Formel-1-Chef Ecclestone "Renault würde Schumi sofort nehmen"


Bernie Ecclestone heizt Spekulationen um Schumachers Rücktritt an. Er glaubt nicht an den Abschied des Meisters. Im Streit um die Strafversetzung von Fernando Alonso stärkt Ecclestone Renault den Rücken und spricht offen von einer "Farce".

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone hat Renault und dessen Teamchef Flavio Briatore Rückendeckung im Streit mit dem Internationalen Automobil-Verband (FIA) gegeben und die Strafe für Weltmeister Fernando Alonso beim Großen Preis von Italien in Monza kritisiert. Zugleich glaubt der 75 Jahre Brite noch nicht an ein endgültiges Karriereende von Alonsos schärfsten Titelrivalen Michael Schumacher.

"Mag sein, dass er es sich wohlüberlegt hat. Trotzdem glaube ich noch nicht so richtig daran. Ich habe das Gefühl, dass er zu einem Zeitpunkt entscheiden musste, den er selbst gar nicht wollte", schrieb Ecclestone im Magazin "Sport-Bild". Wenn er es sich anders überlege, könne der Ferrari-Pilot schon 2007 ein Cockpit haben. "Denn ich weiß: Renault würde ihn sofort nehmen. Es liegt nur an ihm." Daher sage er nicht Goodbye, sondern "Auf Wiedersehen, Michael."

Vorwurf der Manipulation zugunsten Ferrari

In der Auseinandersetzung zwischen FIA und Renault stellt sich Ecclestone auf die Seite der Schumacher-Konkurrenten Renault und Alonso. Der Spanier war wegen angeblicher Behinderung von Schumachers Teamkollegen Felipe Massa in der Startaufstellung von Platz fünf auf zehn strafversetzt worden. Im Rennen war der WM-Führende Alonso bis auf den dritten Rang vorgefahren, ehe er mit Motorschaden ausfiel.

"Das Verbot der Massedämpfer war schon falsch, dieser Vorgang hier ist eine Farce", sagte Ecclestone. Nach Betrachten der Videos und Gesprächen gibt es nach Ansicht Ecclestones "einfach keinen Beweis, dass Alonso Massa behindert hat". Ferrari sei das einzige Team, "von dem die FIA politische Unterstützung bekommt", kritisierte der Brite. Teamchef Briatore hatte der FIA Manipulation zugunsten Ferraris und Schumachers vorgeworfen, die Äußerungen aber später zurückgenommen. Alonso führt vor den letzten drei WM-Läufen nur noch mit zwei Punkten vor Schumacher.

Spekulationen um Schumis Zukunft

Mit einem Comeback des Deutschen ausgerechnet beim WM-Rivalen Renault heizte Ecclestone die Spekulationen um den Kerpener weiter an. Erst am Sonntag hatte der 37jährige nach dem Sieg in Monza seinen Rücktritt zum Saisonende angekündigt. Dabei hatte er offen gelassen, was er in Zukunft machen wolle. Bis Ende des Jahres sollen Gespräche mit Ferrari geführt werden, inwieweit er künftig in die Arbeit des Konzerns oder des Formel-1-Teams eingebunden werde.

Ferrari-Chefingenieur Luca Baldisseri hatte zuletzt den Wunsch geäußert, dass Schumacher zumindest als Testfahrer der Scuderia erhalten bleibt. Andere Spekulationen brachten den siebenmaligen Weltmeister mit Teams wie Red Bull und McLaren-Mercedes im Zusammenhang gebracht.

"Michael war und ist ein Superstar"

Sporthistorisch sieht Ecclestone Schumacher ganz weit oben. "Muhammad Ali und Ayrton Senna waren vielleicht die größten Superstars überhaupt, aber Michael ist nicht weit weg von ihnen", meinte er. "Michael war und ist ein Superstar." Im Sport heute würden nur noch Tiger Woods, Roger Federer und Valentino Rossi diesem Status gerecht.

Ecclestone sieht keine dramatischen Folgen für die Formel 1 nach Schumachers Abschied. "Die Formel 1 ist größer als jeder andere Fahrer. Größer als Senna, größer als Michael", sagte Ecclestone. "Aber sie waren oder sind mit die Größten, die ihr Sport, der Sport grundsätzlich, jemals gesehen hat."

DPA DPA

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