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1. Bundesliga Borussia Dortmund besiegt den FC Bayern München


Borussia Dortmund hat das Kunststück geschafft, den FC Bayern vier Mal in Folge zu besiegen und ganz nebenbei einen großen Schritt in Richtung Meisterschaft gemacht. In einer abwechslungsreichen Partie machten die Hacke von Robert Lewandowski und der schwache Elfmeter von Arjen Robben den Unterschied aus.

Es war nicht das ganz große Spitzenspiel, doch am Ende wird es dem BVB herzlich egal sein, wie der 1:0-Sieg zustande kam. In einer unterhaltsamen und abwechslungsreichen Partie gewannen die Westfalen mit 1:0 gegen den FC Bayern München und bauten den Vorsprung in der Tabelle auf sechs Punkte aus.

Robert Lewandowksi war es, der in der 76. Minute einen Schuss von Kevin Großkreutz abfälschte und somit für die Entscheidung sorgte. Erst im Anschluss sahen die Zuschauer eine wirkliche Spitzenpartie, in der sämtliche taktischen Zwänge abgelegt wurden. Am Ende hatten die Bayern noch die Chance auf das Remis, doch Arjen Robben scheiterte vom Punkt. So verloren die Bayern auch das vierte Spiel gegen den BVB in Serie und die Dortmunder sind seit 24 Spielen ungeschlagen - und Meister?

Neuer verhindert den frühen Rückstand

Die Ausgangslage war klar und deutlich formuliert: Der BVB führte die Tabelle mit drei Punkten Vorsprung auf die Bayern an, der Rekordmeister hatte das bessere Torverhältnis. Die Hausherren konnten sich dabei kaum an die letzte Niederlage erinnern, waren sie seit mittlerweile 23 Spielen ungeschlagen. Fünf Siege in Serie gab es für die Münchner, die zudem den besten Sturm und die beste Abwehr stellten.

Beide Mannschaften wollten natürlich nicht verlieren, scheuten sich aber auch, mit offenem Visier zu spielen. Ein Sieg wäre schön, ein Unentschieden akzeptabel. Eine klassische Pattsituation. BVB-Coach Jürgen Klopp brachte so den disziplinierteren Kevin Großkreutz für Ivan Perisic, FCB-Trainer Jupp Heynckes vertraute auf der Doppel-Sechs Luiz Gustavo und Toni Kroos.

Die Münchner standen direkt unter Druck und der BVB schaffte es sofort, sein Spiel aufzuziehen. Die Abwehrreihe der Gäste wurde früh attackiert, das Aufbauspiel schnell unterbunden. Großkreutz hatte nach sechs Minuten dann die Riesenchance, den BVB in Führung zu bringen, Manuel Neuer rettete nach Hereingabe von Kagawa grandios.

Die Dortmunder wirkten wacher, standen in der Defensive sehr kompakt, machten geschickt die Passwege zu und ließen die Außen Arjen Robben sowie Franck Ribery kaum zur Entfaltung kommen. Allerdings kamen die Hausherren nicht zum 1:0 und so fingen sich die Bayern nach verschlafender Anfangsphase. Der Abwehrverbund schob sich weiter nach vorne und die Dortmunder fanden nicht mehr das Mittel, frühen Druck aufzubauen.

Es geht torlos in die Kabinen

Angetrieben von David Alaba und Luiz Gustavo standen die Münchner nun kompakter und schienen erst einmal das Remis verwalten zu wollen. Arjen Robben und Franck Ribery arbeiteten permanent mit nach hinten, so fehlte in der Offensive die Durchschlagskraft und der BVB hatte wenig Mühe, die spärlichen Angriffe zu unterbinden. Einzig nach eigenen Fehlern wurde es gefährlich.

So kam Toni Kroos in der 30. Minute zur ersten richtigen Chance für die Bayern, als er Ilkay Gündogan den Ball abnahm, den langen Pfosten jedoch knapp verfehlte. Gegen Ende des ersten Durchgangs zogen die Dortmunder das Tempo dann nochmals an und nach einem Eckball war es Robert Lewandowski, der eine Flanke von Kuba an den Pfosten setzte.

Der BVB hatte die besseren Chancen und so war man mit dem 0:0 zur Pause sicherlich nicht zufrieden. Die Bayern schienen mit einem Punkt zufrieden, denn auch nach dem Seitenwechsel zeigte sich das Team noch verhalten. Es schien so, als wolle man dem FC Schalke und den Gladbachern die Aufgabe überlassen, dem BVB die wichtigen Punkte zu klauen.

Insgesamt hatte der BVB jedoch ein wenig an Tempo verloren, schaffte es nicht mehr, die Bayern permanent zu beschäftigen. Die probierten sich nun zaghaft in der Vorwärtsbewegung und schienen sich ein leichtes Übergewicht zu erspielen – ohne jedoch die ganz große Gefahr zu versprühen. Man hatte angekündigt, die Chance nutzen zu wollen und Heynckes probierte es in der 60. Minute mit Bastian Schweinsteiger, der Thomas Müller ersetzte.

Die Hacke von Lewandowski

Die Gastgeber ließen sich nun weiter in die eigene Hälfte fallen und kamen über Konter. Zu wenig stand an diesem 30. Spieltag auf dem Spiel, als dass eine der beiden Mannschaften die Defensive preisgeben wollte. Ein Treffer und ein Sturmlauf wäre wahrscheinlich. Und der sollte dann in der 76. Minute kommen. Denn nach einem Eckball probierte sich Großkreuz an einem Fernschuss, den Lewandowski per Hacke unhaltbar für Neuer in die Maschen ablenkte – 1:0.

Die Bayern waren nun gefordert, denn bei sechs Punkten Rückstand schien die Vorentscheidung um die Meisterschaft gefallen. Zudem war Mario Gomez gegen Ivica Olic ausgetauscht, die Kiste der Alternativen nicht unbedingt prall gefüllt. Und so war es Roman Weidenfeller, der mit einem Foul an Robben den Spannungsbogen nochmals straffte.

Es war neben einem Kopfball von Neven Subotic an die eigene Latte die beste Chance für die Bayern, die in den letzten zehn Minuten alles nach vorne warfen und den Punkt gemessen am Spielverlauf auch verdient gehabt hätten. Der Schuss des Niederländers war allerdings zu schwach und Weidenfeller hielt den Ball und wohl auch die Meisterschale fest.

Gunnar Beuth

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