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1. Bundesliga Dortmund und Bayern gehen selbstbewusst ins Topspiel

Die Spieler des BVB üben sich normalerweise in der von Trainer Jürgen Klopp vorgelebten Bescheidenheit. Vor dem Topspiel gegen den FC Bayern hat Mats Hummels diesen Weg verlassen, er glaubt bei einem Dortmunder Sieg an eine Vorentscheidung im Titelkampf. Doch auch die Bayern geben sich selbstbewusst.

Unbekümmert, unbeeindruckt und vor allem unbesiegt geht Meister Borussia Dortmund ins Spitzenspiel der Bundesliga gegen Bayern München. Mit dem in kühler Effizienz herausgespielten 3:1 (1:0) beim VfL Wolfsburg gab der BVB die perfekte Antwort auf jene Annahmen, die Borussia würde nach der 4:4-Gaudi in der Vorwoche gegen Stuttgart Nervenflattern bekommen. So fiel es Mats Hummels leicht, Kampfansagen vom Herausforderer Bayern München milde lächelnd zu kontern. "Wenn wir gewinnen, glaube ich nicht, dass wir uns das noch nehmen lassen", sagte der frühere Bayern-Profi.

Nach dem 23. Bundesligaspiel in Serie ohne Niederlage dachten alle Dortmunder am Karsamstag nur noch an den Megahit vier Tage später. Titelverteidiger und Spitzenreiter Dortmund gegen Rekordmeister und Verfolger München. Und das ganze vier Spieltage vor dem Saisonende. "Dass es ein Flutlichtspiel unter der Woche ist, erhöht den Reiz. Wir wollen den 80 000 ein Spektakel bieten", versprach Dortmunds Trainer Jürgen Klopp. Hummels hatte schon mehr im Sinn.

Mit 66 Punkten und drei Zählern Vorsprung auf den FC Bayern geht der BVB in das Spitzenspiel, das der Borussia die achte Meisterschaft ein gehöriges Stück näher bringen könnte. "Wenn die Bayern gewinnen, sind wir gleichauf. Eine Vorentscheidung kann also nur zu unseren Gunsten laufen", befand Nationalspieler Hummels.

Klopp widerspricht Hummels

Der Widerspruch ließ nicht lange auf sich warten. Kurz nachdem Hummels gegen seinen Ex-Club gestichelt hatte, versuchte Trainer Klopp drei Etagen höher auf der Pressekonferenz seine Spieler auf dem Teppich zu halten. "Meines Wissens sind danach noch vier Spiele und damit zwölf Punkte zu vergeben. Wir spielen noch gegen Schalke und Gladbach, also gibt es meiner Meinung nach am Mittwoch keine Vorentscheidung. Und das ist für mich, ehrlich gesagt, die einzig relevante Meinung", sprach Klopp.

Für die gut 6000 Dortmunder Fans in der mit 30.000 ausverkauften Volkswagen-Arena war da schon alles gesagt. Das kühle 3:1 gegen starke Wolfsburger war Statement genug. "Deutscher Meister wird nur der BVB" skandierten sie bereits nach dem herrlichen wie kompromisslosen 2:0 durch Ilkay Gündogan (49.). "In Wolfsburg 3:1 zu gewinnen, ist kein Pappenstiel", lobte dann auch BVB-Präsident Reinhard Rauball.

Gomez macht die Bayern froh

Auf der Gegenseite bleibt Mario Gomez im Meisterrennen der Erfolgsgarant des FC Bayern. "Wir haben es so weit geschafft, dass wir es selbst in der Hand haben, dass es an uns liegt", sagte der Münchner Top-Torjäger nach dem 2:1-Pflichtsieg über den FC Augsburg. "Die letzten fünf Spiele werden verdammt schwierig - und wir müssen alle fünf gewinnen. Wenn wir das tun, werden wir Meister." Wenn Gomez dabei so weiter trifft, steigen auch die Titelchancen der Bayern. Beim Erfolg über die Schwaben schraubte er seine Liga-Torquote auf 25 Treffer hoch.

"Er ist ein Mensch, der keinen Druck braucht, sondern Vertrauen. Das hat er heute wunderbar zurückgezahlt. Das waren wichtige Tore heute", frohlockte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Die so eminent wichtigen Treffer passten zum neuen hoch dotierten Vertrag bis 2016, den der Nationalstürmer ("Mein wichtigster Vertrag") in dieser Woche unterzeichnet hatte. 39 Treffer in 43 Pflichtspielen lautet die eindrucksvolle Bilanz des 26-Jährigen, der zu den Top-Verdienern in München aufgestiegen ist.

"Zwei lebenswichtige Tore im sehr wichtigen und schweren Spiel. Ich glaube, da haben beide Seiten alles richtig gemacht", hob Sportdirektor Christian Nerlinger hervor und freute sich schnell auf das Endspiel gegen die Borussia. "Es treffen die beiden überragenden Mannschaften der Saison aufeinander. Ich bin überzeugt, dass wir den Titelendspurt für uns entscheiden werden."

Boatengs Fehler macht das Spiel spannend

Gegen Augsburg ging das Toreschießen bereits in der 25. Sekunde los - so schnell war in dieser Saison keiner. Sicherheit gab das frühe Tor aber nicht. "Das 1:0 war vielleicht für den Kopf nicht ganz optimal, weil wir uns dann vielleicht ein bisschen zurückgelegt haben", sagte Thomas Müller. Auf die Frage, ob nun die letzten Tage des BVB an der Tabellenspitze begonnen haben, musste der WM-Torschützenkönig grinsen. "Gute Frage, würden wir auch gern wissen."

In Dortmund dürfen sich die Münchner aber nicht solche Fehler wie in der 23. Minute erlauben, als Innenverteidiger Jerome Boateng den Ball verfehlte, Manuel Neuer nicht glücklich aussah und Ja-Cheol Koo zum zwischenzeitlichen Ausgleich traf. Schmerzhaft wäre das Tor gewesen, wenn nicht Gomez (60.) noch einmal seiner Aufgabe nachgegangen wäre. "Hauptsache er trifft und wir gewinnen", betonte Bastian Schweinsteiger nach seinem Startelf-Comeback. Erstmals seit seiner Verletzung im Februar durfte der Nationalspieler wieder von Beginn an ran; und hatte keine Schmerzen.

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