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Formel 1: Schumacher im Regen chancenlos

Im Kampf um die WM-Krone hat Michael Schumacher einen Rückschlag erlitten: Bei der Qualifikation zum Großen Preis von China reichte seine beste Runde nur für einen sechsten Platz. Bitter: WM-Konkurrent Alonso startet morgen von der Pole.

Im Regen und Dunst von Schanghai droht der achte Weltmeister-Titel in der Formel 1 für Michael Schumacher vorzeitig außer Sichtweite zu geraten. Der Ferrari-Pilot muss an diesem Sonntag (Start: 8.00 Uhr MESZ/RTL und Premiere) als Sechster aus der dritten Reihe zum Großen Preis von China starten. Dagegen kehrte Titelverteidiger Fernando Alonso in der Qualifikation zum ersten Mal seit drei Monaten wieder auf die Pole-Position zurück.

"Den Schaden haben wir in Grenzen gehalten", meinte Schumacher. Aber "wir sind definitiv zu langsam. Wenn es wieder so Verhältnisse sind wie heute, gibt es keinen Kampf. Wir sind im Regen einfach nicht konkurrenzfähig", gab der 37-Jährige zu Protokoll, dessen Ferrari mit Bridgestone-Reifen im Regen keine Chance gegen die Übermacht der Michelin-Mannschaften hatte - allen voran Renault. "Sie haben uns einen Reifen gegeben, der uns im Regen unschlagbar macht", tönte Weltmeister Alonso.

Auch Fisichella in erster Startreihe

Neben Alonso, der in der WM-Wertung mit 108 Punkten nur noch zwei Zähler vor Schumacher (Kerpen) liegt, schaffte auch noch Teamkollege Giancarlo Fisichella (Italien) den Sprung in die erste Startreihe, während Felipe Massa im zweiten Ferrari nach einem Motorwechsel und dem 13. Qualifikationsplatz als Letzter startet. "Wir sind in einer starken Position und darüber sehr glücklich", sagte Alonso. Auf dessen Frage "Wo ist Schumacher?" nach Abschluss des Qualifyings hatte ein Renault-Ingenieur hämisch geantwortet: "Auf Platz sechs, armer, alter Michael."

Auch die Wetterprognosen meinen es mit dem einstigen Regenkönig Schumacher nicht gut: Die Niederschlagswahrscheinlichkeit soll für den drittletzten Grand Prix der Saison und seiner Karriere zwischen 40 und 70 Prozent liegen. "Sollten sich die Bedingungen nicht ändern, geht es eher rückwärts", meinte Schumacher. "Sollten wir hier nicht gewinnen, haben wir noch zwei Rennen."

Im Regen nicht wettbewerbsfähig

Derweil forderte Technik-Direktor Ross Brawn bereits zum Daumendrücken auf, damit es im Rennen trocken bleibt. Sonst sei Ferrari einfach noch nicht wettbewerbsfähig genug im Vergleich mit den Top-Teams. Daher stufte er Schumachers Leistung im Regen am Samstag auch als "großartig" ein. Ebenso wie Teamchef Jean Todt: "Er hat das Beste rausgeholt."

Alonso steht zum sechsten Mal in diesem Jahr und zum 15. Mal in seiner Karriere auf Startplatz 1 - zum ersten Mal wieder seit seinem Sieg beim Großen Preis von Kanada am 25. Juni. "Wir sind schnell im Regen, wir sind schnell im Trockenen", sagte der 25-Jährige, nachdem er in allen drei Zeitabschnitten der Qualifikation die schnellste Runde auf dem 5,4351 km langen Kurs in Schanghai hingelegt hatte.

Beim Stechen der letzten Zehn, unter denen Schumacher der einzige Fahrer mit Bridgestone-Reifen war, benötigte Alonso 1:44,360 Minuten und war damit 1,315 Sekunden schneller als Schumacher. "Eine solches Qualifikationsergebnis ist immer besonders zufrieden stellend. Aber mit der WM in der derzeitigen delikaten Phase ist es noch ein Extra- Bonus", sagte Renaults Technik-Direktor Pat Symonds. Dieser hatte zuvor in Richtung seines ehemaligen Weggefährten Schumacher gestichelt und ihn als nicht so nervenstark wie Alonso eingestuft.

Zufriedenheit bei BMW-Sauber

Zufriedenheit herrschte indes bei Nick Heidfeld und seinem Arbeitgeber BMW-Sauber. Der Mönchengladbacher sicherte sich den 8. Startplatz vor seinem polnischen Mitstreiter Robert Kubica. "Vor der Qualifikation habe ich nicht daran geglaubt, dass wir in die Top Ten kommen", sagte Heidfeld, während sich BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen über die "sehr gute Ausgangsposition" freute.

Davon konnten Nico Rosberg (Wiesbaden) im Williams und Ralf Schumacher (Kerpen) im Toyota nur träumen. Die beiden gehen aus der achten Reihe als 15. und 16. ins Rennen - auch mit Bridgestone- Reifen. "Es war ein einziger Kampf um Grip", meinte Schumacher, der wie sein Bruder mit Bridgestone-Reifen fährt und dank der Zurückstellung von Massa auf den 16. Rang vorrückte.

DPA / DPA

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