Bastian Schweinsteiger Rein das Ding, fertig, nach Hause gehen


Mit Zidane zusammenspielen, bei Real Madrid - davon träumt Bastian Schweinsteiger. Diese Konstellation wird wohl ein Traum bleiben.

Macht aber nichts, denn der 20-Jährige steht noch am Anfang seiner Laufbahn und Kumpel Lukas Podolski ist auch ein super Teamkollege.

Den anderen Jungspunden in der deutschen Nationalelf ist Bastian Schweinsteiger einen Schritt voraus: Denn der 20-Jährige weiß bereits, was es heißt, in eine sportliche Krise zu stürzen und sich aus der Talsohle befreien zu müssen. Und deshalb wusste der Mittelfeldspieler nach dem 2:2 gegen Russland auch, wie er seine ersten beiden Tore für die deutsche Nationalmannschaft einzuordnen hatte: "Stolz? Stolz kann ein Zinedine Zidane sein mit dem, was er erreicht hat, aber ich nicht."

Im Gegensatz zu Frankreichs betagtem Superstar steht das bayerische Talent noch fast am Anfang einer Karriere, die bislang in Extremen verlief. Erst vor 16 Monaten debütierte er - gemeinsam mit Lukas Podolski - in der U21-Auswahl. Schon kurz darauf folgten die Beförderung durch Rudi Völler ins A-Team und die EM-Nominierung. Nach dem Portugal-Desaster trennten sich zunächst die Wege der beiden Kumpel. Der Kölner Podolski machte in der 2. Liga Tor um Tor; Schweinsteiger erlitt eine Knieverletzung und fiel nach Anpassungsproblemen mit dem neuen Bayern-Coach Felix Magath ins Leistungsloch. "Ihn konnte ich am Anfang überhaupt nicht gebrauchen", sagte Magath.

Jürgen Klinsmann hingegen zählte - entgegen Magaths Ratschlag - von Anfang an auf den dribbelstarken Mittelfeldspieler, holte ihn schon beim Amtsantritt in Österreich vor zehn Monaten, obwohl er nur bei den Bayern-Amateuren in der Regionalliga kickte. "Das hat mir sehr gut getan, hier habe ich gespürt, dass ich Rückhalt habe", sagte Schweinsteiger über die Wertschätzung. Die spiegelt sich auch in der Statistik wieder: Mit zehn Einsätzen in den elf Klinsmann-Länderspielen ist er gemeinsam mit Gerald Asamoah Spitzenreiter. Und er ist ein klarer Anwärter auf die Startelf beim Confederations-Cup-Auftakt am Mittwoch gegen Australien. "Die beiden Tore werden ihm einen Riesenschub geben in der Nationalmannschaft", prophezeit Kapitän Michael Ballack.

Das Vertrauen von Klinsmann und Löw "will ich jetzt umso mehr mit guten Leistungen zurückzahlen", sagt Schweinsteiger. Und mit Toren. Beim 1:1 nach Vorlage von Podolski half das Glück noch mit, als sein Schuss von Alexander Anjukow unhaltbar abgefälscht wurde. Beim 2:1 verlud er mit zwei Übersteigern die gesamte Abwehr der Russen einschließlich Torwart Sergej Owtschinnikow. Da habe er es gemacht, wie sein Kumpel immer predigt: "Poldi sagt: Rein das Ding - fertig - nach Hause gehen."

Vielleicht liegt in nicht allzu ferner Zukunft das Zuhause von Poldi auch dort, wo Schweini ist. "Er ist ein lustiger Vogel. Wir verstehen uns super, auch privat", sagte Schweinsteiger, "den könnten wir auch im Verein ganz gut gebrauchen." Manager Uli Hoeneß habe ihn bereits beauftragt, dem Kölner in den gemeinsamen DFB-Tagen den FC Bayern schmackhaft zu machen, scherzte Schweinsteiger. Spätestens 2007, wenn Podolskis Vertrag in Köln endet, werde man "bei den Bayern zusammenspielen".

Dann allerdings wird’s wohl nichts mehr mit der Hoffnung auf ein Zusammentreffen mit dem großen Idol. "Einmal mit Zidane zusammen bei Real Madrid zu spielen, das wäre ein Traum", erzählte Schweinsteiger: "Aber da er schon etwas älter ist, bin ich skeptisch, dass es noch klappt."

Oliver Hartmann, Jens Mende/DPA DPA

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