Bayern München Mourinho wahrscheinlicher als Klopp


Die Bayern haben ihren Trainingsauftakt unter großen Medienrummel absolviert. In der Trainersuche will sich der Rekordmeister die Entscheidung "gut überlegen", sagte Manager Uli Hoeneß. Trainer Ottmar Hitzfeld drohte seinen Profis unterdessen eine "straffe Hand" an.

Graue Wolken am Himmel, Regen und Journalisten in Massen: Der FC Bayern hat als letzter Bundesliga-Club (mit dem Hamburger SV) mit der Vorbereitung auf die Rückrunde begonnen, die in vier Wochen beginnt. Um zehn Uhr trabten die Spieler auf das Trainingsgelände an der Säbener Straße. Mit dabei war das brasilianische Defensiv-Talent Breno, den der Rekordmeister für 12 Millionen Euro vom FC Sao Paulo verpflichtete. Lediglich Ribéry, Podolski und van Buyten fehlten, weil sie mit Grippe flach liegen. In einer Woche geht es dann für das Team, das auch in der Winterpause souverän die meisten Schlagzeilen lieferte, ins sonnige Marbella. Vielleicht spendet die südspanische Sonne Trainer Ottmar Hitzfeld und den Club-Bossen genug Energie und die nötige Gelassenheit, um die nächsten sechs Monate ohne Tiefschläge und Schrammen zu überstehen.

Bei der Clubführung steht die schwierige Nachfolge-Regelung ganz oben auf der Agenda. "Eines ist klar: Die Schuhe von Ottmar Hitzfeld sind groß. Da muss man die Entscheidung gut überlegen", erklärte Manager Uli Hoeneß beim verregneten Trainingsstart. Die Trainersuche will Hoeneß gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen Karl-Heinz Rummenigge und Karl Hopfner sowie Berater Paul Breitner abseits der Öffentlichkeit "im stillen Kämmerlein" betreiben.

Die nächsten Monate werden brisant

Die nächsten Monate werden brisant: Seit bekannt ist, dass Hitzfeld den Tabellenführer spätestens zum Saisonende verlassen wird, tobt ein Sturm der Spekulationen durch den deutschen und europäischen Medienwald, der es in sich hat. Angesichts der "großen Schuhe" von Hitzfeld, scheint eine Lösung mit einem hochkarätigen Champions-League-Gewinner wie dem derzeit vereinslosen José Mourinho oder dem Niederländer Frank Rijkaard (FC Barcelona) näherliegender zu sein als eine mutige deutsche Lösung wie mit dem Mainzer Jürgen Klopp.

Ein konkretes Anforderungsprofil an den neuen Mann wollte Hoeneß öffentlich nicht benennen, doch selbstbewusst erklärte er: "Wenn wir uns entschieden haben für einen Trainer, dann kriegen wir den auch." Eine Millionen-Gage oder sogar eine Ablösesumme für einen Star-Coach wie Mourinho oder Russlands Nationaltrainer Guus Hiddink wären demnach kein Hindernis. Genau beobachten wollen die Bayern den Umgang der Medien mit dem Trainerthema: "Wir werden empfindlich sein, wenn Schindluder getrieben wird mit Halbwahrheiten", sagte Hoeneß.

"Ottmar bleibt bis zum Ende"

Man werde "kreuz und quer diskutieren", bemerkte Hoeneß, der um die Bedeutung der Entscheidung weiß: "Wir müssen sie sorgfältig treffen." Zuvor hatte der Manager im "Kicker" Hitzfeld bis zum Saisonende das Vertrauen ausgesprochen. "Ottmar bleibt bis Ende Juni - egal, was passiert."

Hitzfeld kündigte schon mal vorsorglich an, die Mannschaft mit "straffer" Hand zu drei Titeln zu führen. Das ist nötig. Explosionsgefahr ist bei den Bayern jederzeit gegeben. Jedes nicht geschossene Tor und jedes maue Unentschieden wird den Druck im Dampfkessel FC Bayern weiter erhöhen.

Hitzfeld will hart durchgreifen

Hitzfeld will den Umbruch mit dem neuen Millionenteam erfolgreich beenden. "Das ist eine Herausforderung." Um die Ziele zu erreichen, rief er Spieler und Vorstand am ersten Arbeitstag 2008 energisch zum Schulterschluss auf. "Wir dürfen intern nicht für Unruhe sorgen", mahnte der Coach, der ankündigte "Man muss unheimlich Acht geben auf Disziplin." Er werde bei Verstößen hart durchgreifen, auch wenn der neue Verhaltenskodex "kein Strafenkatalog" sein soll.

DPA/tis DPA

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