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Geschasster Formel-1-Boss: Was Bernie Ecclestone über Trump, Hitler und Frauen denkt

"Ich bin die Formel 1", hat Bernie Ecclestone einmal gesagt. Wie geht es jetzt also weiter für den entmachteten Boss des Rennzirkus? Hintergründiges aus dem alten und neuen Leben des Zampanos.

Von Harald Kaiser

Bernie Ecclestone

Bernie Ecclestone: Vier Jahrzehnte in der Formel 1

Ehrenpräsident? Also der Grüßaugust, der Hände schüttelt und freundlich in die Kamera nickt? Das soll künftig die Rolle von Bernard "Bernie" Charles Ecclestone im Formel 1-Business sein? Da lachen ja die Hühner. Jener Mann, der einmal auf die Frage nach seiner Allmacht in der Vollgasbranche geantwortet hat: "Ich bin die Formel 1!"

Jetzt, mit 86, fand gerade sein Zieleinlauf statt, könnte man seine Absetzung nach vier Jahrzehnten mit den Worten dieses Sports freundlich formulieren. Natürlich war es anders. Es war ein Rausschmiss, auf den viele in der Szene schon länger gewartet oder sehnlichst herbeigewünscht haben. Irgendwann ist halt Schluss, für uns alle einmal.

Klein von Gestalt, Riese im Geschäft

Aber Ehrenpräsident, wie von Liberty Media, den neuen Eigentümern des Unternehmens Formel 1, als eine Art weichen Übergang ins Rentnerdasein vorgesehen? Niemals! Das kommt für einen Bernie Ecclestone, klein von Gestalt, aber ein Riese im Geschäft, nach seinem Selbstverständnis keinesfalls in Frage. Er, für den auf jeder Grand Prix-Rennstrecke eigens ein schwarzer S-Klasse-Mercedes bereitstand, der nicht ein normales Nummernschild, sondern stattdessen ein Schild mit seinem Namen trug. Er, vor dem sich alle Halbwichtigen verbeugten, ja, vor ihm schleimten. Er, der von seiner mobilen Zentrale im Fahrerlager aus Hof hielt, einem Palast ähnlichen Wohnmobil mit dem Beinamen "Kreml". Er, der darin in seinem Ledersessel saß, durch die dunklen Scheiben sah, die keinen Blick nach innen zuließen, und die Höflinge dabei beobachtete, wie sie um eine Audienz bei ihm buhlten. Und wenn dem Formel 1-Paten danach war oder es die Geschäfte erforderten, dann drückte er auf einen Knopf seiner Tür-Fernbedienung und gewährte Einlass.

Ecclestone wurde 1930 ohne goldenen Löffel im Mund geboren. Es war vielmehr ein finanziell minderbemittelter Arbeiterhaushalt im englischen Ipswich. Aufgewachsen im Londoner Stadtbezirk Bexley, beendete er mit 16 Jahren die Schule. In dieser Zeit hatte er bereits als kommender Geschäftemacher von sich reden gemacht. Ecclestone: "Ich habe schon früh mit allem gedealt und gehandelt, was mir nur in die Finger kam. Zuerst Kaugummi gegen Radiergummi, dann Farbstifte gegen Schulhefte, später Fahrradpumpen gegen Fußbälle. Ich habe immer alles verkauft oder getauscht."

Später fand er bei den örtlichen Stadtwerken eine Arbeitsstelle. Aber dafür war er nicht geschaffen. Er wollte ins Motorsport-Business. Auch als Rennfahrer. 1958, da war er 28 Jahre alt, hatte er sein eigenes Team und wollte bei den Grand Prix in Monte Carlo wie auch in Silverstone selbst ans Steuer. Dumm nur, dass er sich mit einer entsprechenden Trainingszeit fürs Rennen qualifizieren musste. Das gelang nicht. Doch er probierte es in Monte Carlo auf seine damals bereits richtungsweisende Art, um im zweiten Anlauf einen Starplatz zu ergattern. Weil er selbst nicht schnell genug war, animierte er einen Kollegen, mit seinem Helm auf dem Kopf als vermeintlicher Ecclestone noch in die Startaufstellung reinzurutschen. Der Schwindel flog nicht zuletzt deswegen auf, weil der Fahrerkollege deutlich größer war als der nur 1,59 Meter kleine Bernie. Beide wurden disqualifiziert.

Was danach kam, ist genau so bekannt wie legendär: Ecclestone regierte die Formel 1 wie kein Zweiter, machte viele in der Szene steinreich und vergaß vor allem auch sich nicht. Er häufte ein Privatvermögen von angeblich etwa drei Milliarden Euro an. Jedoch, über das kann er nicht verfügen. Das Geld steckt seit 1996 vielmehr in (steuergünstigen) Stiftungen, die von seiner Frau Slavica beherrscht werden, die inzwischen aber seine Ex ist.

Bernie Ecclestone: "Vorsicht vor der Ehefrau"

Das macht den Umgang miteinander natürlich nicht leichter. Doch am Hungertuch muss er deswegen nicht nagen. Als die beiden sich 2009 nach 25 Jahren Ehe scheiden ließen, musste der geschäftstüchtige Brite dem ehemaligen Model zwar einen seiner Jets überlassen, er bekommt jedoch, so will die "Welt am Sonntag" damals erfahren haben, andererseits zehn Jahre lang jedes Jahr 100 Millionen US-Dollar aus diesem Vermögen als Alimente ausbezahlt.

