HOME

Großer Preis von Monaco: Silberner Triumph beim Glamour-Rennen

Demütigung für Ferrari: Weltmeister Fernando Alonso und Lewis Hamilton haben McLaren-Mercedes beim Großen Preis von Monaco einen eindrucksvollen Doppeltriumph beschert. Alonso fuhr einen souveränen Start-Ziel Sieg ein.

Formel-1-König Fernando Alonso und Kronprinz Lewis Hamilton haben im Fürstentum Monaco die Ferrari-Konkurrenz in Grund und Boden gefahren. Der von der Pole-Position aus gestartete Weltmeister aus Spanien schaffte am Sonntag beim Großen Preis von Monaco im McLaren-Mercedes souverän seinen zweiten Saisonsieg. Den silbernen Triumph beim Glamour-Grand-Prix machte Shooting-Star Hamilton perfekt, der in seinem fünften Rennen in der Königsklasse zum fünften Mal aufs Podest fuhr. "Ich habe das Rennen so genossen. Ich hatte bei einem Sieg noch nie einen Vorsprung von über einer Minuten auf den Dritten", sagte Alonso, der mit seinem Erfolg auch seinen Vorjahressieg wiederholte: "Das war der einfachste und auch der schönste Sieg bislang."

Überglücklich war auch Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug: "Die zwei Jungs sind in einer eigenen Liga gefahren. Besser war es noch nie. Wir haben in der Vergangenheit schon dominante Siege gefeiert, aber den kann man sich einrahmen."

Michael Schumacher blickte düster drein

Für den zuletzt zwei Mal siegreichen Felipe Massa blieb indes vor den Augen des düster dreinblickenden Ferrari-Beraters Michael Schumacher nur der dritte Rang. Der Brasilianer wies im Ziel einen Rückstand von 69 Sekunden auf. Kimi Räikkönen (Finnland) kam nach einer verpatzten Qualifikation auf den achten Rang. "Natürlich sind wir nicht so glücklich. Wir wollten um den Sieg mitfahren", meinte Teammanager Stefano Domenicali. "Wir dürfen den Rückstand aber nicht überbewerten. Man dominiert hier, und dann kommt es wieder anders", meinte der Italiener.

Aus deutscher Sieg holte Nick Heidfeld im BMW-Sauber wenigstens einen Trostpreis. Der vom siebten Rang gestartete Mönchengladbacher wurde letztlich Sechster und fuhr damit drei WM-Zähler ein. Für Nico Rosberg (12.), Ralf Schumacher (16.) und Adrian Sutil, der vorzeitig ausschied, blieben die Punkte indes in weiter Ferne.

Alonso führt wieder in der Fahrerwertung

Im Kampf um die Krone punkteten die Silberpfeile. Durch seinen zweiten Saisonsieg zog Alonso nach 1:40:29,39 Stunden über insgesamt 260,520 km (78 Runden á 3,340 km) mit Hamilton gleich (beide 38). Dank seiner beiden Erfolge übernahm der Titelverteidiger aus Spanien aber die Führung nach fünf von insgesamt 17 Läufen. Massas Rückstand vergrößerte sich auf fünf Zähler. Für Räikkönen, der nach einem Schaden an der Vorderradaufhängung in der Qualifikation nur den 16. Rang belegt hatte, droht das silberne Duo noch mehr zu enteilen. Er hat als Vierter (23) bereits 15 Punkte Rückstand auf Alonso. Heidfeld verteidigte seinen fünften Gesamtrang (18).

Glimpflich verlief wie die gesamte Hatz durch die Häuserschluchten der mit großer Spannung erwartete Start: Während Alonso seine 16. Pole-Position souverän verteidigte, vereitelte Hamilton alle Attacken des von Rang drei gestarteten Massa, als der Brite konsequent nach innen zog und den Weg zumachte. Bestens begann auch für Heidfeld das Rennen. Der Rheinländer raste an Rosberg und Mark Webber (Australien/Red Bull) vorbei auf Rang fünf, in der 24. Runde überholte er auch noch Renault-Fahrer Giancarlo Fisichella (Italien). Am Ende musste er sich aber auch von Teamkollege Robert Kubica (Polen/5.) geschlagen geben.

Hamilton setzte Alonso unter Druck

Für zumindest drei Runden hatte im ersten Renndrittel Hamilton die Führung übernommen, nachdem Alonso seinen ersten Boxenstopp absolviert hatte. Mit Vollgas versuchte der Brite, der seinem ersten Formel-1-Sieg entgegensehnt, sich im packenden Teamduell einen Vorsprung heraus zu fahren. Doch so wie beim ersten Stopp konnte sich Alonso auch beim zweiten Reifenwechsel wieder an dem 22-Jährigen vorbeischieben. 21 Runden vor dem Ende holte Hamilton jedoch wieder auf und setzte Alonso unter Druck.

Mit Rücksicht auf den nächsten Grand Prix in Kanada waren die beiden von der Teamleitung dann in ihrem Tatendrang gebremst worden. "Wir mussten die beiden Wagen etwas langsamer fahren lassen", erklärte Teamchef Ron Dennis nach dem 150. Formel-1-Sieg für Mclaren. Für die Konkurrenz waren sie indes immer noch deutlich zu schnell.

Elmar Dreher/DPA / DPA

Wissenscommunity