FC Bayern
Plötzlich Chef: Aaron Danks vertritt Vincent Kompany auf der großen Bühne

Aaron Danks bläst beim Training des FC Bayern in die Pfeife
Gibt im Hinspiel gegen Paris St.-Germain den Ton an: Aaron Danks im Bayern-Training
© Frank Hoermann / SVEN SIMON / Imago Images

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Bayern-Trainer Vincent Kompany ist in der Champions League gesperrt. Aaron Danks übernimmt seinen Posten an der Seitenlinie – in einem der wichtigsten Spiele seit Jahren.

Im Champions-League-Viertelfinale gegen Real Madrid regte sich Vincent Kompany etwas zu stark über ein vermeintliches Foul an einem seiner Spieler auf – die folgende Gelbe Karte hatte Konsequenzen für den Trainer des FC Bayern. Es war seine dritte in der laufenden Champions-League-Saison, für das Hinspiel im Halbfinale bei Paris Saint-Germain ist er damit gesperrt. 

Das katapultiert einen Mann auf die große Fußball-Bühne, dessen Name selbst vielen Bayern-Fans kein Begriff sein dürfte: Aaron Danks übernimmt im Pariser Prinzenpark die Chefrolle von Kompany an der Seitenlinie. Normalerweise arbeitet Danks im Hintergrund, auf dem Trainingsplatz als einer von Kompanys Co-Trainern.

In Paris wird er die Ansprache vor dem Spiel und während der Halbzeitpause in der Kabine halten, an der Seitenlinie coachen, über Ein- und Auswechslungen entscheiden sowie nach der Partie bei der offiziellen Pressekonferenz Rede und Antwort stehen.

Aaron Danks hat Erfahrung als verantwortlicher Coach

In Kompanys Trainerteam, das aus vier Assistenten besteht, ist Danks derjenige mit der größten Erfahrung im Profifußball. Der Engländer besitzt die Uefa-Pro-Lizenz, hat in seiner Heimat als Jugendtrainer beim Verband sowie als Co-Trainer bei Aston Villa und Middlesbrough gearbeitet – unter prominenten Namen wie Steven Gerrard, Unai Emery und Michael Carrick. Mit Vincent Kompany arbeitete er bereits beim RSC Anderlecht zusammen.

Der 42-Jährige schien den Bayern-Trainer so überzeugt zu haben, dass er ihn bei seinem Amtsantritt 2024 nach München holte. Dort dirigiert Danks das Starensemble bei der täglichen Trainingsarbeit an der Säbener Straße. Seine Spezialität sind Standardsituationen – bei Ecken und Freistößen greift der Co-Trainer auch während der Spiele gestenreich ins Coaching ein.

Auch die Chefrolle an der Seitenlinie ist für Danks nicht komplett neu. Nach der Entlassung von Englands Fußballlegende Steven Gerrard bei Aston Villa übernahm der Assistent 2022 als Interimstrainer für zwei Spiele. In der ersten Partie führte Danks die Villans zu einem 4:0-Sieg gegen Brentford, danach folgte eine 0:4-Niederlage gegen Newcastle United – und Danks rückte hinter dem neu verpflichteten Trainer Unai Emery wieder ins zweite Glied.

Beim FC Bayern gilt der Co-Trainer in der Mannschaft als sehr beliebt, vor allem mit den jungen Spielern kommt er als ehemaliger Nachwuchstrainer glänzend klar. Jamal Musiala beispielsweise kennt Danks aus der Zeit, als der heutige DFB-Nationalspieler noch für die englische U21 auflief. Als Musiala dort sein Debüt gab, war Danks Co-Trainer.

Was Kompany darf – und was nicht

Bayern-Manager Max Eberl traut Danks deshalb den Job als Kompany-Vertreter zu: „Aaron ist ein super-smarter Typ neben dem Trainingsplatz. Der brennt beim Fußball genauso wie Vinnie.“ Und auch Vincent Kompany vertraut seinem Assistenten für das Auswärtsspiel in Paris voll und ganz. „Danksi hat schon Erfahrung. Und er hat auch eine laute Rolle im Training“, sagt der Belgier.

Kompany selbst darf mit der Mannschaft zusammen anreisen, danach ist jeglicher Kontakt zum Team oder Staff untersagt. Der Bayern-Trainer wird die Partie „irgendwo im Stadion“ verfolgen, wie er selbst sagt. Ein Uefa-Mitarbeiter wird ihn dabei im Auge haben und sicherstellen, dass die Kontaktsperre eingehalten wird.

Kompany nimmt es zumindest nach außen hin gelassen: „Die Abläufe sind klar, bis wann ich etwas machen darf. Aber letztendlich ist es so: Gesperrt ist gesperrt! Es geht darum, dass wir das als Mannschaft lösen. Und das können wir.“ Im Rückspiel, wenn es um den Einzug ins Finale geht, darf der Belgier wieder seine gewohnte Rolle einnehmen.

Quellen: FC Bayern (1), FC Bayern (2), „Transfermarkt”, Nachrichtenagentur DPA

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