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Formel 1: Neue Wende im Machtkampf zwischen Fia und den Teams

Im Streit um das zukünftige Reglement der Formel 1 sind sich Fia und Fota wieder etwas näher gekommen. Die rebellierenden Teams haben die Budgetobergrenze weitgehend akzeptiert, stellen aber weitere Forderungen. Eine Zersplittung der Königsklasse ist allerdings immer noch möglich. Das engültige Starterfeld für die Saison 2010 soll am Freitag verkündet werden.

Neue Wende im Formel-1-Machtkampf: Mit einem Briefwechsel haben sich der Automobil-Weltverband Fia und die Rebellenteams in letzter Minute einem Kompromiss genähert, doch eine Spaltung der Königsklasse ist immer noch möglich. "Jetzt ist die Zeit, eine vernünftige und schnelle Lösung für die noch offenen Probleme zu finden", drängte die Teamvereinigung Fota in ihrem Schreiben an Fia-Chef Max Mosley und Formel-1-Boss Bernie Ecclestone. Die Rennställe gaben darin ihren Widerstand gegen ein Etatlimit im Grundsatz auf und legten neue Vorschläge für eine Einigung vor. Nur Stunden später wies Mosley diese am Mittwoch zwar weitgehend zurück, ließ aber die Hintertür für einen Deal offen.

Mosley will die Teams zur Aufgabe ihrer Bedingungen zwingen

Vorläufig allerdings will der Verbandspräsident nicht von seinem Kurs abweichen. Bis zum Ablauf seines Ultimatums am Freitag will der Brite die abtrünnigen Teams zwingen, ihre Bedingungen für eine Teilnahme an der kommenden Saison aufzugeben und die von der Fia bereits beschlossenen Regeln inklusive einer Budgetgrenze von 45 Millionen Euro für 2010 zu akzeptieren. Dies stellte er in seinem Brief an die Fota kurz vor dem Großen Preis von Großbritannien am Sonntag (ab 14.00 Uhr im Liveticker von stern.de) abermals klar.

Die Zeit für den Abschluss eines neuen Grundlagenvertrags, den die Teams nach ihren Vorstellungen modifizieren wollen, sei zu kurz, befand Mosley. Am Freitag will die Fia die endgültige Starterliste für 2010 bekanntgeben. Daher sollen die Rennställe sich zunächst erneut dem alten Concorde Agreement von 1998 unterwerfen, ehe später über Änderungen diskutiert werden könne.

Dies allerdings läuft dem Kompromiss-Angebot der Fota zuwider. Diese hatte in ihrem Brief "dringend" eine Einigung über eine neue Formel-1-Verfassung angemahnt, die den Teams mehr Einfluss gewähren soll und die Position der Fia schwächen würde. Zudem verlangten die Rennställe eine Verlängerung der Verhandlungsfrist bis 1. Juli.

Im Gegenzug erklärten sich die revoltierenden Teams Ferrari, McLaren-Mercedes, BMW-Sauber, Red Bull, Toro Rosso, BrawnGP, Toyota und Renault bereit, künftig unabhängigen Prüfern Einsicht in ihre Bücher zu gewähren und damit wie gefordert einen strikten Sparkurs zu belegen. Zwar wehren sich die Rennställe weiter gegen den von der Fia verwendeten Begriff einer Budgetgrenze, doch die Fota-Version "Ressourcen-Beschränkung" klingt ebenfalls klar nach Kosten- Reduzierungen. Alle Rennställe seien bereit, sich diesem Prinzip zu unterwerfen, wenn für alle die gleichen Regeln gelten und das Sparprogramm unabhängig überwacht wird.

Die Fia solle erkennen, dass diese Vorschläge "eine deutliche Bewegung seitens der Teams" in dem Disput darstellen, hieß es. Nur so könne der Dachverband den angedrohten "Ausstieg einiger wichtiger Rennställe" verhindern, warnte die Fota.

Mosley antwortete, die Fia habe bereits seit längerem dem Einsatz unabhängiger Buchprüfer zugestimmt. Das Problem bei den Fota-Vorschlägen sei, dass keine genaue Zahl für eine Budgetgrenze benannt werde. "Die Teams müssen wissen, was die Beschränkungen sind, und wir auch", schrieb der Verbandschef. Daher sollen die Rennställe sich nach Mosleys Willen nun zunächst dem beschlossenen Etatlimit beugen. In den Verhandlungen über ein neues Concorde Agreement, das unter anderem die Verteilung der Gelder regelt, könnte dann mit allen Beteiligten über Änderungen des Regelwerks diskutiert werden.

Seit Monaten kämpfen die Fia und die Teams um die Zukunft der Königsklasse. Ferrari-Präsident Luca di Montezomolo hatte am Wochenende offen mit einer "Piratenserie" gedroht. Zudem suchte die Fota unverhohlen nach Verbündeten in den Fia-Spitzengremien, um Mosleys Macht zu brechen. Die Fia antwortete mit einer Medien-Offensive und warf der Team-Vereinigung vor, die Hoheit über die Regeln und die kommerziellen Rechte an sich reißen zu wollen.

Christian Hollmann und Claas Hennig

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