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BUNDESLIGA: Bayer verteidigt die Spitze

Pech hingegen für die Münchner: Der FC Bayern verliert im Titelkampf an Boden. Wenigstens die Löwen hatten Erfolg - wie auch die Kiezkicker, Stuttgart, Freiburg und die Borussen.

Titelverteidiger FC Bayern München hat gleich zum Auftakt nach der Winterpause möglicherweise entscheidenden Boden im Titelkampf der Fußball-Bundesliga verloren. Mit einer Gala-Vorstellung und dem hoch verdienten 5:1 (2:0)-Sieg über den Champions-League-Sieger hat sich der FC Schalke 04 am Samstag für die knapp verpasste Meisterschaft des Vorjahres und die 0:3-Schlappe im Hinspiel revanchiert. Vor 60.683 Besuchern in der ausverkauften Arena »AufSchalke« erzielten Emile Mpenza (34.), Ebbe Sand (35.), Jörg Böhme (54.), Marco van Hoogdalem (75.) und Niels Oude Kamphuis (90.) die Tore für den Vizemeister. Neben der herben Enttäuschung mussten die Bayern, für die Mehmet Scholl (49.) traf, den Ausfall von Michael Tarnat verkraften, der wegen groben Foulspiels von Schiedsrichter Lutz-Michael Fröhlich (Berlin) die Rote Karte (41.) sah. »Die Jungs haben gezeigt, dass sie wieder zurück kommen. Man darf aber nicht vergessen, dass wir 50 Minuten gegen zehn Bayern gespielt haben«, freute sich Schalkes Manager Manager Rudi Aussauer. Gäste-Trainer Ottmar Hitzfeld blieb trotz aller Enttäuschung über die höchste Punktspiel-Niederlage seit dem 23. August 1994 sehr fair: »Gratulation an Schalke zu diesem grandiosen 5:1-Sieg. Wir hatten fast keine Chance. Angesichts des Acht-Punkte-Rückstandes auf Bayer Leverkusen stehen wir im nächsten Heimspiel unglaublich unter Druck.«

Bayer 04 verteidigte Spitze

Bayer 04 Leverkusen hat mit einem 2:0 (0:0)- Arbeitssieg gegen Hansa Rostock die Tabellenführung in der Fußball- Bundesliga verteidigt. Damit gelang den Rheinländern am Samstag vor 22.500 Zuschauern im ausverkauften Haberland-Stadion die Revanche für die 1:2-Heimniederlage vor einem Jahr. Allerdings musste der Spitzenreiter bis zur 76. Minute warten, ehe Thomas Brdaric das 1:0 erzielte. Michael Ballack (80.) sorgte dann mit einem Foulelfmeter für die Vorentscheidung. Für Hansa Rostocks neuen Trainer Armin Veh ging damit seine Bundesliga-Premiere daneben. Die Bayer-Elf muss sich jedoch noch erheblich festigen, um am Mittwoch das Pokal-Viertelfinalspiel gegen 1860 München und am kommenden Samstag im Bundesliga-Schlagerspiel bei Bayern München erfolgreich zu bestehen.

St. Paulis Kampfgeist belohnt

Der FC St. Pauli hat sich die Chance auf den Verbleib in der Fußball-Bundesliga erhalten: Beim 3:1 (0:1) gegen den seit fünf Spielen ungeschlagenen VfL Wolfsburg gelang den Hamburgern am Samstag vor 19.876 Zuschauern im Millerntorstadion der zweite Heimsieg. Mit Torwart Simon Henzler blieben die St. Paulianer damit auch im dritten Spiel hintereinander ohne Niederlage. Thomas Meggle (52.), Marcel Rath (75.) und Zlatan Bajramovic (82.) schossen die Tore für St. Pauli, nachdem Jochen Kientz per Eigentor (10.) für die Führung der Wolfsburger gesorgt hatte. Ab der 59. Minute spielten die Niedersachsen in Unterzahl, nachdem Miroslav Karhan wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte gesehen hatte. »St. Pauli muss man gratulieren«, sagte Wolfsburgs Coach Wolfgang Wolf. »Die Hamburger waren in der zweiten Halbzeit einfach besser und aggressiver. Wir hätten auch mit elf Mann verloren.«

