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1. Bundesliga: Werder-Streit - Ex-Boss Born kritisiert Lemke

Im Machtkampf zwischen Clubchef Klaus Allofs und Aufsichtsratsboss Willi Lemke steht Werder Bremen vor der Zerreißprobe. Ex-Chef Jürgen L. Born kritisierte Lemke scharf und sorgt sich um das Werder-Image. Allofs wiederum ruderte etwas zurück und will von einer Abschieds-Drohung nichts mehr wissen.

Im Machtkampf zwischen Clubchef Klaus Allofs und Aufsichtsratsboss Willi Lemke steht Werder Bremen vor der Zerreißprobe. Ex-Chef Jürgen L. Born kritisierte Lemke scharf und sorgt sich um das Werder-Image. Allofs wiederum ruderte etwas zurück und will von einer Abschieds-Drohung nichts mehr wissen.

Trotzdem brodelt es gewaltig in Bremen. Im öffentlich ausgetragenen Streit um die angespannte finanzielle Lage beim viermaligen deutschen Meister und in der Folge nicht genehmigter Transfers steht Aufsichtsratschef Lemke mehr und mehr als Buhmann da. Werdes ehemaliger Clubchef Born kritisierte den derzeit in Südamerika weilenden Lemke scharf und warf ihm einen übertriebenen Geltungsdrang vor.

Wird Allofs' Abgang provoziert?

"Die momentane Unsicherheit in der Clubführung sowie die überdimensionalen Auftritte des Aufsichtsrates haben etwas von Verblendung", sagte Born der Kreiszeitung Syke. Er forderte im Machtkampf zwischen Lemke und Clubchef Klaus Allofs vor allem von Lemke: "Optimales Handeln und weniger reden - so wie es einmal war." Werders Ex-Manager hatte in den vergangenen Tagen weitere Verstärkungen für die durch Verletzungen dezimierte Abwehr mit Blick auf die klamme Kasse abgelehnt.

Born, der vor gut zwei Jahren als Vorsitzender der Geschäftsführung zurückgetreten, später aber vom Verdacht, sich an Spielertransfers bereichert zu haben, entlastet worden war, nährte Spekulationen, Lemke versuche mit seiner starren Haltung, Allofs' Abgang zu provozieren. "Irgendetwas scheint da tatsächlich im Busch zu sein. Ich hoffe nur, dass da nicht auf dem Rücken Werder Bremens Eitelkeiten gepflegt werden", urteilte Born.

Allofs will bleiben

Allofs selbst wies Spekulationen zurück, wonach er sich wegen des Streits mit Lemke zurückziehen könnte. "Es gibt kein Anzeichen, dass die Zeichen auf Abschied stehen, wie es fälschlicherweise interpretiert worden ist", sagte Allofs Radio Bremen. Die Spekulationen hatte der Ex-Nationalstürmer freilich selbst entfacht, indem er via Kicker mitgeteilt hatte: "Wenn es einfach nicht mehr passen sollte, dann wäre es zum Wohle des Vereins ratsam, dass die Verträge nicht weiterlaufen", hatte Allofs zu den nach dieser Saison auslaufenden Arbeitspapieren gesagt

Dazu stehe er weiter "zu hundert Prozent". Dies habe er aber grundsätzlich gemeint, so Allofs, und habe nichts mit der aktuellen Situation zu tun. Allgemein gelte: "Die Chemie muss stimmen." Doch die stimmt derzeit überhaupt nicht beim ehemaligen Vorzeige-Club der Bundesliga, bei dem stets nach außen das Bild der "heilen Werder-Welt" bemüht wurde. Zwar beteuerte Allofs: "Auf keinen Fall gibt es einen Konflikt zwischen Willi Lemke und mir. Es geht um die Sache." Doch dass sich der aktuelle und der ehemalige Werder-Macher alles andere als grün sind, offenbarte Born. "Es ist schwer vorstellbar, dass beide mal gemeinsam in den Urlaub fahren."

Spätestens beim Geld hört die Freundschaft - wenn überhaupt eine vorhanden war - bekanntlich auf. Und die finanzielle Lage scheint nach dem erstmaligen Verpassen eines Europacups seit acht Jahren angespannter zu sein, als angenommen. "Ein Club aber, der zum jetzigen Zeitpunkt des Jahres kein Geld hat, der hätte wirklich Schwierigkeiten, denn in dieser Zeit läuft der Dauerkartenverkauf, und es kommen die ersten TV- und Sponsoren-Gelder rein", mahnte Born aufgrund dessen, dass laut Lemke selbst für die von Allofs angestrebte Ausleihgebühr für den umworbenen Griechen Sokratis Papastathopoulos in Höhe von 600.000 bis 800.000 Euro kein Geld mehr vorhanden sein soll.

sportal.de / sportal

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