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Bayern-Manager Hoeneß: "Keine One-Man-Shows mehr"

Valerien Ismael soll den Verein verlassen, Philipp Lahm steht vor einem Wechsel zum FC Barcelona, und die Trainerfrage beim FC Bayern ist völlig offen. Im Bayerischen Fernsehen nahm Manager Uli Hoeneß Stellung zu Personalthemen - und sprach auch über ein brisantes Gerücht.

Das Personalkarussell beim FC Bayern München gerät in Bewegung. In der Winterpause wird Abwehrspieler Valérien Ismael nach zweieinhalbjähriger Dienstzeit den deutschen Fußball- Rekordmeister wohl verlassen und womöglich durch den Brasilianer Vinicius Rodrigues Borges, genannt Breno, ersetzt. Außerdem sind in der Pause Entscheidungen über die Zukunft von Nationalspieler Philipp Lahm, der angeblich schon mit dem FC Barcelona über einen Wechsel einig ist, und Trainer Ottmar Hitzfeld zu erwarten.

Seit der Trainer-Kritik von Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge ist das Verhältnis zwischen Club und Trainer angespannt, doch bei den Zukunftsplanungen ist der 58-jährige Fußballlehrer erster Ansprechpartner. "Ich habe Ottmar in die Hand versprochen, dass wir in der Winterpause zuerst mit ihm reden. Wenn die Gespräche erfolgreich verlaufen, brauchen wir mit keinem Menschen mehr reden", sagte Manager Uli Hoeneß am Montagabend im Bayerischen Fernsehen.

Meldungen, wonach die Bayern Kontakt zu Teammanager Rafael Benitez vom FC Liverpool aufgenommen hätten, wies er als falsch zurück: "Wir haben weder bei Liverpool noch bei Benitez angefragt. Solange das Gespräch mit Ottmar nicht stattgefunden hat, kann man alle Gerüchte ad acta legen."

"Sind an Breno interessiert"

Hoeneß betonte, dass trotz der Auseinandersetzung über die Personalpolitik des Trainers "totale Übereinstimmung" zwischen Hitzfeld und dem Vereinsvorstand bestehe, "aber wir haben gelernt, dass wir unseren Ärger demnächst intern aussprechen, denn wenn beim FC Bayern was passiert, ist das wie ein kleines Erdbeben und wichtiger, als wenn in Moskau Herr Putin zurücktritt." Man habe Hitzfeld in Gesprächen aber zu verstehen gegeben, er solle in Zukunft den Vorstand über seine Personalpläne informieren: "Die Zeit der One-Man-Shows ist vorbei."

Keine Zukunft mehr bei den Bayern hat Valérien Ismael, der laut Hoeneß in Hitzfelds Personalkonzept derzeit keine Rolle spielt. Der FC Bayern werde dem Wunsch des 32-jährigen Franzosen, der in den vergangenen 18 Monaten wegen mehrerer Verletzungen nur einen Kurzeinsatz bei den Profis hatte, nach einem Wechsel entsprechen, sagte der Manager: "Wenn er einen neuen Verein findet, kann er gehen." Ismaels Aufgabe als Innenverteidiger soll der 18-jährige Breno vom FC Sao Paulo übernehmen. "Wir sind an ihm interessiert", bestätigte Hoeneß, "wir haben Gespräche geführt, aber noch kein endgültiges Ergebnis. Wenn er kommt, dann zur Winterpause."

Auch das Thema Lahm wird die Bayern wohl bald beschäftigen. Spanischen Zeitungsberichten zu Folge soll der Verteidiger spätestens 2009 zum FC Barcelona wechseln. Angeblich hat sich Lahm mit Barca bereits auf einen Vierjahres-Vertrag geeinigt. "Wenn der Vertrag eines Spielers wie Lahm 2009 ausläuft, ist es klar, dass es viele Anfragen gibt", meinte Hoeneß, "aber ich gehe davon aus, dass Philipp zuerst mit uns spricht. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass er hinter unserem Rücken mit Barcelona verhandelt."

DPA/kbe

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