»Löwen« bleiben auf Erfolgskurs

Der TSV 1860 München bleibt auch im neuen Jahr auf Erfolgskurs. Nach einer katastrophalen ersten Spielhälfte kamen die »Löwen« am Samstag gegen den 1. FC Köln doch noch zu einem klaren 3:0 (0:0)-Sieg, mit dem sie ihre Serie auf sechs Spiele ohne Niederlage ausbauten und die Hoffnungen auf einen UEFA-Pokal-Platz nährten. Torjäger Martin Max (56.) mit seinem siebten Saisontor und der Tscheche Roman Tyce (61.) mit einem fulminanten Volleyschuss aus 22 Metern ebneten mit einem Doppelschlag innerhalb von fünf Minuten den Weg zum Sieg des Favoriten. In der 80. Minute erhöhte der Kroate Davor Suker mit seinem ersten Bundesligator auf 3:0. Die abstiegsbedrohten Kölner scheiterten dagegen vor 20.000 Zuschauern im Olympiastadion einmal mehr an ihrer eklatanten Abschlussschwäche und blieben zum fünften Mal in Folge ohne Torerfolg.

Wieder kein Gladbacher Heimsieg

Der 1. FC Kaiserslautern bleibt ein ernsthafter Titelkandidat für die deutsche Fußball-Meisterschaft. Mit dem fünften Auswärtssieg der Saison sind die Pfälzer am Samstag erfolgreich in die zweite Bundesligaserie gestartet. Die Mannschaft von Trainer Andreas Brehme setzte sich bei Borussia Mönchengladbach mit 2:0 (0:0) durch und bleibt mit nun 38 Punkten den Spitzenteams auf den Fersen. Vor 24.700 Zuschauern am Gladbacher Bökelberg fiel die Entscheidung zu Gunsten der Gäste durch ein Eigentor des Gladbachers Marcello Pletsch (76.) und einen Treffer von Jörgen Pettersson (90.). Die seit einem halben Jahr zu Hause sieglosen Borussen rangieren mit 17 Punkten weiterhin in der Abstiegszone.

SC Freiburg jubelt nach 2:0

Der SC Freiburg hat das »Spiel 1« nach Sebastian Kehl mit 2:0 (1:0) gegen den 1. FC Nürnberg gewonnen und seine Negativ-Serie von sechs Spielen ohne Sieg beendet. Vor 24.600 Zuschauern im Dreisamstadion erzielte das Stürmerduo Florian Bruns (42.) und Alexander Iaschwili (49.) am Samstag die Tore. Der abschlussschwache »Club« steckt nach der sechsten Niederlage hintereinander weiter im Tabellenkeller fest. Der Ex-Leverkusener Paulo Rink vergab in der 69. Minute die Riesenchance zum Anschlusstreffer, als er einen Foulelfmeter über das Tor schoss. »Dass es so gut gelaufen ist, überrascht mich selbst ein bisschen«, sagte Kapitän Richard Golz. »Aber immer wenn?s eng wird bei uns, stehen wir alle eng beisammen. Zum Ende war es verdient, aber vorher ein knappes Match.«

VfB schlägt HSV 3:0

Der VfB Stuttgart hat einen glänzenden Start nach der Winterpause hingelegt. Der schwäbische Bundesligist bezwang am Samstag den Hamburger SV mit 3:0 (2:0). Viorel Ganea mit seinem sechsten Saisontreffer (27.), HSV-Verteidiger Ingo Hertzsch per Eigentor (32.) und der überragende Abwehrchef Marcelo Bordon (77.) waren für den VfB im Duell der Tabellen-Nachbarn erfolgreich. Die Stuttgarter beendeten mit ihrem fünften Heimsieg zugleich eine Negativ-Serie von fünf Punktspielen ohne »Dreier« und festigten ihre gute Position im gesicherten Mittelfeld. Auch das Duell der beiden teuersten Bundesliga-Neuzugänge in der Winterpause endete mit Stuttgarter Vorteilen. Der 7,5 Millionen Euro kostende Fernando Meira überzeugte auf VfB-Seite bei seinem Debüt als Innenverteidiger. Gemeinsam mit Bordon verlieh der 23 Jahre alte portugiesische Nationalspieler der Viererkette viel Stabilität. Bernardo Romeo, Hamburgs mit 5,65 Millionen Euro ebenfalls teuerster Neuling in der Vereinsgeschichte, konnte dagegen bei seiner Premiere kaum Akzente setzen. Allerdings verweigerte Schiedsrichter Hellmut Krug einem klaren Treffer des argentinischen Torjägers (3.) die Anerkennung.

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