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1. Bundesliga: Uli Hoeneß im Interview über den Meisterkampf und Oliver Kahn

Im "Audi Star Talk“ verriet Uli Hoeneß, warum ihm die jetzige Situation im Meisterkampf gefällt, dass Oliver Kahn der neue starke Mann bei Bayern werden könnte und was er von Dortmund als Dauerrivalen um den Meistertitel hält.

Uli Hoeneß plauderte im "Audi Star Talk“ auf Sport1 über eine mögliche Rolle von Oliver Kahn bei Bayern, verriet, warum die Bayern Meister werden und freute sich über ein möglicherweise dauerhaftes Duell mit Borussia Dortmund. 

Hoeneß: "Möglich ist alles!"

Der Kampf um die Meisterschaft spitzt sich zu. Das Topspiel zwischen Borussia Dortmund und Bayern München könnte eine Vorentscheidung im Meisterschaftskampf bedeuten. Uli Hoeneß glaubt an ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund bis zum letzten Moment. "Ich glaube ganz sicher, dass es bis zum letzten oder vorletzten Spieltag sehr, sehr eng wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass einer der Beiden noch einbricht - möglich ist aber alles“, sagte der Bayern-Präsident in der Sendung "Audi Star Talk“ auf Sport1.

"Wir haben es das erste Mal seit einiger Zeit wieder in der eigenen Hand. Das ist eine Situation, die ich liebe. Ohnmächtig irgendwo zu warten, dass Dortmund Punkte lässt – wie jetzt zuhause gegen Stuttgart – das ist eigentlich nicht die Situation, die ich gerne habe. Deswegen liebe ich die Situation, dass wir jetzt im Moment auf drei Punkte dran sind, das bessere Torverhältnis haben. Ich glaube, das Torverhältnis wird am Ende auf jeden Fall für uns sprechen“, so zitiert bild.de aus dem Interview. 

Wird Dortmund dauerhaft ein Konkurrent?

"Wir haben registriert und finden es auch toll, dass wieder ein Verein kommt, der es wirklich auf Augenhöhe mit uns auch mal längere Zeit aushält. Es haben ja viele Vereine in den letzten 20 Jahren versucht. Die meisten davon sind dann aber wieder abgebrochen“, betonte Hoeneß.

"Ich denke, dass mit Dortmund jetzt ein Verein heranwachsen kann, der wirklich einige Jahre lang das mit uns auf Augenhöhe betreiben kann.“ Die Gegenbeispiele gibt es zuhauf. Wolfsburg wurde 2008/09 Meister. In der Folgesaison nur Achter. 2006/07 wurde der VfB Stuttgart Meister. In der Folgesaison landeten die Schwaben auf Platz sechs. 2003/04 war Werder Bremen Meister. In der Folgesaison Dritter.

Die Konstanz der Bayern ist beeindruckend. Die restlichen Bundesligateams schafften es nur phasenweise und in der Spitze mit viel weniger Erfolg, sich ganz oben in der Bundesligatabelle anzusiedeln. Werder war in den letzten zehn Jahren sechs Mal unter den ersten drei, einmal holten sie den Titel. Schalke vier Mal, ohne Titelgewinn. Dortmund drei Mal, dabei holten sie zwei Titel. Auch Leverkusen schaffte es drei Mal unter die ersten drei, doch wie Schalke, ohne je den Titel zu holen. Der VfB Stuttgart kam drei Mal unter die ersten drei, dabei gewannen die Schwaben immerhin einmal den Titel.

Kahn als starker Mann der Zukunft?

Damit Bayern München, das in der gleichen Zeit neun Mal unter die ersten drei kam (nur 2007 wurden sie Vierter) soll die Erfolgsgeschichte weiter gehen, doch die Verantwortlichen müssen sich so langsam nach geeigneten Nachfolgern umsehen. In der künftigen Führungsriege des FC Bayern München könnte somit auch der frühere Nationaltorhüter Oliver Kahn eine Rolle spielen.

"Es ist natürlich so, dass wir drei, vier Positionen besetzen müssen. Rummenigge macht das sicherlich noch vier oder fünf Jahre. Karl Hopfner will bald aufhören. Dann werden auch irgendwann das Präsidium, der Vorstand und auch der Aufsichtsrat etwas angepasst. Da ist natürlich Oliver Kahn vom Charisma und von der Vergangenheit her sicherlich ein Kandidat, mit dem wir uns beschäftigen“, sagte Hoeneß.

Mehr Ruhe als in Köln oder Berlin 

"Wir werden uns in den nächsten drei bis fünf Jahren die Dinge in aller Ruhe ansehen. Das ist das Tolle in diesem Verein, dass wir Personalentscheidungen nicht wie jetzt in Köln oder Berlin unter Druck entscheiden müssen, sondern dass wir das in aller Ruhe machen können. Das werden wir als Königsdisziplin so ausführen, wie es dem FC Bayern geziemt“, betonte Hoeneß, der nach 30 Jahren im Manager-Amt im November 2009 als Präsident Nachfolger von Franz Beckenbauer geworden war.

Im Mai 2011 hatte Karl-Heinz Rummenigge seinen Vertrag als Vorstandschef bis zum 31. Dezember 2013 verlängert, Finanzexperte Hopfner bis Ende 2012. Er ist seit 1983 beim Club, zunächst als Vereins-Geschäftsführer, Jahrzehnte später ist er in der AG für die Finanzen verantwortlich. Ex-Nationalspieler Rummenigge war nach seiner erfolgreichen Bayern-Karriere als Profi und vor dem Aufstieg zum AG-Chef bis 2002 Vizepräsident des Vereins. Er bestritt zwischen 1974 und 1984 insgesamt 310 Bundesligaspiele für den Rekordmeister.

sportal.de / sportal

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