Formel 1 Kovalainen fährt im Training am schnellsten


Sebastian Vettel hat beim zweiten freien Training zum Großen Preis von Istanbul einen Achtungserfolg errungen. Trotz eines Motorschadens belegte der Deutsche den fünften Platz. WM-Spitzenreiter Jenson Button hielt sich noch merklich zurück. Am schnellsten war ein Silberpfeil unterwegs.

Ein früher Motorschaden hat die deutsche WM- Hoffnung Sebastian Vettel möglicherweise die Bestzeit gekostet, während Nico Rosberg zum Auftakt des Großen Preises der Türkei seinen Ruf als "Trainings-Weltmeister" bestätigte. Heikki Kovalainen fuhr dann am Freitagnachmittag im zweiten Durchgang im McLaren-Mercedes die Tagesbestzeit. Indes wird das Renngeschehen angesichts des sich zuspitzenden Machtpokers zwischen dem Internationalen Automobil- Verband Fia und der Teamvereinigung Fota immer mehr an den Rand gedrückt. Force India ist im Streit um die Formel-1-Zukunft als zweiter Rennstall nach Williams "umgefallen". Das Team von Adrian Sutil hat sich ebenfalls ohne Vorbehalt für 2010 eingeschrieben.

Vettel muss schieben

"Es waren leider nur drei Runden, dann war Schicht im Schacht", sagte Vettel zu seinem technischen Missgeschick. Im ersten Durchgang am Vormittag war der Red-Bull-Pilot aus Heppenheim im Istanbul Park Vierter geworden. Vettel half nach dem frühen Aus eigenhändig, seinen defekten Rennwagen in die Auslaufzone zu schieben. "Es sieht nicht ganz so gut aus", sagte der 21 Jahre alte Hesse.

Nico Rosberg (Wiesbaden) konnte im zweiten Durchgang bei 27 Grad auf dem 5,338 Kilometer langen Kurs im Niemandsland seine Bestzeit vom Vormittag nicht bestätigen und wurde Siebter. Die anderen Deutschen verpassten den Sprung in die Top-Ten jeweils klar. Sutil (Gräfelfing) erzielte als Zwölfter zum Auftakt immerhin einen Achtungserfolg. Anschließend kam der Force-India-Pilot auf Rang 17. Timo Glock (Wersau) platzierte sich im Toyota als 13. und 14. zweimal Mittelfeld. Für Nick Heidfeld verlief das Training trotz technischer Neuerungen am BMW-Sauber, darunter ein Doppeldiffusor am Unterboden, enttäuschend: Der Mönchengladbacher blieb mit den Rängen 17 und 16 weit unter den Erwartungen zurück.

Vor dem siebten Saisonlauf am Sonntag (Start: 14.00 Uhr MESZ/RTL und Premiere) führt der fünfmalige Saisonsieger Jenson Button, der sich mit den Rängen 11 und 12 begnügte, im Brawn-Mercedes die WM- Wertung mit 51 Punkten klar vor seinem brasilianischen Teamkollegen Rubens Barrichello (35) an. Vettel (23) weist bereits 28 Zähler Rückstand auf.

Nach der politischen Kehrtwende von Force India im Streit um die Zukunft der Königsklasse bröckelt die Fota-Front eine Woche vor der "Deadline" weiter. Ein Vertreter des Sutil-Rennstalls bestätigte der online-Ausgabe des Fachmagazins "auto, motor und sport" die Entscheidung, ohne namentlich genannt werden zu wollen. Die Fia will am 12. Juni das Starterfeld für 2010 bekanntgeben, das laut Reglement maximal 13 Rennställe umfassen kann. Die verbleibenden acht Teams, die in diesem Jahr fahren, hatten sich am vergangenen Freitag nur unter Vorbehalt eingeschrieben.

"Wir wollen keinen Krieg, wir wollen Stabilität"

Hauptstreitpunkte zwischen dem Dachverband und der Fota sind die von Fia-Präsident Max Mosley geforderte Budgetobergrenze von etwa 45 Millionen Euro sowie das Reglement. Die Fota hatte in Monaco einen umfassenden Katalog vorgelegt, der unter anderem einen Stufenplan für die Reduzierung des Etats enthält. "Wir wollen keinen Krieg, wir wollen Stabilität", versicherte Renault-Teamchef Flavio Briatore.

"Der jüngste Vorschlag der Teams macht sehr viele Zugeständnisse an die Fia. Das Resultat unserer Vorschläge wäre das Gleiche wie Mosleys Budgetlimit. Wir würden in Stufen am Ende bei den Ausgaben ankommen, wie sie sich Mosley wünscht", sagte BrawnGP-Besitzer Ross Brawn. "Für neue Teams wäre es eine attraktive Basis, in die Formel 1 einzusteigen." Bislang hat sich über ein halbes Dutzend neuer Kandidaten bei der Fia für 2010 eingeschrieben. Zudem soll Ferrari bis 2012 vertraglich zu einem Formel-1-Start verpflichtet sein.

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug sieht noch Chancen für eine Einigung. "Der einzige Weg sind weitere konstruktive Gespräche", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Wir kaprizieren uns nicht auf die Aufzählung von Themen, die nicht gehen, sondern wollen konstruktiv daran arbeiten, die Dinge gängig zu machen." Haug versicherte, dass McLaren-Mercedes dabei aber "voll und ganz auf Fota-Linie" sei.

Elmar Dreher/DPA DPA

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