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BUNDESLIGA: 1:1-»Niederlage« für Köln und Schalke

Das Remis zwischen dem 1. FC Köln und Schalke 04 war für beide Mannschaften eine herbe Niederlage: Mit dem 1:1 verspielten die »Königsblauen« im Kampf um den ersten Titelgewinn seit 1958 leichtfertig die große Chance, an Meister Bayern München vorbei zu ziehen.

Ein Remis, das keinem hilft

Das Remis zwischen dem 1. FC Köln und Schalke 04 war für beide Mannschaften eine herbe Niederlage: Mit dem 1:1 verspielten die »Königsblauen« im Kampf um den ersten Titelgewinn seit 1958 leichtfertig die große Chance, an Meister Bayern München vorbei zu ziehen und den Anschluss an das Bundesliga-Spitzenduo aus Leverkusen und Dortmund herzustellen. Ernüchterung herrschte auch bei den Kölnern, die nun schon seit dem 21. Spieltag die »Rote Laterne« fest im Griff und bereits acht Zähler Rückstand zum rettenden Ufer haben. »Ich bin enttäuscht, aber nur wegen des Ergebnisses«, fasste »Geißbock«-Trainer Friedhelm Funkel seine Gefühle zusammen.

Beim »Fußball paradox« vor 30 000 Zuschauern in der ausverkauften Baustelle des Müngersdorfer Stadions spielten die Kölner Profis in den zweiten 45 Minuten die beste Rückrunden-Mannschaft fast an die Wand, ohne daraus Kapital schlagen und neue Hoffnung fassen zu können. »Wieder ein Spiel weniger, immer noch ein Riesen-Rückstand«, bilanzierte Funkel. Obwohl es am Geißbockheim noch immer keiner so recht wahr haben will: Der zweite Abstieg der Kölner nach 1998 wird immer wahrscheinlicher.

Und trotzdem keimt noch ein wenig Hoffnung. »So lange noch eine Chance da ist, werden wir kämpfen«, versprach Verteidiger Jens Keller, während Kölns Vereinspräsident Albert Caspers, der neue Manager Andreas Rettig und Hauptgeschäftsführer Claus Horstmann mit ernsten Mienen wohl schon über die 2. Liga diskutierten. Rettig gab sich dennoch nicht mutlos: »Die Enttäuschung hält sich in Grenzen, weil die Leistung der Mannschaft wirklich erstligareif war.«

Mit einer Ausnahme: Die Trefferquote war schlecht wie immer, der Tore-Durchschnitt des schlechtesten Angriffs der Liga beträgt lediglich 0,62 pro Partie. Fast im halben Dutzend versiebten Marco Reich, Matthias Scherz oder Rigobert Song Großchancen der Kölner, zudem erwies sich Oliver Reck im Schalke-Gehäuse als Meister seines Fachs und brachte nicht nur Funkel zur Verzweiflung: »Wir hatten drei, vier hochkarätige Möglichkeiten. Das Siegtor hätte uns gut zu Gesicht gestanden.«

Den Rechenschieber legte Funkel schnell wieder zur Seite, ohne den Mut zu verlieren: »Wir haben am Samstag auch in Leverkusen eine echte Chance, zu bestehen.« Allein: Über das Wie muss sich der 48-Jährige seine Gedanken machen.

Auch der maßlos enttäuschende und enttäuschte Schalker Andreas Möller sollte über seine Leistung und die seiner Kollegen grübeln:

»Eine Spitzenmannschaft hätte heute hier gewonnen«, offenbarte der Ex-Nationalspieler seine Einschätzung. Einziger Leichtblick im Schalker Spiel war der Treffer des Dänen Ebbe Sand (40.) zur 1:0- Führung, die Kölns Kapitän Dirk Lottner (60.) noch egalisierte.

Trainer Huub Stevens schloss sich der Meinung Möllers an. »Wir sind alle sehr enttäuscht. Ich habe Fehler gesehen, die wir seit einigen Spielen nicht mehr gemacht haben«, resümierte der Niederländer, der um seine ohnehin leicht schüttere Haartracht bangte: »Die fallen nicht nur aus, die werden auch grau.« Stevens verteilte ausschließlich schlechte Noten: »Ich habe heute mehrere Spieler bei uns gesehen, die keine Leistung gebracht haben. Aus dem Mittelfeld kam zu wenig, von hinten kam zu wenig, und vorne kam auch zu wenig.« Und das ist schlichtweg zu wenig, um Meister zu werden.

Von Dietmar Fuchs, dpa

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