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Bundesliga: Schalke 04 feuert Trainer Keller und holt di Matteo

Immer wieder wurde beim FC Schalke 04 über Jens Keller diskutiert. Nun hat der Bundesligist seinen Trainer entlassen. Nachfolger wird Ex-Chelsea-Coach Roberto di Matteo.

Der FC Schalke 04 trennt sich von Cheftrainer Jens Keller. Wie der Bundesligist am Dienstag weiter mitteilte, wird der ehemalige Chelsea-Coach Roberto di Matteo sein Nachfolger.

"Es fehlt die notwendige Konstanz, um unsere gesteckten sportlichen Ziele zu erreichen. Daher haben wir uns dazu entschieden, einen Schnitt zu vollziehen", erklärte Schalke-Manager Horst Heldt nach nur zwei Siegen in zehn Pflichtspielen. Mit dem Trainerwechsel wolle der Verein nun "einen neuen Impuls" setzen. Getrennt hat sich Schalke auch von Co-Trainer Peter Hermann und Torwart-Trainer Holger Gehrke.

Keller hatte im Dezember 2012 das Traineramt von Huub Stevens bei Schalke übernommen. Seitdem gab es immer wieder Diskussionen um den 43-Jährigen. In dieser Saison hatte Schalke den Saisonauftakt verpatzt, zuletzt in der Bundesliga mit 1:2 gegen Hoffenheim verloren.

Nun wird Roberto di Matteo die Geschicke bei den "Knappen" leiten. Der 44-Jährige erhält einen Vertrag bis 2017 und soll bereits am Mittwoch offiziell vorgestellt werden. "Wir sind der festen Überzeugung, dass Roberto Di Matteo das Team stabilisiert und es schafft, unsere Ziele in der Bundesliga und der Champions League zu erreichen", erklärte Heldt. Di Matteo wird damit im kommenden Heimspiel gegen Hertha BSC am 18. Oktober erstmals auf der Schalker Trainerbank sitzen.

Di Matteo war bis Herbst 2012 beim FC Chelsea unter Vertrag, gewann mit den "Blues" im gleichen Jahr im "Finale dahoam" gegen den FC Bayern die Champions League. Seitdem ist der Italo-Schweizer, der perfekt deutsch spricht, auf Vereinssuche. Im Sommer war di Matteo auch Trainerkandidat bei Eintracht Frankfurt.

Vertragssituation war zuletzt offen

Kellers Vertrag war im Mai 2013 um zwei Jahre bis zum Ende der Saison 2014/15 verlängert worden.

Schalkes Vereinsboss Clemens Tönnies hatte nach dem Fehlstart in der Bundesliga Handlungsbedarf gesehen. "Wir werden analysieren, woran es liegt und treffen dann die notwendigen Entscheidungen", hatte der Aufsichtsratsvorsitzende des FC Schalke 04 am Montag der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" gesagt.

Die Schalker liegen in dieser Saison nach dem verpatzten Saisonauftakt mit acht Punkten nur auf dem elften Platz, dazu schieden die Königsblauen in der ersten Runde des DFB-Pokals aus.

Keller hatte sich am Sonntag zuletzt gelassen zu seiner offenen Vertragssituation geäußert. "Ich habe kein Problem damit", sagte er und betonte: "Es ist ja auch korrekt, wenn man nur acht Punkte aus sieben Spielen holt." Nach 22 turbulenten Monaten als Schalke-Trainer gehe er mit der Situation entspannter um. "Ich habe einen sensationellen Job. Es macht mir viel Spaß. Ich denke, dass mich viele Trainer beneiden."

Die Leistung der Spieler leide laut Keller unter den ständigen Diskussionen um sein Person nicht. "Die Mannschaft hat immer funktioniert und ihre Ziele erreicht. Für die Mannschaft ist es kein Thema, ob ich Trainer bin", ergänzte Keller, der mit seiner Situation gut leben kann.

In der vergangenen Saison habe er über viele Dinge Bescheid gewusst. "Ich denke, dass der Verein ehrlich mit mir umgeht." Gleichzeitig stellte der Coach aber klar: "Solange die Vertragssituation nicht geklärt ist, muss man in beiden Richtungen offen sein."

tob/DPA / DPA

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