Ob Hundefreund Ecclestone allerdings, dem vor Jahren die Nasenspitze von einem Vierbeiner abgebissen und anschließend wieder dranoperiert wurde, diese Regelung heute noch einmal so treffen würde, darf bezweifelt werden. Glaubt man nämlich den Enthüllungen des ehemaligen BBC-Journalisten Tom Bower in seinem Buch "No Angel – The Secret Life of Bernie Ecclestone", hatte der Kleine in der ehemals gemeinsamen Küche des Paares ein Schild mit der Aufschrift "Wen kümmert der Hund –Vorsicht vor der Ehefrau" angebracht. Für dieserart Sprüche ist er weltberühmt. In den Archiven der Weltpresse kann man nachlesen, wen Ecclestone mit ätzenden Worten bedachte:

Über Frauen – "Ich habe eine dieser wundervollen Ideen: Frauen sollten immer ganz in Weiß gekleidet sein, wie all die anderen Küchengeräte."

Über Saddam Hussein – "Man braucht jemanden, der den Lichtschalter an- und ausknipst. Saddam Hussein war jemand, der den Schalter ausgeknipst hat. Er hat aus dem Irak ein stabileres Land gemacht. Das ist doch bewiesen, oder? Wir haben etwas Schreckliches gemacht, als wir die Idee unterstützten, ihn loszuwerden."

Über Adolf Hitler – "Ich vermute, es ist schrecklich, das zu sagen, aber – abgesehen von der Tatsache, dass Hitler mitgerissen und überredet wurde, Dinge zu tun, von denen ich nicht weiß, ob er sie tun wollte oder nicht – konnte er viele Menschen führen und war fähig, Dinge zu erledigen."

Über Wladimir Putin – "Ich bin sein größter Fan."

Über Donald Trump – "Donald Trump ist gut für die Welt, gut für Amerika. Er ist flexibel. Und er ist bereit, die Veränderungen vorzunehmen, die Amerika und die Welt brauchen. Die Welt ändert sich. Also brauchst du Leute, die sich mit verändern wollen."

Über die Olympischen Spiele – "Das einzig Gute an Olympia sind die Eröffnungs- und die Schlussfeier. Das ist eine tolle Show. Ansonsten ist es völliger Quatsch."

Über sein Geschäftsprinzip – "Ich denke, mit Demokratie bringt man den Laden nicht zum Laufen." Und: "Wir sind nicht so etwas wie die Mafia, wir sind die Mafia."

Über die Rolle der Fahrer in der Formel 1 – "Die Fahrer sind Windbeutel. Sie können sagen, was sie wollen. Sie können nichts machen."

Über die Handgranate in seinem Londoner Büro – "Es war noch nicht der richtige Besucher da, um sie zu zünden."

Über Japan – "Ich liebe es, nach Japan zu fliegen. Dort sind alle so groß wie ich."

Über Kritiker – "Jedes Mal, wenn die denken, sie hätten mich an den Eiern, stellen sie fest, dass ihre Hände dafür nicht groß genug sind."

Über seine Zeit als Gebrauchtwagenhändler – In einem Kapitel des Buches "No Angel…" wird geschildert, wie er einen Kunden rüde abgefertigt haben soll, der mit einer Reklamation nach dem Kauf eines MG bei ihm auf der Matte stand, weil das Auto nicht die versprochene Heizung besaß. Angebliche Reaktion von Ecclestone: "Nennst du mich einen Lügner? Junge, du solltest vorsichtig sein. Ich ließ schon Leuten die Finger abschneiden."

Über die Zahl seiner Freunde im Fahrerlager – "Das hängt von der Uhrzeit ab. Heute vielleicht viele. Morgen keinen mehr."

Über die Zukunft der Formel 1 – "Im Ballett will ich Tänzer auf den Zehenspitzen sehen, nicht mit normalen Schuhen auf der ganzen Sohle. Von der Formel 1 erwarte ich pure Power, Lärm, Spektakel. Wir sind im Unterhaltungsgeschäft."

Der unterhalterische Aspekt der Branche war für Red Bull-Teamchef Christian Horner Anlass, seinem Landsmann Ecclestone zu dessen 80. Geburtstag ein heiteres Geschenk zu überreichen: Einen Rollator mit Frontspoiler in Red Bull-Farben am unteren Ende, Red Bull-Brausedosen mit langen (!!!) Strohhalmen oben an den beiden Griffen und ein in Formel 1-ähnliches Lenkrad in der Mitte, auf dem Drucktasten für ironisch gemeinte Funktionen aufgemalt sind: Eine, um den Rechtsanwalt zu rufen, eine, um die Einnahmen zu begrenzen (Cash Limiter), eine, um eingehende Nachrichten zu ignorieren, eine, um seine Pflegerin zu rufen, eine, um seinen Buchhalter zu aktivieren und eine, um Viagra zu bekommen.

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(