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Türkei-Premiere: Schumi abgeschlagen und ernüchtert

Nach dem ersten Trainingauf der neuen Strecke in Istanbul ist Michael Schumacher komplett desillusioniert. Trotz der Gerüchte über sein Privatleben kam Kimi Räikkönen hingegen mit dem hügeligen Kurs bestens zu Recht.

"Es hat länger gedauert die Strecke kennen zu lernen, als ich gestern noch dachte. Der Abstand ist relativ groß zu den Vorderen und mit so großen Abständen lässt sich sicherlich nicht viel erwarten", sagte der Michael Schumacher, der sich sogar zwei Dreher geleistet hatte.

Eingewöhnungsprobleme und Rückstand

Rund anderthalb bis zwei Sekunden trennten allerdings auch den spanischen WM-Spitzenreiter Fernando Alonso im Renault auf dem 5,338 Kilometer langen Kurs von der Spitze. Toyota-Pilot Ralf Schumacher und BMW-Williams-Fahrer Nick Heidfeld hatten ebenfalls noch Eingewöhnungsprobleme und fanden sich auf den hinteren Rängen mit deutlichen Zeitrückständen wieder.

Bestens zu Recht kamen die "Silberpfeile" mit dem hügeligen Kurs, der rund 40 Kilometer östlich der türkischen Weltmetropole Istanbul liegt. Der finnische WM-Zweite Kimi Räikkönen zeigte sich unbeeindruckt von Meldungen über sein Privatleben und fuhr im McLaren-Mercedes die zweit- und viertbeste Zeit. "Wir sind in einer guten Verfassung. Wir können die Balance des Autos aber noch verbessern", sagte Räikkönen.

"Ein guter erster Tag"

Sein kolumbianischer Teamkollege Juan Pablo Montoya kam auf die Ränge sechs und drei. "Silberpfeil"-Testpilot Pedro de la Rosa sicherte sich nach der Bestzeit im ersten Durchgang die zweitbeste Zeit hinter dem Tagesschnellsten, Ricardo Zonta, der 1:25,583 Minuten benötigte. "Das war ein guter erster Tag für uns auf einer wirklich anspruchsvollen Strecke", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Davon kann Schumacher nur träumen. "Im Moment schaut es nicht so gut für uns aus. Wir werden am Auto arbeiten müssen", kündigte der siebenmalige Titelträger an, der zuletzt mit dem zweiten Rang in Budapest wieder aufhorchen ließ und den Rückstand auf WM- Spitzenreiter Alonso auf 32 Punkte verkürzt hatte. Dazwischen liegt Räikkönen mit 61 Zählern.

Das Ziel ist klar

"Es muss unser Ziel sein, dass Rennen in der Türkei zu gewinnen und McLaren-Mercedes zu schlagen. Das ist aber kein leichtes Ziel", sagte Alonso. Mit den ersten Fahrten auf dem neuen Kurs war der Spanier unterm Strich zufrieden: "Die Strecke ist eine echte Herausforderung. Das Auto hat sich aber schon gut angefühlt."

Probleme bereitete allen Fahrern der Schmutz auf der Strecke. Es sei neben der Ideallinie eine "reine Rutschpartie", befand Michael Schumacher. Einen Vorteil auf Grund seiner Routine sieht der Titelverteidiger, der bislang bei Streckenpremieren fast immer siegte oder zumindest aufs Podest fuhr, nicht mehr: "Die jungen Fahrer können sich schnell auf die neue Strecke einstellen. Da ist meine Erfahrung aus all den Jahren nicht so viel wert."

Überrascht waren die Teams von den Temperaturen, die niedriger waren als zu dieser Jahreszeit in dieser Region üblich. Das dürfte auch die Wahl der richtigen Reifen für die Qualifikation und das Rennen tags darauf erschweren. "Wir hatten uns auf Hitze eingestellt", räumte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen ein. Statt über 30 Grad zeigte das Thermometer bei bedecktem Himmel aber lediglich 26 bis 28 Grad an.

Jens Marx/DPA / DPA

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