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1. Bundesliga: Hertha BSC - Babbel und Preetz im Clinch

Noch immer gibt es bei Hertha BSC keine offizielle Entscheidung zur Personalie Markus Babbel, doch die verbalen Scharmützel nehmen langsam groteske Züge an. So läuft wohl alles auf eine schnelle Trennung hinaus. 

Kurz vor Weihnachten ist der Streit um die Zukunft von Trainer Markus Babbel bei Hertha BSC eskaliert. Am Rande des letzten Hinrundenspiels bezichtigten sich die Verantwortlichen der Berliner gegenseitig der Lüge.

Babbel selbst gab erstmals bekannt, seinen Vertrag nicht zu verlängern. Er habe sich schon Anfang November "aus Gründen, die ich nicht näher bringen will, entschieden, mich zu verändern", sagte er im Pay-TV-Sender Sky. Nur zwei Stunden zuvor hatte Manager Michael Preetz betont, mit Babbel nie ein derartiges Gespräch geführt zu haben. "Da hat er vielleicht nicht richtig zugehört", bemerkte der Noch-Coach.

Wer lügt denn nun?

Diese Aussagen wollte Preetz wiederum nicht so stehen lassen und so konterte er bei Liga total!: "Wenn ich höre, dass es einen Zeitpunkt gegeben haben soll – der 4. November steht da im Raum, an dem Markus Babbel mir gesagt hat, dass er seinen Vertrag nicht verlängert – das ist schlichtweg falsch! Das irritiert mich auch ehrlich gesagt ein bisschen."

Auch wenn Preetz sämtliche Meldungen um einen bereits feststehenden Abschied Babbels im Januar und die Verpflichtung von Michael Skibbe als Nachfolger ins Reich der Spekulationen verwies, scheint eine Zusammenarbeit mit Babbel kaum noch länger möglich. Das offene Zerwürfnis machte Herthas Präsident Werner Gegenbauer deutlich, der Babbel deutlich widersprach: "Die Geschichte, die er heute erzählt hat, entspricht nicht dem, was Michael Preetz Stein und Bein schwört."

Preetz dementiert Einigung mit Skibbe 

Kurz darauf warf der Hertha-Chef seinem Coach sogar offen Lügen vor. "Jetzt sollte man nicht mit Baron-Münchhausen-Geschichten kommen", sagte Gegenbauer. In Skibbe, der in der Bundesliga bereits Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt trainiert hatte, stehe übereinstimmenden Medienberichten zufolge schon ein Nachfolger bereit. "Diese Informationen stimmen nicht", sagte Preetz ebenfalls bei Sky.

Babbel betonte, gerne seinen Vertrag erfüllen zu wollen. "Aber das müssen die Verantwortlichen entscheiden. Schlussendlich beeinflussen werde ich das nicht können", meinte der 39-Jährige.

Vor der Partie bei 1899 Hoffenheim (1:1) hatte Manager Preetz noch gesagt, erst in der Winterpause eine Entscheidung um die Zukunft von Babbel bekanntzugeben. Dem kam der Trainer zuvor. Babbel bezeichnete sein Verhalten als loyal. "Ich habe mich immer daran gehalten, was mir vorgegeben wurde. Es geht darum, dass ich rechtzeitig Bescheid gegeben habe, und das war Anfang November in der Länderspielpause."

Dass die Gerüchteküche in Berlin überkochte, fand er schade. "Das hat so eine Dynamik bekommen, dass es unglaublich schwer geworden ist für die Truppe und für mich", sagte Babbel, der Fehler bei der Handhabe mit der Causa einräumte. "Wir haben das leider nicht so gut hinbekommen. Das war unnötig."

"Es ist nicht so, dass wir rumeiern"

Die Bild hatte von einem Treffen Preetz' mit Skibbe vor einigen Tagen berichtet. Auf eine entsprechende Nachfrage gab der Manager keine Antwort. Zudem wehrte er sich gegen den Vorwurf, sich vor einer Entscheidung zu drücken. "Es ist nicht so, dass wir rumeiern oder dem Trainer die Rückendeckung versagen."

Eigentlich wollte Preetz erst nach dem DFB-Pokal-Spiel am Mittwoch gegen den 1. FC Kaiserslautern Neuigkeiten vermelden. "Wir haben eine Zeitachse vereinbart und die ist nach wie vor gültig", sagte Preetz. Zuletzt hatte der Verein entschieden, bis zum Rückrundenstart am 21. Januar beim 1. FC Nürnberg die Trainerfrage geklärt zu haben.

Skibbe, der derzeit den türkischen Erstligisten Eskisehirspor trainiert und am Samstag zu einem Liga-Spiel antreten musste, war bislang nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

sportal.de / sportal

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