VG-Wort Pixel

2. Bundesliga Rostock und Bochum spielen Remis


Hohe Erwartungen hatten die Fans an diese Partie, war es doch letzte Woche im Pokal eine enge Kiste, die immer wieder gedreht und gewendet wurde. Diesmal wurde es eine schwache Partie, in der Hansa auch aus dem frühen Platzverweis gegen Philipp Bönig keinen Nutzen ziehen konnte und sich mit einem 0:0 begnügen musste.

Nachdem Bochum den Pokalfight vor einer Woche mit 5:3 im Elfmeterschießen für sich entscheiden konnte, sahen die 12.000 Zuschauer in der DKB-Arena in Rostock ein 0:0 ohne große Höhepunkte. Auch wenn Rostock ab der 35. Minute mit einem Mann mehr auf dem Platz stand, konnten sie sich nicht durchsetzen.

Leichte Veränderungen auf beiden Seiten

Rostock ist noch nicht ganz in der Liga angekommen. Nach der Auftaktniederlage gegen Paderborn konnten die Hanseaten gegen Mitaufsteiger Dresden nur einen Punkt einfahren. Gerade deswegen wollte sich Hansa für die Pokalpleite revanchieren. Allerdings waren die Gastgeber dazu gezwungen, ihr System umzustellen. Den verletzten Marek Mintal ersetzte der zuletzt suspendierte Tino Semmer. Dafür rutschten Lartey und Jänicke auf die Außenpositionen. Ansonsten vertraute Peter Vollmann auf die gleiche Elf, die im Pokal das Nachsehen hatte.

Die Westfalen hingegen konnten, nach dem verpatzten Auftakt im Derby gegen Düsseldorf, den ersten Dreier gegen den FSV Frankfurt einfahren. Friedhelm Funkel tauschte trotz des Pokalsieges munter durch und änderte gleich auf drei Positionen die Startelf: Aydin lief im Sturm auf für Ginczek, Kefkir kam für Berger im Mittelfeld und Vogt ersetzte den angeschlagenen Kopplin. Dafür rutschte Paul Freier auf die rechte Seite der Verteidigung.

Beide Teams wollten durch einen Sieg einen angemessenen Saisonstart perfekt machen.

Bochum nur noch zu zehnt

Das Spiel begann mäßig. Die beiden Mannschaften begannen eher abwartend und tasteten sich nur langsam an den Strafraum heran. Hinzu kam auch, dass die Defensive der Gastgeber sehr konzentriert spielte und immer einen Tick schneller am Ball war als Aydin und Co. In der Bochumer Abwehr ging es etwas ruppiger zu. Immer wieder stieg Paul Freier, der nur knapp an der Gelben Karte vorbeigrätschte, hart ein.

Doch es war Philipp Bönig, der in der 35. Minute die Gelb-Rote Karte sah. Nachdem der Linksverteidiger in der 10. Minute schon von Bibiana Steinhaus ermahnt wurde, konnte er den Rostocker Perthel nur durch Halten an der Schulter auf dem Weg zum Strafraum stoppen. Steinhaus zögerte nicht und zückte die verdiente Ampelkarte.

Bis zu diesem Zeitpunkt war das Spiel relativ ausgeglichen. Rostock hatte etwas mehr vom Spiel, kam aber ebenso wenig wie Bochum gefährlich vor das gegnerische Tor. Friedhelm Funkel musste nach dem Platzverweis den ersten Wechsel vollziehen und brachte mit Matthias Ostrzolek einen neuen Verteidiger. Kefkir musste das Feld räumen. Nach dem Platzverweis erhöhte Rostock den Druck, konnte Luthe im Bochumer Tor aber immer noch nicht in Bedrängnis bringen.

Rostock wurde stärker - Bochum verschwand

Auch zu Beginn der zweiten Spielhälfte agierte Rostock wesentlich engagierter als der VfL Bochum, was aufgrund der Überzahl nicht überraschte. Der Aufsteiger ließ den Ball laufen und spielte sich bis zur Strafraumgrenze gut durch. Allerdings wirkten alle Angriffe ideenlos und kamen meistens durch die Mitte, wo Sinkiewicz und Maltritz sehr gut organisiert waren. Nach und nach versuchten es die Hausherren auch über die Flügel, doch wie zuvor konnten sie das Bollwerk der Bochumer Verteidigung nicht knacken.

Erst in der 72. Minute gab es die erste nennenswerte Chance, als Matritz seinen ersten Fehler im Spiel machte und den Ball vorm Strafraum verlor, konnte sich Rückkehrer Semmer durchsetzen und den Ball über Luthe an die Latte knallen. Direkt im Gegenzug holte sich Wiemann eine Gelbe Karte ab und gab Bochum eine Freistoßchance. Paul Freier zeigte die erste ordentlich Flanke, doch die Rostocker Abwehr schlief noch nicht und konnte klären. Anschließend brachte Funkel den bisher einzigen Torschützen der Saison, Ginzcek, für Aydin.

Zwei Chancen, zwei Wechsel und Schluss

In der Schlussphase häuften sich die Chancen. Rostock kam nun immer wieder zu Chancen. Nach einer Ecke landete der Ball am zweiten Pfosten bei Lartey, der mit einem Seitfallzieher an Luthe scheiterte. Wenige Minuten später dribbelte sich wieder Tobias Jänicke durch die Bochumer Abwehr, scheiterte jedoch am Außennetz. In der 84. Minute wechselten beide Trainer nochmals durch. Funkel brachte Kramer für Johansson. Peter Vollmann wechselte Semmer, der ein ordentliches Spiel machte, und Jänicke aus, dafür durften Langen und Schied den Platz betreten. Das war dann auch die letzte Tat der beiden Mannschaften an diesem Abend.

Dieser Punkt bringt keinem der beiden Teams etwas. Rostock steht mit zwei Punkten auf dem 13. Tabellenplatz und muss am nächsten Spieltag beim MSV Duisburg ran. Der VfL Bochum steht auf Platz 11 der zweiten Liga und empfängt am vierten Spieltag den Bundesligaabsteiger FC St. Pauli. Weder Hansa noch die Westfalen konnten die hohen Erwartungen, die die Zuschauer nach dem Pokalspiel hatten, erfüllen. Die nächsten Spieltage werden zeigen, wohin die Reise in der Saison 11/12 gehen wird. Bochum als Aufstiegsapsirant muss beinahe schon punkten, während Rostock weiterhin auf den ersten Dreier wartet.

Tobi Becker

sportal.de sportal

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker