25. Spieltag Schalke kämpft um die Spitze


Mit einem Sieg in Hannover muss Schalke 04 seine Spitzenposition in der Bundesliga wieder sichern. Denn sonst könnten sie am Sonntag die Tabellenspitze an die Bremer verlieren. Doch dafür müssen die Bremer einen direkten Konkurrenten besiegen.

Vier Mannschaften haben noch Chancen auf die deutsche Meisterschaft, weitere vier Teams streiten um die UEFA-Cup- Plätze und sogar zehn Clubs kämpfen um die Existenz in der Eliteklasse. Die Fußball-Bundesliga ist zehn Spieltage vor Saisonende spannend wie seit Jahren nicht mehr. Höhepunkt des 25. Spieltages ist das "Knaller-Duell" am Sonntag zwischen dem deutschen Rekordmeister Bayern München und dem Tabellenzweiten Werder Bremen.

"Wenn wir Bremen schlagen, ist wieder Vieles möglich", sagte Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld vor dem Spitzenspiel, das weltweit für Aufsehen sorgt und in 95 Ländern live übertragen wird. Noch vor knapp drei Wochen lagen die Bayern im Titelrennen scheinbar aussichtslos mit zwölf Punkten Rückstand auf Tabellenführer Schalke 04 zurück. Nach zwei Heimniederlagen der Schalker in Serie sehen die Münchner nun die Chance, sich mit einem Sieg gegen Bremen endgültig wieder im Titelkampf zurück zu melden. "Wir wissen, dass nach den zwei Schalker Niederlagen wieder Licht im Tunnel ist", sagte Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge.

"Das war keine Weltklasse-Leistung"

Der Tabellenvierte aus München strotzt nach dem 2:1 am Mittwoch in der Champions-League gegen den internationalen Erzrivalen Real Madrid vor Selbstbewusstsein, doch Werder imponiert dies wenig. "Wir wissen das sportlich richtig einzuschätzen. Real ist kein Team mehr, vor dem man in die Knie gehen muss. Das war keine Weltklasse-Leistung", sagte Bremens Manager Klaus Allofs. Seine Mannschaft geht mit nicht minder breiter Brust in das Spitzenspiel. "In meinen Augen haben wir einfach die bessere Mannschaft", sagte Werder-Keeper Tim Wiese.

Spitzenreiter Schalke muss sich nach den vergangenen Heimspielpleiten gegen Leverkusen (0:1) und Hamburg (0:2) erst wieder Selbstvertrauen erarbeiten. Der Vizemeister von 2001 tritt am Wohnort seines Trainers Mirko Slomka bei Hannover 96 an. Nationalspieler Gerald Asamoah muss an alter Wirkungsstätte noch auf sein Comeback nach knapp sechsmonatiger Verletzungspause (Schien- und Wadenbeinbruch) verzichten. Am Freitagnachmittag entschied sich Slomka gegen eine Berufung Asamoahs in den Kader. Angesichts der vielen Verletzten hatte er zunächst an eine Rückkehr des Angreifers gedacht. Der VfB Stuttgart will sich im Meisterschaftskampf durch nichts irritieren lassen. "Wir konzentrieren uns nur auf unser Spiel", sagte Trainer Armin Veh vor der Aufgabe gegen den VfL Wolfsburg.

Konkurrenten so eng zusammen wie seit Jahren nicht mehr

Die Niedersachsen haben als Tabellen-Neunter nur zwei Punkte Abstand zu einem Abstiegsrang. In der unteren Tabellen-Hälfte sind die Konkurrenten so eng zusammen wie seit acht Jahren nicht mehr. Damals rettete Eintracht Frankfurt an einem dramatischen letzten Spieltag durch ein 5:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern noch den Klassenverbleib und katapultierte den einst auf Rang 13 stehenden 1. FC Nürnberg in die 2. Liga. Ähnliche Dramatik verspricht der Kampf gegen den Abstieg in diesem Jahr. Von diesem Wochenende an gibt es an jedem Spieltag mindestens zwei "Keller-Duelle" zwischen direkten Konkurrenten.

Besondere Aufmerksamkeit liegt diesmal auf dem Ruhr-Derby zwischen dem VfL Bochum und Borussia Dortmund. Beim BVB geht nach dem 2:3 gegen Energie Cottbus die Angst um. Vor dem Spiel beim VfL bezog BVB- Trainer Jürgen Röber ein kurzes Trainingslager in der Sportschule Kaiserau, wo er mit der Mannschaft unter Ausschluss der Öffentlichkeit arbeitete. Verzichten musste er dort allerdings auf Alexander Frei (Grippe) und Sebastian Kehl (Magen-Darm). Trotzdem muss der BVB "in Bochum unbedingt gewinnen", so Röber. Das will auch der Hamburger SV am Sonntag gegen Leverkusen. In direkten Abstiegs- Duellen treffen Cottbus und Aachen sowie Mainz und Bielefeld aufeinander.

Als einziges Team im Abstiegskampf ist Borussia Mönchengladbach mit fünf Punkten Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz schon etwas abgeschlagen. Mit dem neuen Sportdirektor Christian Ziege, der am Donnerstag Peter Pander ablöste, gehen die Borussen in das Spiel gegen Hertha BSC, das bereits als letzte Chance für den fünfmaligen deutschen Meister gilt. Berlin reist ohne die gesperrten Malik Fathi, Marco Pantelic und Josip Simunic an den Niederrhein.

Carsten Lappe/DPA DPA

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