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DFL Ab der Saison 2021/22 gibt es einen neuen Spieltermin in der Bundesliga

Werders Milot Rashica (r.) und Dortmunds Axel Witsel kämpfen um den Ball
Werders Milot Rashica (r.) und Dortmunds Axel Witsel kämpfen um den Ball
© Peter Steffen / DPA
Die Fußballfans müssen sich statt Sonntagmittag und Montagabend in der Bundesliga auf einen neuen Spieltermin einstellen. Auf welchem Sender ab Sommer 2021 die Partien zu sehen sind, ist noch offen.

Fußball-Fans müssen sich an einen neuen Bundesliga-Spieltermin gewöhnen - auf welchem TV-Sender die Partien ab Sommer 2021 für die Anhänger zu sehen sind, entscheidet in den kommenden zwei Monaten allerdings erst der Milliardenpoker der Deutschen Fußball Liga (DFL). Geschäftsführer Christian Seifert sagte am Dienstag: "Wachstum ist möglich. Ich glaube auch, dass die Rechte wertvoller geworden sind. Aber wir kriegen eben schon sehr viel Geld dafür. Ab und zu geht es auch darum, einen gewissen Standard zu stabilisieren."

Der mit Spannung erwartete Poker von Sky, DAZN und Co. bringt den deutschen Proficlubs etwa ein Viertel ihrer Gesamteinnahmen, wie Seifert verdeutlichte. Die Auktion der Medienrechte für vier  Spielzeiten der Bundesliga und der 2. Bundesliga läuft vom 27. April bis zum 8. Mai. Es gibt sieben Live-Rechtepakete und sieben zeitversetzte Rechtepakete. Eine Entscheidung über alle Pakete soll dann am 11. Mai verkündet werden.

Keine Montagabendspiele für die 1. Bundesliga mehr

Nicht mehr verkauft werden dabei die bei Amateuren ungeliebten Bundesliga-Spiele am Sonntagmittag (13.30 Uhr) und die bei Fans ungeliebten Partien am Montagabend (20.30 Uhr). Stattdessen wird ab 2021/22 nun zehnmal am Sonntagabend um 19.30 Uhr angestoßen, wie der DFL-Boss bei einer Presserunde zur Rechtevergabe in Frankfurt verkündete. "Das ist mit allen Clubs besprochen und wurde auch von allen akzeptiert", sagte der Funktionär.

Für die kommende TV-Rechteperiode wird sich am Bundesliga-Spielplan sonst nicht viel ändern. Das Freitagsspiel (20.30 Uhr) bleibt genauso bestehen wie die fünf Spiele am Samstagnachmittag (15.30 Uhr) und das Abendspiel (18.30 Uhr). Am Sonntagabend wird die Anstoßzeit von 18.00 Uhr auf 17.30 Uhr wechseln. Eine Zerstückelung wie in Spanien wolle er nicht, betonte Seifert. 

"Wir widerstehen der Verlockung, sechs, sieben, acht Anstoßzeiten zu haben. Wir glauben, dass das langfristig schädlich ist", betonte der 50-Jährige. Neu ist auch, dass der 33. Spieltag ab der Saison 2021/22 gestaffelt wie die vorherigen stattfinden wird und nicht mehr - wie bisher - komplett am Samstagnachmittag.

Christian Seifert: keine Pluspunkte für "Sky"

Der DFL-Geschäftsführer kann sich eine Vergabe der Bundesliga-Rechte ausschließlich an Streamingdienste wie DAZN oder Amazon nicht vorstellen. "Ich würde mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit ausschließen, dass alle Pakete bei Streamingdiensten landen", sagte Seifert. Indirekt deutete der Funktionär, der Sky für den derzeit einzigen klassischen Anbieter im Bereich Pay-TV hält, damit an, dass er von einem Verbleib vom bisherigen Hauptinhaber der TV-Rechte ausgeht.

Dietmar Hopp hat sein Engagement für den Fußball auch nach einem denkwürdigen Spieltag und jahrelangen Beleidigungen erneut bekräftigt.  Dietmar-Hopp-Zitat:  «Ich lasse mich von diesen Chaoten in meinem Handeln, weder sportlich noch gesellschaftlich beeinflussen und vertreiben, obwohl mir von Dortmunder Seite am 20. Dezember gewünscht wurde, dass das zurückliegende Weihnachtsfest mein letztes sein möge», sagte der Mäzen der TSG 1899 Hoffenheim in einem auf der Vereinshomepage veröffentlichten Interview am Sonntag. Hopps Anwalt Christoph Schickhardt hat nach den Hass-Plakaten gegen Hoffenheims Mäzen ein bundesweites Stadionverbot für die Übeltäter ins Gespräch gebracht. «Das Verbandsrecht kann ein Stadionverbot aussprechen, ein bundesweites Stadionverbot. Das ist ein sehr scharfes Schwert», sagte er am Sonntagabend in der SWR-Fernsehsendung «Sport im Dritten».  Schickhardt sprach sich für Modelle wie das «Kick it out» in Großbritannien aus, wo zum Beispiel rassistische Vorfälle angezeigt werden können. «Das Muster aller Lösungen ist die Selbstreinigung. Die Fans müssen diese Leute ausschließen. Die Fans sind die Lösung», sagte er.  Wegen Schmähungen durch Anhänger des FC Bayern war am Samstag die Partie der Münchner bei der TSG zweimal unterbrochen worden. Die Bayern-Führungsriege und zahlreiche Spitzenfunktionäre hatten sich daraufhin mit Hopp solidarisiert. Auch in anderen Stadien gab es verbale Fan-Attacken gegen Hopp und den Deutschen Fußball-Bund.
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Sky könnte die vier Pakete für Live-Berichterstattung im Bezahlbereich aber auch komplett kaufen. Dann tritt ein komplizierter Fall ein: Aufgrund des Einspruchs durch das Kartellamt dürfen in solch einem Fall zwei der Pakete nicht exklusiv vergeben werden. Das heißt, dass die Inhalte dieser beiden Pakete zusätzlich an einen Streaminganbieter verkauft werden, der dann parallel senden würde.

Der Funktionär lobte Sky zwar für die Arbeit in den vergangenen Jahren, sagte allerdings auch: "Das heißt aber nicht, dass Sky in dieser Ausschreibung irgendwelche Pluspunkte hat. Es liegt an Sky, dass sie zum Zuge kommen." Bei einer engen finanziellen Entscheidung könnten Ausstrahlungswege, bestehende Strukturen oder Verdienste aus der Vergangenheit durchaus eine Rolle spielen, fügte Seifert an.

tis DPA

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