiß Foto zeigt Ex-Formel-1-Fahrer Niki Lauda

Bernie Ecclestone begann bereits 1949 mit seiner Rennsportkarriere. Nach einem Unfall zog er sich aus dem aktiven Rennsport zurück und begann später in leitender Funktion bei der Formel 1. Fast vier Jahrzehnte leitete er die Formel-1-Gruppe, was ihm zu einem Multimilliardär machte. 2017 wurde die Formula One Group an das Unternehmen Liberty Media verkauft. Seitdem trägt Ecclestone den Ehrentitel des emeritierten Vorsitzenden, wie der Sportsender ESPN berichtet.

Quellen: "The Times", "Daily Mail", "The Sun", ESPN, "The Guardian"

rw

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