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Borussia Dortmund Gerd Niebaum nimmt seinen Hut

Die Börse vernahm die Nachricht mit Freude: Gerd Niebaum, umstrittener Geschäftsführer von Borussia Dortmund, tritt zurück. Bis zu acht Prozent schnellten die Aktien von Borussia Dortmund daraufhin in die Höhe.

Gerd Niebaum ist als Geschäftsführer von Borussia Dortmund zurückgetreten. "Mit seinem Rücktritt will Gerd Niebaum die anhaltende Diskussion um seine Person beenden, die sowohl die sportliche Situation als auch die wirtschaftliche Konsolidierung belaste", teilte Borussia Dortmund mit.

Der ehemalige Präsident des Bundesligisten wird maßgeblich für die wirtschaftlichen Probleme des Vereins verantwortlich gemacht. Den börsennotierten Club drücken rund 98 Millionen Euro Schulden, weshalb die Lizenz für die höchste Spielklasse in Gefahr ist. Außerdem muss der BVB sein 80.000-Zuschauer fassendes Stadion für die Weltmeisterschaft 2006 renovieren - doch auch dafür fehlt das Geld.

Rücktritt von Niebaum schon länger gefordert

Mögliche Investoren Borussia Dortmunds hatten seit längerem den Rücktritt Niebaums gefordert, dem sie die Schuld an der Misere des Vereins geben. Nur ohne Niebaum sei ein wirklicher Neuanfang möglich. Als Vereinspräsident des BVB war er bereits im November zurückgetreten.

Anfang Februar hatten BVB-Anhänger gegen die Vereinsführung im Allgemeinen und gegen Niebaum im Besonderen demonstriert. Anlass war die erst jetzt bekannt gewordene Verpfändung der BVB-Namensrechte an den Versicherungskonzern Gerling im Jahre 2000. "Es wird 20 Jahre dauern, diesen Imageschaden zu reparieren. Wir wurden jahrelang an der Nase herumgeführt. Es ist Zeit für einen Neuanfang. Alles muss auf den Tisch", heiß es aus Fankreisen.

Auch Geschäftsführer Michael Meier habe dem neuen Vereinspräsidenten Reinhard Rauball seine Demission angeboten, um seinen Beitrag zur Beruhigung der Situation zu leisten. Rauball habe dies aber abgelehnt. Manager Meier werde die Geschäfte der GmbH auf Aktienbasis bis auf weiteres alleine leiten. Im Hinblick auf die laufende Restrukturierung sei Kontinuität vonnöten, erklärte Rauball das Festhalten an Meier.

Dortmund sucht einen Investor, mit dessen Hilfe der Verein seine Finanzen neu regeln und das vor zwei Jahren verkaufte Fußballstadion zurück erwerben will. Zu Wochenbeginn hatte die "Bild"-Zeitung berichtet, der Traditionsverein könne auf eine Finanzspritze von 110 Millionen Euro von der WestLB hoffen. Als Bedingung habe sie den Rücktritt von Meier und Niebaum gefordert. Die WestLB kommentierte den Bericht nicht.

Mit Material von Reuters

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