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1. Bundesliga: Leverkusen und der Fall Michael Ballack

Bei Bayer Leverkusen dreht sich weiterhin alles um Michael Ballack. Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser will den Star am liebsten "abwickeln", Rudi Völler geht auf Tauchstation und Andre Schürrle sah ohne Ballack das "beste Spiel" der Bayer-Elf. Dabei reichte es gegen stark ersatzgeschwächte Bremer nur zu einem Remis.

Selbst ohne eine einzige Sekunde Einsatzzeit hat Michael Ballack Bayer Leverkusen fest im Griff. Rund um das 1:1 (0:1) beim Tabellennachbarn Werder Bremen gab es nur ein Thema: Das nicht enden wollende Theater um den früheren Kapitän der Nationalelf.

"Das sind alles Nebengeräusche, die auf dem Niveau dazu gehören, wenn sie einen solchen Spieler im Kader haben", sagte Leverkusens Trainer Robin Dutt mit angestrengtem lächeln.

Der "Fehler" Ballack 

Diesen besonderen Spieler - der früher einmal das Gesicht des deutschen Fußballs gewesen war - ließ Dutt im wichtigen Verfolgerduell 90 Minuten lang auf der Bank. "Ich war sehr zufrieden mit den Spielern auf dem Platz und habe keinen Grund zum Wechseln gesehen", argumentierte der Coach des Tabellensechsten.

Der 35-Jährige 98-fache Nationalspieler steht vor den womöglich letzten Bundesliga-Monaten seiner Karriere. "Wir haben noch drei Monate Vertrag. Das werden wir profimäßig abwickeln", sagte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser bei Sky, nachdem er in den Tagen zuvor öffentlich mit Ballack gebrochen, ihm Uneinsichtigkeit vorgeworfen und den Transfer des Mittelfeldstars 2010 vom FC Chelsea sinngemäß als Fehler bezeichnet hatte.

Zur Aussage von Ballack-Berater Michael Becker, wonach Ballack nur das "Bauernopfer“ sei und Bayer von den eigenen Problemen mit Trainer Robin Dutt ablenken wolle, sagte Wolfgang Holzhäuser bei LIGA total: "Michael Becker ist von Hause aus Berater von Michael Ballack und gleichzeitig Jurist. In der Kombination ist er Verteidiger. Und der Verteidiger hat manchmal eine andere Ansicht als die Gegenseite. Ich lasse das mal so im Raume stehen…“

Will Bayer Ballack loswerden? 

In den Fernsehinterviews rund um das Spiel wiederholte Holzhäuser das zuvor bereits Gesagte, ging aber sonst auf Tauchstation. Auch Sportdirektor Rudi Völler, der die zuletzt schwachen sportlichen Auftritte Ballacks kritisiert hatte, ließ sich bei den Journalisten nicht blicken. Nur Trainer Dutt sprach über Michael Ballack. 

"Michael wird für uns zukünftig noch Spiele machen. Das ist doch klar." Doch Holzhäuser scheint den Star lieber loswerden zu wollen. "Sollte sich ein Verein melden, der an Michael Ballack Interesse hat, dann sind wir auch bereit, über das Thema zu reden", sagte der Bayer-Geschäftsführer bei LIGA total, fügte aber hinzu: "Aus heutiger Sicht ist das nicht der Fall." Noch bis Dienstag läuft in Deutschland die Wechselfrist.

Das beste Spiel von Bayer? 

Dass Ballack selbst offenbar mit dem Gedanken spielt, seine zweite Bayer-Ära vorzeitig zu beenden, offenbarte Teamkollege André Schürrle. "Michael muss die Entscheidung treffen, da sollten wir uns raushalten", sagte der Nationalspieler. Leverkusens Spieler und Trainer waren auffällig bemüht, zu betonen, dass das Thema Ballack zumindest in der Mannschaft gar keins sei.

"Das Spiel heute war ein Beweis, dass sich die Mannschaft davon nicht beeinflussen lässt", befand Dutt. Schürrle hatte gar Bayers "bestes Spiel in dieser Saison" gesehen. Fakt ist: Ein Statement der Werkself pro oder kontra Ballack war das Spiel nicht. Ohne den Mittelfeldstar spielten die Rheinländer engagiert, konnten aber gegen einen extrem ersatzgeschwächten direkten Konkurrenten keinen Boden auf die Champions-League-Ränge gut zu machen. Das Ausgleichstor von Stefan Reinartz (57. Minute) fiel nur unter Mithilfe von Werder-Keeper Tim Wiese. 

sportal.de / sportal

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