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"Rufmord": Wildmoser beschimpft Hoeneß

Der ehemalige Präsident von 1860 München ist sauer auf Uli Hoeneß. Der hatte behauptet, Wildmoser habe seinen Verein fast in die Insolvenz getrieben. Wildmoser erwägt nun rechtliche Schritte gegen den Manager des FC Bayern.

Fußball-Manager Uli Hoeneß vom FC Bayern München droht Ungemach. Seine Behauptung, der ehemalige Präsident des TSV 1860 München, Karl-Heinz Wildmoser, habe seinen damaligen Verein "fast insolvent" hinterlassen, hat womöglich ein gerichtliches Nachspiel. Wildmoser senior will über einen Münchner Rechtsanwalt eine Einstweilige Verfügung gegen Hoeneß erwirken. "Was Hoeneß von sich gibt, ist unverschämt. Das ist Rufmord. Er will mich fertig machen, aber so weit lasse ich es nicht kommen", sagte der 66 Jahre alte Großgastronom in der Münchner "Abendzeitung".

Der Manager des deutschen Rekordmeisters nahm die Drohung gelassen zur Kenntnis. "Ich würde mich sehr freuen, wenn mich Herr Wildmoser verklagt, denn dann könnte ich noch ein paar Dinge mehr sagen. Er weiß ganz genau, dass ich Recht habe", sagte er der Münchner "tz". Es gehe ihm nicht darum, "Sechzig zu zerlegen, damit wir mehr Anteile am Stadion bekommen", wie Wildmoser das behauptet hatte: "Ich will Sechzig helfen."

Eine Kerze für den Aufstieg

Grund für die Besorgnis des 53-Jährigen ist die Finanzierung der Allianz Arena, an der beide Vereine zu jeweils 50 Prozent beteiligt sind. Sollte Zweitligist 1860 den Aufstieg in die Bundesliga und dadurch ein Mehr an Einnahmen aus dem TV-Vertrag verpassen, "müsste die Stadt einspringen und die Anteile von 1860 womöglich treuhänderisch verwalten, bis sich der Verein wieder erholt hat".

Deshalb stelle er "jeden Morgen eine Kerze auf, dass 1860 aufsteigt. Es ist genau der falsche Ansatz von Wildmoser anzunehmen, ich würde mir den Abstieg von Sechzig in die dritte Liga wünschen." Die Zusammenarbeit mit Wildmosers Nachfolger im Präsidentenamt, Karl Auer, funktioniere "gut, korrekt und kollegial". Wildmoser wolle das aber "nicht sehen".

In der "AZ" beschuldigte Hoeneß seinen Widersacher außerdem, der Bestechungsskandal um Karl-Heinz Wildmoser junior hätte "fast das Aus für das Stadion" bedeutet: "Die Arena war ja kurz vor dem Kollaps. Das waren die zwei härtesten Jahre meines Lebens - und die stellen das immer noch als Kavaliersdelikt hin. Das ist doch nicht zu fassen. Ich stehe zu dem, was ich gesagt habe."

DPA / DPA

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