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Sex-Skandal: Automobilclubs fordern Mosleys Rücktritt

Mit fünf Prostituierten soll sich Max Mosley vergnügt haben. Jetzt fordern mehrere Mitgliedsverbände des FIA seinen Rücktritt. Auch der amerikanische Automobilclub AAA, der größte Mitgliedsverband der FIA, stellte sich gegen den FIA-Verbandschef.

Es wäre im besten Interesse aller Betroffenen, wenn er abtreten würde", zitierte der britische Sender BBC eine Sprecherin des mehr als 50 Millionen Mitglieder zählenden amerikanischen Automobilclubs AAA. Zuvor hatten der deutsche ADAC und die königlich-niederländische Automobilvereinigung KNAF persönliche Konsequenzen von Mosley gefordert. Den Skandal hatte ein Video ausgelöst, auf dem der FIA-Präsident mit fünf Prostituierten zu sehen sein soll.

"Die jüngsten Ereignisse um die Führung der FIA waren sehr verstörend und peinlich", sagte AAA-Sprecherin Yolanda Clarke Cade der BBC. Trotz wachsender Kritik hat Mosley einen Rücktritt aber bislang ausgeschlossen und die Einberufung einer Krisensitzung der 222 FIA-Mitglieder beantragt. Gemäß den FIA-Statuten kann diese außerordentliche Generalversammlung in Paris jedoch frühestens in sechs Wochen stattfinden. Ein Sprecher Mosleys hatte zuletzt mehrfach betont, unter den FIA-Mitgliedern gebe es breite Unterstützung für den Präsidenten. Dagegen legte der gewichtige ADAC, größtes FIA- Mitglied in Europa, dem Verbandschef nahe, "sorgfältig über seine Rolle in der Organisation nachzudenken". KNAF-Präsident Arie Ruitenbeek erklärte, er werde in Paris gegen Mosley stimmen.

Ecclestone hält zu Mosley

Neben der wachsenden Zahl der Mitgliedsclubs, die sich gegen den Briten ausgesprochen haben, hatte auch die Mehrzahl der Formel-1-Hersteller, darunter Mercedes und BMW, eine rasche Aufarbeitung des Skandals gefordert. Eine Reihe früherer Formel-1-Piloten, darunter die Weltmeister Jackie Stewart und Jody Scheckter, halten einen Rücktritt des FIA-Chefs für unausweichlich. Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hingegen stellte sich vor dem dritten Saisonrennen, das am Sonntag in Bahrain ausgetragen wird, hinter Mosley. "Ich habe überhaupt kein Problem mit Max", wurde Ecclestone am Samstag in britischen Medien zitiert. Mosley selbst sagte die geplante Reise zum Wüstenrennen ab. Angeblich hatte ihn der Kronprinz Bahrains aufgefordert, nicht nach Sachir zu kommen.

Unterdessen hat Mosley mehreren Medienberichten zufolge gerichtliche Schritte gegen das britische Boulevard-Blatt "News of the World" eingeleitet. Die Zeitung hatte das brisante Video am vergangenen Sonntag veröffentlicht. Mosley sieht dies als unzulässigen Eingriff in seine Privatsphäre.

DPA / DPA

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