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Bundesliga im stern-Check Ein kleines bisschen Trainerfrage in Dortmund


Was für ein Spieltag! 35 Tore, strittige Entscheidungen - und Dortmund ist Tabellenletzter. Ratlosigkeit bei Jürgen Klopp, Spott und Häme im Netz. Die Liga steht Kopf.
Von Carina Braun

So liefen die Spiele

Hier finden Sie alle Ergebnisse, Tabellen und Highlights im Überblick.

Aufreger des Spieltags

Man kann es drehen und wenden, wie man will. Ja, Leno hätte Gelb-Rot und Köln einen zweiten Elfmeter bekommen müssen. Ja, Phantomtor-Schiri Dr. Felix Brych kam an die Stätte seiner Übeltat zurück und verpfiff sich gegen Hoffenheim erneut. Aber nichts ist aufregender als das: Dortmund ist Tabellenletzter. LETZTER! Abstiegsangst! Schlusslicht! Und das nicht nach dem ersten, sondern nach dem 13. Spieltag. Als neutraler Beobachter darf man sich da durchaus mal beim BVB bedanken. Während oben dank der Bayern gähnende Langeweile herrscht und Mannschaften wie Wolfsburg oder Gladbach spannungstechnisch allemal eine Alibifunktion erfüllen, finden sich die Kuriositäten des Spieltags beim Blick auf die zweite Hälfte der Tabelle.

Dieses Tor sollten Sie (noch mal) sehen

Das Schöne war ja, dass überhaupt so viele fielen, ganze 35 nämlich insgesamt. Aber das wohl schönste Tor schoss Bremens Zlatko Junuzovic, der Paderborns Keeper Lukas Kruse einen traumhaften 30-Meter-Freistoß ins linke Eck pfefferte. Der Treffer war nicht nur ansehnlich, sondern auch wichtig für Werder, weil er das überzeugende 4:0 gegen Paderborn einleitete. Drei Siege in vier Spielen - es ist endlich Konstanz eingekehrt an der Weser.

Gewinner des Spieltags

Klar, der Trainer-Effekt, und ja, er verpufft oft schon nach dem ersten Spiel. Aber einer der strahlendsten Gewinner des Spieltags war sicher Huub Stevens, der mit vollem Namen übrigens Hubertus Jozef Margaretha heißt, was auch allzu oft vergessen wird. Der 4:1-Sieg des VfB gegen Freiburg bedeutete nicht nur wichtige Punkte im Abstiegskampf, sondern auch den Sieg im badisch-schwäbischen Derby und hatte moralischen Wert. Dass er gut kann mit Stuttgart, hat Stevens ja schon im vergangenen Jahr bewiesen.

Verlierer des Spieltags

Ist Klopp noch zu halten? Nein, das fragt bisher natürlich noch niemand laut beim BVB. Aber plötzlich steht die Trainerfrage dann doch ein bisschen im Raum. Denn Verlierer dieses Spieltags ist zweifellos Dortmund, wo man zwar gerne auch in schwierigen Zeiten demonstrativ zusammen hält. Aber mit diesem Kader zu diesem Zeitpunkt auf diesem Tabellenplatz zu stehen - das ist allein durch Pech und Verletzungen nicht zu erklären.

Vielleicht ist es der ungewohnte Abstiegskampf, der die kollektive Verunsicherung schürt, vielleicht kam einfach zu vieles in zu kurzer Zeit zusammen. Der Zufall spielt ja oft eine entscheidende Rolle. Vielleicht gewinnen die Dortmunder die nächsten drei Spiele und keiner spricht mehr über den Abstieg. Zumindest in Frankfurt hätten sie genug Chancen gehabt. Sorgen macht aber auch die Champions-League-Niederlage gegen Arsenal. Es funktionierte etwas nicht mehr, was immer ein Erfolgsgarant der Borussia war: das Zusammenspiel des Teams. Da passte es, dass auch dem 0:2 gegen Frankfurt ein katastrophales Missverständnis zwischen Ginter und Weidenfeller vorausging.

Bild des Spieltages

Eigentlich ist es verboten, politische oder persönliche Schriftzüge zu präsentieren. Frankfurts Haris Seferović macht es nach seinem Tor zum 2:0 gegen Dortmund trotzdem, um der nach einer Prügel-Attacke verstorbenen Studentin Tuğçe A. zu gedenken. Ob dem Spieler dafür vom DFB eine Strafe droht, ist noch unklar - dürfte ihm in diesem Fall aber auch egal sein.


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