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Fehlende Liquidität Traditionsklub vor dem Aus: Rot-Weiß Erfurt beantragt Insolvenz

Ein Spieler von Rot-Weiß Erfurt schlägt die Hände über dem Kopf zusammen
Symptomatisch für die Situation von Rot-Weiß Erfurt: Kapitän Jens Möckel während des Spiels in Paderborn.
© Fotostand / Ellerbrake/ / Picture Alliance
Abgeschlagener Tabellenletzter und hoch verschuldet: Der Drittligist Rot-Weiß Erfurt steht sportlich und finanziell vor schwierigen Zeiten und stellt einen Insolvenzantrag. Das Präsidium sieht in diesem Schritt aber auch eine Chance.

Nachdem in der jüngeren Vergangenheit bereits viele Traditionsvereine den bitteren Gang in die Insolvenz antreten mussten, trifft es nun den nächsten: Rot-Weiß Erfurt schickte am Dienstagabend einen Antrag ab, der ein Insolvenzverfahren einleiten soll. Wie geht es weiter mit dem Ostklub?

Der Klassenverbleib für den FC Rot-Weiß Erfurt in der 3. Liga wird immer unwahrscheinlicher. Am Dienstagabend zog der Verein seinen Einspruch gegen den vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) verhängten Punktabzug zurück. Dieser war ausgesprochen worden, nachdem bei der turnusmäßigen Überprüfung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit eine Liquiditätslücke entdeckt worden war.

"Grundlagen für einen Neuanfang schaffen"

Diese konnte der Thüringer Verein in der vorgegebenen Frist nicht vollständig schließen. Der Zulassungsbeschwerdeausschuss des DFB wollte am Mittwoch den Widerspruch behandeln. Das Präsidium kommentierte den folgerichtigen Schritt der Insolvenz auf der offiziellen Homepage mit folgenden Worten:

"Gestern Abend haben wir beim Amtsgericht Erfurt den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens eingereicht. Der Erfurter Rechtsanwalt Marko Harraß wurde von uns mit der Durchführung des Verfahrens beauftragt. Deshalb gilt es jetzt, die Weichen für die Zukunft zu stellen: Mit einer geordneten Insolvenz einen klaren Schnitt machen und die Grundlagen für einen Neuanfang schaffen."

Rot-Weiß Erfurt ist kein Einzelfall – Der Niedergang der Traditionsklubs

Der Verein aus Thüringen reiht sich somit neben namhaften Klubs ein, die in der Vergangenheit den Gang in die Insolvenz antreten mussten. Zu den bekanntesten Beispielen gehören Rot-Weiss Essen und Alemannia Aachen. Die Westvereine haben sich sportlich und finanziell nie ganz erholt, beide Klubs spielen momentan in der Regionalliga West.

Rot-Weiss Essen war zuletzt 2006 im Profifußball unterwegs, als sie eine Saison in der 2. Bundesliga aktiv waren. Aachen spielte zu Beginn des Jahrtausends in der Bundesliga, zeitweise sogar international. Die Alemannia musste im März 2017 einen erneuten Insolvenzantrag einreichen. Wohin der Weg für Erfurt führt, werden die nächsten Monate in der Regionalliga zeigen.

fk mit DPA

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