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1. Bundesliga: Stuttgart gewinnt in Hoffenheim

Zwei Tore von Ex-Stürmer Vedad Ibisevic zeigten der TSG Hoffenheim beim 1:2, dass man nicht unbegrenzt Qualität abgeben kann, ohne den sportlichen Preis dafür zu zahlen. Der Anschlusstreffer des in Ungnade gefallenen Sejad Salihovic sprach auch nicht gerade gegen diese These, wie wir finden.

In seinem achten Freitagsspiel der Saison hat der VfB Stuttgart in Sinsheim mit 2:1 bei der TSG Hoffenheim gewonnen. Kein anderer als Vedad Ibisevic erzielte beide Tore bei seiner Rückkehr nach Nordbaden. Ibisevic war im Winter einer der offensivstarken Spieler gewesen, von denen sich der Dorfclub getrennt hatte.

Seither markierte der bosnische Stürmer vier Tore und vier Assists für den VfB. Zwei wichtige Tore gelangen ihm an alter Wirkungsstätte, wo Dietmar Hopp und seine Helfershelfer seit einiger Zeit dabei sind, ihre erfolgreiche Mannschaft der Aufstiegssaison aus Kostengründen abzutragen. Nach den Weggängen von Carlos Eduardo und Luiz Gustavo im Vorjahr und Ibisevic und Chinedu Obasi in diesem Winter hat Markus Babbel, der neue Coach im Kraichgau, wesentlich weniger Offensivstärke zur Disposition - und das prägte auch die Geschichte dieses BW-Duells.

Denn das meiste von dem, was man machen muss, um ein Fußballspiel zu gewinnen, tat Hoffenheim. Die Hausherren hatten mehr Ballbesitz als die Gäste, sie gewannen mehr Zweikämpfe und sie schossen öfter aufs Tor. Aber es fehlten ihnen die kaltblütigen Stürmer vom Schlage Ibisevic.

Drei Neue nach dem 1:7

Nach dem 1:7-Debakel von München hatte Babbel seine Mannschaft auf vier Positionen geändert. Kapitän Andreas Beck kehrte nach Sperre für Isaac Vorsah zurück ins Team, Fabian Johnson spielte für Edson Braafheid und Peniel Mlapa ersetzte Tobias Weis. Bruno Labbadia musste die verletzten Serdar Tasci und Shinji Okazaki durch Maza und Julian Schieber.

Schon nach acht Minuten gingen die Schwaben, die noch nie in der Bundesliga gegen Hoffenheim verloren haben, in Führung, als William Kvist den Ball nach rechts außen auf den nach vorne gestarteten Khalid Boulahrouz passte, der mit einer tollen Volleyflanke Ibisevic fand. Der Stürmer war Jannik Vestergaard davongeeilt und schloss cool zum 0:1 ab.

Kurz vor der Pause fand der Außenverteidiger wieder den Kopf des Stürmers, diesmal von Zdravko Kuzmanovic bedient. Damit schien eine Vorentscheidung gefallen, denn zu harmlos präsentierte sich Hoffenheim im Spiel nach vorne.

Zur Pause brachte Babbel dann den zuvor in Ungnade gefallenen Sejad Salihovic, der nach einem Foul von Maza an Johnson in gewohnt sicherer Manier den fälligen Strafstoß unter die Latte verwandelte. Da war zwar nur noch eine Viertelstunde zu spielen, aber Salihovic selbst hatte das vierte bosnische Tor des Abends wenig später noch auf dem Fuß, scheiterte aus kurzer Distanz an Sven Ulreich.

Der Held des Abends Ibisevic handelte sich am Ende noch eine überflüssige Gelbe Karte ein, als er gegen seinen ehemaligen Teamkollegen Tom Starke noch mit dem Fuß nachsetzte, als der Keeper den Ball schon sicher hatte. Dabei traf er Starke im Gesicht und fehlt nach der fälligen Verwarnung durch Schiedsrichter Günter Perl nun nächste Woche im Spiel gegen Nürnberg. Hoffenheim muss derweil nach Mönchengladbach.

Daniel Raecke

sportal.de / sportal

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