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34. Spieltag: Bremen knackt die Champions League

Der 1. FC Kaiserslautern steht als dritter Absteiger aus der Fußball-Bundesliga fest. Mehr Grund zur Freude hat Werder Bremen: Das 2:1 gegen den HSV brachte den zweiten Tabellenplatz - und die Teilnahme an der Champions League.

Werder Bremen hat sich im "Endspiel" um Platz zwei der Fußball-Bundesliga beim Hamburger SV mit 2:1 (1:0) durchgesetzt und die direkte Teilnahme an der Champions League gebucht. Ivan Klasnic brachte die Bremer im 84. Nordderby in der 27. Minute in Führung, vor 57 000 Zuschauern in der ausverkauften AOL-Arena machte Bundesliga-Torschützenkönig Miroslav Klose mit seinem 25. Saisontor das Ergebnis perfekt. In seinem vermutlich letzten Spiel für den HSV hatte Sergej Barbarez mit seinem zehnten Saisontor zum Ausgleich (59.) getroffen. In der 83. Minute verschoss Tim Borowski einen Elfmeter für Werder.

van der Vaart fehlte HSV bitter

Ohne Spielmacher Rafael van der Vaart, der wegen seiner Knöchelverletzung passen musste, fehlte dem HSV der Ideen- und Passgeber. Vor der Partie wurde der verletzte Stefan Beinlich verabschiedet; er geht zu Hansa Rostock. Im 55. Saisonspiel wirkten die Hamburger verkrampft und hatten den Kontern der Gäste zunächst wenig entgegenzusetzen.

Bereits nach drei Minuten prüfte Werders Tim Borowski Torhüter Sascha Kirschstein. Der Ausfall des gesperrten Werder-Regisseurs Johan Micoud fiel gar nicht auf. Und Kapitän Frank Baumann konnte zum ersten Mal nach seinem Innenbandeinriss im linken Knie am 7. März im Champions-League-Spiel bei Juventus Turin auf der Bank verfolgen, wie zielstrebig seine Teamkollegen nach vorn spielten.

HSV vergab zu viele Chancen

Auf Vorlage von Torschützenkönig Miroslav Klose schoss Klasnic sein 15. Saisontor. Nationalspieler Klose gab die 16. Vorlage in dieser Spielzeit. Unter den Augen von Tennisstar Thommy Haas, der in seiner Geburtsstadt von Montag an am Rothenbaum aufschlägt, erarbeitete sich der HSV nach und nach seine Möglichkeiten. So verfehlte Ailton in der 34. Minute nur um Haaresbreite den rechten Torpfosten. In ähnlicher Situation verpasste Benjamin Lauth zwei Minuten später den Ausgleich.

Deutlich engagierter kamen die Gastgeber aus der Kabine. Mehdi Mahdavikia verfehlte in der 53. Minute nur knapp das Gehäuse von Tim Wiese. Der bis dahin äußerst zurückhaltende Barbarez köpfte sechs Minuten später in seinem 269. einen guten Freistoß von Piotr Trochowski ein. Wiese bekam den aus kurzer Distanz geköpften Ball nicht entscheidend zu fassen.

Ailton, der Unglücksrabe

Zum Unglücksraben in seinem wahrscheinlich letzten Bundesliga-Spiel wurde Ailton, der in der 65. und 70. Minute Großchancen vergab. Der Brasilianer wollte jeweils zu schnell abschließen. Mit seinem 25. Treffer machte Klose vor, wie effektive Torausbeute aussieht. Nach Vorlage von Naldo verwertete der Nationalspieler blitzschnell und ließ Kirschstein keine Chance.

Der 1. FC Kaiserslautern ist der dritte Absteiger aus der Fußball-Bundesliga. Am letzten Spieltag kamen die "Roten Teufel" am Samstag nur zu einem 2:2 (1:0) beim ebenfalls noch gefährdeten VfL Wolfsburg, dem der Gang in die Zweite Liga damit erspart geblieben ist. Vor den Pfälzern hatten bereits die beiden Aufsteiger 1. FC Köln und MSV Duisburg als Absteiger festgestanden.

Trainer Wolf musste auf die Tribüne

Cedrick Makiadi (66. Minute) und Diego Klimowicz (69.) erzielten vor 30.000 Zuschauern in der ausverkauften Volkswagen Arena die Tore für die Hausherren, für die die schlechteste Saison ihrer achtjährigen Bundesliga-Zugehörigkeit damit noch glimpflich endete. Für die Lauterer, die vor zehn Jahren bereits einmal abgestiegen waren, trafen Halil Altintop (20.) und Stefan Ziemer (86.). Trainer Wolfgang Wolf wurde in der hektischen Schlussphase auf die Tribüne verwiesen.

Vor der prächtigen Kulisse waren die Bemühungen der ohne Nationalspieler Mike Hanke gestarteten Gastgeber unübersehbar, eine frühe Vorentscheidung zu schaffen. Schon nach drei Minuten hatte Marian Hristow das 1:0 auf dem Fuß, aber sein Schuss aus Nahdistanz ging über das Tor hinweg. Abwehrchef Stefan Schnoor machte es zwei Minuten später nicht besser.

Lautern mit zu schwacher Offensive

Weitere Möglichkeiten erneut von Hristow (10.) und Diego Klimowicz (19.), dessen Kopfball knapp vorbei ging, offenbarten das Manko der nach Arminia Bielefeld schwächsten Offensive der Liga: Der VfL braucht einfach zu viele Chancen für ein Tor. Die bis dato harmlosen Gäste zeigten nur eine Minuten später, wie man es besser macht. Altintop versetzte Schnoor, spielte mit Sören Halfar Doppelpass und hatte danach keine Mühe, um zu vollenden. Für den im Sommer zu Schalke 04 wechselnden Angreifer war dies der 20. Saisontreffer. Wolfsburg brauchte eine gute Viertelstunde, um sich von dem Schock zu erholen. Dann hatten Hanke-Vertreter Rock Hoogendorp (38.) und Tom van der Leegte (44.) Möglichkeiten zum Ausgleich, aber die beiden Niederländer machten es auch nicht besser als ihre Mannschaftskameraden zuvor.

VfL-Trainer Klaus Augenthaler versuchte, seine Offensive nach Wiederanpfiff mit den frühen Einwechslungen von Hanke und Cedrick Makiadi zu beleben. Ein glückliches Händchen: Hanke legte für Makidai auf, der unhaltbar aus vollem Lauf zu seinem ersten Saisontreffer einschoss. Drei Minuten später setzte Makiadi dann Klimowicz glänzend in Szene. Das zwölfte Saisontor war der Todesstoß für die Lauterer Hoffnungen auf den Ligaverbleib. Nach Ziemers Ausgleich keimte noch einmal ein Fünkchen auf, aber mehr ließen die "Wölfe" nicht zu.

DPA / DPA

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