Bundesliga Die Liga vor dem Winterschlaf


Hertha BSC droht der Absturz, der VfB Stuttgart freut sich auf Erholung, und der FC Bayern spuckt wieder große Töne: Die Bundesligisten gehen mit den unterschiedlichsten Erwartungen in die Winterpause.

Abpfiff. Die Hinrunde ist gespielt und die Vereine gehen bis zum Start der Rückrunde am 31. Januar in ihre "kreative Pause". Von Vereinen wie Hertha oder auch dem schwächelnden VfB Stuttgart herbeigesehnt, lässt die fußballfreie Zeit das Publikum in tiefe Trauer verfallen. Denn trotz der schlechten internationalen Leistungen der deutschen Vertreter ist die Bundesliga so attraktiv wie nie.

"Der Fußball boomt", wie der Präsident der "Deutschen Fußball-Liga", Werner Hackmann, stolz betont. Rund 5,6 Millionen Zuschauer strömten an den 17 Spieltagen in die 18 Stadien der höchsten deutschen Spielklasse. Das sind fast zehn Prozent mehr als im letzten Jahr zum selben Zeitraum. Dass am Ende wieder ein neuer Zuschauerrekord stehen wird, ist sehr wahrscheinlich.

Endzeitstimmung in Berlin

Ob Hertha BSC das Ende dieser Saison noch als Mitglied der Fußballelite erleben wird, ist angesichts der desaströsen Darbietungen noch völlig offen. Der Hauptstadtklub in der Dauerkrise ist die grosse Enttäuschung in der Hinrunde. Erst die Boulevard-Posse um das "Ultimatum" für Trainer Huub Stevens, dann das Experiment mit Ex-Spieler Andreas Thom - an der mannschaftlichen Fehl-Leistung änderte sich wenig. Am Jahresende steht Platz 17, ein Abstiegsplatz. Manager Dieter Hoeneß will die Winterpause zum grossen Aufräumen nützen - am 3. Janaur kommt ein neuer Trainer. Auch das Personal soll bluten - 25 Prozent weniger Gehalt will der Macher des Vereins bei seinen Spielern durchsetzen. Dazu wird den Profis für die Feiertage eine knallharte Linie angekündigt. "Alle Arten von Disziplinlosigkeiten werden rigoros geahndet", gibt er sich knallhart.

Magath auf Spielersuche

Humorlose Zeiten für die Berliner Profis, während bei den anderen Vereinen vor allem gilt, die leeren Akkus aufzuladen und den Kopf freizubekommen. Die längste Pause ist den Himmelsstürmern vom VfB Stuttgart vergönnt. Erst am 6. Januar müssen sie zum ersten Training antreten. Die Zeit will Felix Magath nützen, seine zuletzt ausgepowerte Truppe zu verstärken. "Er kann in der Winterpause auf dem Transfermarkt tätig werden", kündigte VfB-Präsident Staudt bereits an. Erstmals öffnet die "Wechselbörse" am Januar wieder.

Bayern verabschiedet sich mit forschen Tönen

An neue spektakuläre Großeinkäufe denkt man beim FC Bayern nicht. Nach dem 6:0-Kantersieg am letzten Spieltag in Freiburg ist der deutsche Rekordmeister als Tabellenzweiter wieder auf Titelkurs. Und schon ist das alte "Mir-san-mir"-Gefühl wieder erwacht. "Die Mannschaft führt nur über den FC Bayern", gab sich Trainer Hitzfeld vor Abreise seiner Profis selbstbewusst. Er selbst wird über die Feiertage ein paar Tage am Arlberg Ski fahren, während Torwart Kahn sich auf Mallorca erholt.

Vereine zieht es zur Vorbereitung ins Ausland

Für die meisten Spieler geht es dann ab dem 6. Januar wieder ins Trainingslager. Fast alle Mannschaften absolvieren einen Teil davon in wärmeren Gefilden. Lediglich der FC Schalke 04 und Hansa Rostock bleiben zu Hause. "Wir haben hier optimale Trainingsbedingungen", sagt Schalke-Trainer Heynckes. Beliebstes Reiseland der Bundesligisten ist jedoch Spanien. Gleich sechs Clubs wollen auf Mallorca, in Marbella oder auf Gran Canaria Sonne tanken und die Weichen für eine erfolgreiche Rückrunde stellen. Aus dem Rahmen fallen natürlich wieder die Bayern, die ein exotisches Ziel für ihre Vorbereitung gewählt haben. Sie schlagen vom 9.- bis zum 17. Janaur in Dubai ihre Zelte auf. Vielleicht schaut ja auch mal Effenberg vorbei. Der kickt ja jetzt für Al Arabi Dubai.

Christoph Marx

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