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Bundesliga: HSV schließt mit Zittersieg zu Bayern auf

Vor dem Spiel glaubte Hertha-Trainer Falko Götz noch an "spielerische Vorteile" seiner Elf - doch der HSV belehrte ihn eines Besseren. Hamburg jagt weiter den Bayern nach.

Der Hamburger SV bleibt Tabellenführer Bayern München auf den Fersen. Mit einem 2:1 (2:0)-Zittersieg gegen Hertha BSC Berlin rückte der Tabellen-Zweite der Fußball-Bundesliga bis auf einen Punkt an den Rekordmeister heran. Die Münchner können den alten Abstand allerdings am Sonntag mit einem Heimsieg über Schlusslicht Kaiserslautern wieder herstellen. Der Berliner Dick van Burik mit einem Eigentor (2.) und Mehdi Mahdavikia (Foulelfmeter/8.) sicherten mit ihren Treffern vor 54 129 Zuschauern in der AOL-Arena den elften Saisonsieg der Norddeutschen. Für den Gegentreffer sorgte Yildiray Bastürk (76.) nach einem Fehler von HSV-Torwart Sascha Kirschstein.

Hertha verlor bei der Verfolgung der Bundesliga-Spitzengruppe nicht nur an Boden, sondern auch seinen torgefährlichen Mittelfeldlenker Marcelinho, der nach einem Revanchefoul an Benjamin Lauth (52.) per Ampelkarte zum vorzeitigen Duschen geschickt wurde.

Barbarez übernimmt van der Vaarts Rolle

Trotz des Fehlens von sechs verletzten oder gesperrten Spielern ließen sich die dezimierten Gastgeber nicht aus ihrem Erfolgsrhythmus der vergangenen Wochen bringen. Dem flotten und souveränen Spiel der Hanseaten in der ersten Halbzeit folgte allerdings eine mäßige zweite Halbzeit. Die Rolle des für mindestens zwei Monate wegen eines Knöchelbruchs fehlenden Niederländers Rafael van der Vaart, der die Partie im heimischen Heemskerk via TV verfolgte, hatte Sergej Barbarez übernommen. Der noch am Vortag in Sarajevo zu "Bosniens Mann des Jahres" gewählte 34-Jährige gefiel durch Umsicht und seine Steilpässe auf die schnellen Stürmer Benjamin Lauth und Emile Mpenza.

Der Belgier hatte auch die erste Chance, als er bereits nach 120 Sekunden die Latte traf. Nur wenige Sekunden später passierte van Burik das Missgeschick, als er einen von Stefan Beinlich getretenen Eckball per Kopf im eigenen Gehäuse unterbrachte. Noch unter Schock, langte der Niederländer nur fünf Minuten später nochmals zu und holte den mit Siebenmeilenstiefeln in den Strafraum eingedrungenen Mpenza von den Beinen. Den Elfmeter verwandelte Mahdavikia zu seinem vierten Saisontor.

Seit sechs Jahren kein Sieg an der Elbe

Die Berliner, die auf die verletzten Malik Fahti und Oliver Schröder verzichten mussten, hatten den Hamburgern unfreiwillig einen Motivationsschub versetzt: Im Vergleich beider Teams hatte Trainer Falko Götz vor der Partie "spielerische Vorteile" seiner Elf ausgemacht und damit das Blut des Tabellen-Zweiten in Wallung gebracht. Die Berliner sind nun seit fast sechs Jahren ohne Sieg an der Elbe.

Die erste Möglichkeit hatten die Hauptstädter drei Minuten vor dem Pausenpfiff: Marko Pantelic’ Kopfball aus Nahdistanz flog nur Millimeter über das Tor. Nach dem Seitenwechsel steckten die Hamburger zurück und setzten sich damit zunehmend Berliner Angriffen aus. Bastürks Anschlusstor mobilisierte die letzten Kraftreserven der Gäste. Sie wirbelten die mit lediglich acht Gegentoren sicherste Abwehr der Bundesliga durcheinander. Doch der HSV rettete sich über die Zeit.

Von Franko Koitzsch/DPA / DPA

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